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Premiere in Genf / Autokiste-Vorstellung des Peugeot 807 / Mit Fotoserie
Fiat und Peugeot/Citroën präsentieren den neuen Euro-Van
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Peugeot 807 | © Peugeot Deutschland GmbH | |
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Lange haben die Kunden warten müssen, doch nun präsentiert sich auf dem Genfer Autosalon die neue Generation, die von den beteiligten Unternehmen wiederum gemeinschaftlich entwickelt wurde.
Nachfolgend stellen wir Ihnen die neue Baureihe exemplarisch anhand des Peugeot 807 vor (die Fotoserie zeigt auch die Modelle von Fiat und Lancia):
Die Karosserie beruht auf dem Vorgängermodell, wurde aber in vielerlei Hinsicht optimiert. Der Radstand beträgt 2,82 m, die Gesamtlänge 4,73 m mit Überhängen von 1,01 m (vorne) bzw. 0,89 m (hinten). Der 807 ist (mit eingeklappten Außenspiegeln) 1,85 m breit und (ohne die knapp 10 cm hohe Dachreling) maximal 1,75 m hoch. Bei der Karosserieaußenhaut des 807 wurde bei sämtlichen Bauteilen auf Gewichtseinsparung geachtet. Das Dach besteht beispielsweise immer aus genietetem, auf die Rohkarosse aufgeklebtem Aluminiumblech, egal ob ein Schiebedach eingebaut wird oder nicht; die vorderen und hinteren Kotflügel sowie die Heckklappe werden aus SMC-Kunststoff (vorimprägnierte, glasfaserverstärkte Formpressmasse) gefertigt - was wie beim Peugeot 307 zu niedrigen Versicherungseinstufungen beitragen dürfte. Die vorderen Türen haben so genannte angesetzte Rahmen, damit sie genauso aussehen wie die hinteren Türen mit integrierten Rahmen. Neben der Gewichtseinsparung wurde besonders auf eine verbesserte Sicherheitsstruktur der Fahrgastzelle geachtet. Durch den vollkommen ebenen Fußboden im Innenraum können die ausnahmslos mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten ausgestatteten Einzelsitze über 150 mm stufenlos in Längsrichtung verstellt werden. Die Fondtüren sind wieder als Schiebetüren ausgelegt, so dass der Einstieg auch direkt neben einer Mauer oder einem anderen Hindernis bequem möglich ist.
Die Fahrgastzelle wird vor allem von der Panorama-Frontscheibe beherrscht, die einen ungewöhnlichen Übergang zur Motorhaube schafft. Da sie sehr weit in Richtung Fahrzeugachse vorgezogen ist, erinnert sie in der Fahrzeugseitenansicht an einvolumige Konzepte und scheint mit ihrer extremen Wölbung die A-Säule gleichsam nach hinten zu drängen. Die nach hinten gerückte A-Säule sorgt für eine gute Sicht und damit auch für ein Stück limousinenartigen Komfort. Die Außenspiegel sind in Richtung Fahrer zurückversetzt; durch ihre bescheidenen Ausmaße sollen sie weder die Sicht nach vorne behindern noch die Aerodynamik des Fahrzeugs über Gebühr verschlechtern. Darüber hinaus sind im Gehäuse der Außenspiegel, das an das Design der A-Säulen angepasst ist, die seitlichen Blinkleuchten integriert - ursprünglich eine Mercedes-Lösung, die offenbar nun auch nachgemacht wird.
| Extra: Die ersten offiziellen Euro-Van-Bilder in unserer Fotoserie » |
Das Armaturenbrett besteht im Wesentlichen aus einem geschwungenen Oberteil, das sich auf einem zentralen Kombiinstrument abstützt, welches wiederum auf dem abgerundeten Armaturenträger ruht. Es zieht sich bogenförmig von den beiden A-Säulen ausgehend durch den Raum und lässt das durch die große Frontscheibe einfallende Licht den Instrumententräger erhellen. Das Kombiinstrument mit drei Rundinstrumenten wird zu einem eigenständigen Element, auf dem alle Insassen für sie interessante Informationen ablesen können. Betriebsrelevante Funktionen, wie z. B. bestimmte Warnleuchten, sind in einer kleinen, getrennten Einheit unmittelbar vor dem Fahrer zusammengefasst. Neu sind bei diesem Kombiinstrument die "Schattenspiel"-Anzeigen: Hierbei wird die Zeigerstellung durch die Hintergrundbeleuchtung auf das aufgedruckte Zifferblatt im Abdeckglas projiziert.
In die Mitte des Armaturenbretts kann außerdem ein Kombiinstrument mit Farbbildschirm für das Navigationssystem mit Kartendarstellung integriert werden. Oben in der Instrumententafel und im Instrumententafelkörper befinden sich zudem zahlreiche Ablagen und ein geräumiges Staufach. Neben den vielen sonstigen Staumöglichkeiten überall im Fahrgastraum machen diese Ablagen die praktische Ausgestaltung des 807 besonders deutlich. Sogar an einen frei positionierbaren Aschenbecher und in einigen Ausführungen einen Abfallbehälter wurde gedacht.
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Fiat Ulysse | © Fiat Auto S.p.A. | Bild anklicken für Großansicht und Fotoserie |
Für den Komfort sorgt eine für rechts und links getrennt regelbare Klimaautomatik, bei der sich außerdem die Luftmenge für die Fondpassagiere separat einstellen lässt. Serienmäßig sind die Wärmeschutz-Frontscheibe und die getönte Heckscheibe, als Sonderausstattung sind außerdem die Seitenscheiben der zweiten und dritten Sitzreihe in getönter Ausführung erhältlich, so dass der Klimakomfort zum Wohlbefinden aller Insassen beiträgt. Falls erforderlich, kann von der zweiten Sitzreihe bis zur Heckscheibe jedes Fenster mit getrennt erhältlichen Sonnenblenden individuell abgedunkelt werden. So wird das Reisen für jeden Einzelnen noch komfortabler.
Rekordverdächtig ist die Anzahl der Ablagen: Im unteren Teil der Mittelkonsole findet sich ein geräumiges Kühlfach mit Mulden für drei Getränkedosen. Darüber befindet sich eine Mehrzweckschublade mit Getränkehalter, abnehmbarem Aschenbecher und Ablagefach für den Zigarettenanzünder, wenn der Anschluss anderweitig belegt ist. In die Türablagen der drei Sitzreihen passen eine 1,5-Liter-Flasche, eine Getränkedose sowie andere Gegenstände. Bei einigen Ausführungen befinden sich unter den Vordersitzen Schubladen, am Mitteltunnel sind Riemen zur sicheren Befestigung einer Handtasche oder eines Laptop am Boden angebracht. Vom Brillenhalter am vorderen Dachhimmel bis hin zum Gepäcknetz im Kofferraum wurde der Stauraum optimal genutzt. Der Abfallbehälter (von der Größe einer Wasserflasche) und der Aschenbecher (von der Größe einer Getränkedose) sind abnehmbar und können an unterschiedlichen Befestigungspunkten frei im Fahrzeuginnenraum positioniert werden.
Der 807 ist mit sechs Airbags ausgestattet: zwei adaptiven Frontairbags, zwei Thoraxairbags und zwei Airbag-Vorhängen zum Schutz der Köpfe der Insassen in allen drei Sitzreihen. Dazu kommen sieben Dreipunkt-Sicherheitsgurte, von denen "die meisten" mit pyrotechnischen Gurtstraffern und Gurtkraftbegrenzern ausgestattet sind. der Beifahrer-Airbag lässt sich bei Montage eines Kindersitzes mit dem Zündschlüssel deaktivieren. Über einen raffinierten einklappbaren Panoramaspiegel mit Kugelgelenk (siehe Fotoserie) kann bei Bedarf von vorne aus mit den hinteren Passagieren Blickkontakt gehalten werden.
Für noch bessere Sichtverhältnisse betätigt die Scheibenwischautomatik mit Regensensor zwei gegenläufig nach außen arbeitende Wischerblätter (sog. "Schmetterlingswischer"), die nur minimale Bereiche der Scheibe auslassen. Außerdem verfügt der 807 über einen Bremsassistent mit automatischer Einschaltung der Warnblinkanlage bei Vollbremsungen, eine Reifen-Luftdruckkontrolle (bei Leichtmetallfelgen) und einen programmierbaren Alarm bei Überschreiten einer bestimmten Geschwindigkeit. Optional lieferbar sind Tempomat, Einparkhilfe, Lichtsensor und ein automatisch abblendender Innenspiegel.
Das Reserverad ist unterhalb des Fahrzeugbodens angebracht - keine optimale Lösung, weil der Reifen hier Witterungseinflüssen ausgesetzt ist und auch die Handhabung trotz einer entsprechenden Winde als unpraktisch gelten muss.
Der 807 ist mit einem Autoradio mit Einfach-CD-Player und Fernbedienung unterhalb des Lenkrads ausgestattet. Die Tonwiedergabe erfolgt in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit über acht Lautsprecher. Zusätzlich kann im Beifahrer-Handschuhfach ein CD-Wechsler für 6 CDs montiert werden. Sämtliche Informationen zum Radiobetrieb werden oberhalb des Bedienfelds in der Mittelkonsole auf einem Multifunktionsdisplay angezeigt. Der als Sonderausstattung lieferbare Farbbildschirm im Format 16:9, der vorne in der Fahrzeugmitte in den Dachhimmel integriert ist und sämtlichen Fondpassagieren zur Verfügung steht, soll in Kombination mit einem DVD-Player gute Unterhaltung an Bord garantieren. Auch andere Geräte wie eine Videokamera oder ein Laptop können angeschlossen werden. Auch eine Spielkonsole lässt sich anschließen. Für den Komfort der übrigen Insassen, die lieber ungestört Radio hören möchten oder den Fahrer, der die Verkehrsdurchsagen aufmerksam verfolgen will, ist dieser Bildschirm mit Infrarot-Kopfhörern ausgestattet, mit denen jeder das Programm in seiner persönlichen Lautstärke verfolgen kann, ohne dass lästige Kabel im Blickfeld hängen. Der dazugehörige ultrakompakte DVD-Player wird an seinem Platz im Handschuhfach einfach an spezielle Buchsen angeschlossen. Er kann ebenso leicht wieder herausgenommen werden und eignet sich dank dem kombinierten 220 V-/12 V-Anschluss und Kabel für den Zigarettenanzünder wahlweise für die Nutzung im Auto oder zu Hause.
| Extra: Die ersten offiziellen Euro-Van-Bilder in unserer Fotoserie » |
Für den 807 stehen fünf Motoren zur Auswahl: unter den Benzinern zwei Vierzylinder mit 2,0 bzw. 2,2 Liter Hubraum und ein Dreiliter-Sechszylinder, sowie zwei HDi-Dieselmotoren mit 2,0 bzw. 2,2 Liter Hubraum. Diese Aggregate sind allesamt bereits bei anderen Modellen wie 406 und 607 im Einsatz. Über unsere Volltextsuche finden Sie nähere Informationen zu den einzelnen Triebwerken. Der Gesamtverbrauch bei den Benzinern liegt zwischen 9,1 und 11,5 Litern, bei den Dieseln (die beide mit dem Rußpartikelfiltersystem FAP ausgestattet sind) zwischen 7,2 und 7,4 Litern. Die Kraftübertragung erfolgt über ein weiterentwickeltes Fünfganggetriebe oder beim V6-Benziner über eine Automatik mit vier Fahrstufen. Fünfgang-Automaten oder ein manuelles Sechsganggetriebe stehen nicht zur Auswahl. Die bereits beim 806 eingeführte Integration des Schalthebels in das Armaturenbrett wurde übernommen. Sie war das Ergebnis einer umfangreichen Ergonomiestudie, bei der der Hebel in natürlicher Reichweite angeordnet war und so einen Durchgang zwischen den beiden Vordersitzen frei ließ. Die Kupplung wird hydraulisch betätigt.
Die Baureihe 807 wird in zehn Karosseriefarben angeboten; für das Interieur stehen die Peugeot-typischen Ausstattungslinien "Esplanade", "Tendance" und "Platinum" zur Auswahl.
Bis Ende Dezember 2001 verkaufte sich der 806 rund 168.000 Mal in die ganze Welt. Die neue Generation - so viel darf als gesichert gelten - hat die besten Voraussetzungen, auch insoweit das Vorgängermodell zu übertrumpfen. Preise sind bisher nicht bekannt.
Die Modelle von Citroën, Fiat und Lancia besitzen die gleiche Basis. Sie unterscheiden sich in markenspezifischen Designlösungen, in Preis und Ausstattung.













