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Renntechnik-Transfer auf die Straße / Vierzylinder-Turbo liefert 280 PS
Begehrlichkeiten: Mitsubishi Carisma GT EVO VII
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Mitsubishi Carisma GT Evo VII | © MMC GmbH | |
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Die Rede ist auch von einem Auto, das seit der Erstauflage von 1993, dem Lancer Evo I, Kultstatus erringen konnte in einer eingeschworenen Fangemeinde, die von einem Sportwagen ganz eigene Vorstellungen hat. Auch vom neuen Modell sind nur 250 Exemplare für den deutschen Markt vorgesehen, und die Zahl verbindlicher Bestelleingänge seit dem Deutschland-Debüt auf der letztjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) 2001 in Frankfurt/Main deutet darauf hin, dass ihm das gleiche bevorsteht wie seinen sechs Vorgängern: ein schneller Ausverkauf mit anschließendem Aufstieg zum begehrten Sammlerstück. Zumal der hochkarätige Sportler nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich Außergewöhnliches leistet: Bietet er doch mit einem Kaufpreis von 43.600 Euro ein Preis-/Leistungsverhältnis, das in dieser Fahrzeugkategorie seinesgleichen sucht.
Ein Konzept mit Überzeugungskraft, denn auf dem japanischen Heimatmarkt, wo der Evo VII unter der Modellbezeichnung "Lancer" bereits seit Mitte letzten Jahres verkauft wird, löste er ein begeistertes Medienecho aus. Das führende Fachblatt "Best Car" widmete ihm sogar eine 75-seitige Sonderausgabe.
Angetrieben wird der Evo VII von einem nur 2,0 Liter großen Vierzylinder-Triebwerk, das dank zweistufiger Turboaufladung und Ladeluftkühlung stolze 280 PS bei einer Nenndrehzahl von 6.500/min erreicht. Das Drehmoment wird mit 383 Nm bei 3.500/min angegeben, die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Fünfganggetriebe. 4,8 Sekunden für die Beschleunigung von null auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 253 km/h skizzieren die Leistungsdimension, in der sich dieses außergewöhnliche Fahrzeug bewegt.
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Für präzises Kurvenverhalten und exzellente Traktion sorgt ein permanenter Allradantrieb mit innovativen Assistenzsystemen. Dazu zählt das neu entwickelte Mitteldifferenzial "ACD" (Active Center Differential) mit elektrohydraulischer Betätigung, das sich per Knopfdruck vom Cockpit aus auf die verschiedensten Straßenbedingungen abstimmen und einstellen lässt. So wird auf unterschiedlichsten Fahrbahnbelägen in der Abstimmung "Schnee", "Schotter" oder "Asphalt" stets für optimale Traktion gesorgt. Die elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung im Differenzial moduliert die im Grundverhältnis 50:50 gesplittete Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse so, dass in jeder Fahrsituation das Optimum aus Traktion und Agilität gewährleistet ist. Unterstützung erhält es von der gleichfalls elektrohydraulisch angesteuerten Giermoment-Kontrolle "AYC" (Active Yaw Control) des Hinterachsdifferenzials. Sie verteilt das Antriebsmoment so zwischen den Hinterrädern, dass ein Kraftüberschuss auf der kurvenäußeren Seite den Einlenkeffekt verstärkt. Beim Verzögern in Kurven wird das sogenannte "Sports ABS"-Bremssystem aktiv, das die elektronische Bremskraftverteilung "EBD" (Electronic Brake Force Distribution) nicht nur radlast-, sondern auch lenkwinkelabhängig variiert und auf diese Weise potenzielle Untersteuersituationen entschärft. Gleichzeitig soll beim Anbremsen von Kurven eine erhöhte Fahrstabilität durch das ACD erzielt werden, da es die Verteilung der Bremskräfte auf alle 4 Räder unterstützt.
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Vierzylinder leistet 280 PS | © MMC GmbH | Bild anklicken für Großansicht und weitere Bilder |
Die Karosserie des Evo VII basiert auf der neuesten in Japan verkauften Generation der Limousine "Lancer". Durch gezielte Verstärkungen an hoch belasteten Stellen wie Fahrwerksanlenkungen und Säulen-Knotenpunkten konnten die Karosseriebauer nach eigenen Angaben einen 50-prozentigen Steifigkeitszuwachs gegenüber dem Vorgängermodell Lancer Evo VI erzielen. Wie heute üblich, wurden Karosserieteile wie Hauben und Kotflügel aus Aluminium gefertigt, so dass zusammen mit anderen Maßnahmen ein Leergewicht von lediglich 1.380 Kilogramm trotz des Allradantriebes erreicht werden konnte. Für effiziente aerodynamische Eigenschaften mit hohen Abtriebswerten sorgen unter anderem eine strömungsoptimierte Frontpartie und der weitgehend glatte Unterboden.
Sachlich, fahrerorientiert und funktional präsentiert sich das Cockpit des Extremsportlers. Die Recaro Vordersitze gewährleisten eine straffe und ergonomische Körperführung; der Instrumentenbereich mit dem zentral angeordneten Drehzahlmesser ist auf einen Blick erfassbar. Besonderheiten des EVO VII Cockpits: Links am Armaturenträger sitzt der Schalter zur Einstellung des Mitteldifferenzials (Einstellungsanzeige im Zentraldisplay). In der Mittelkonsole befindet sich ein weiterer Druckschalter direkt hinter dem Schalthebel: Seine Betätigung bewirkt eine kurzfristige Kühlung der Turbo-Ladeluft und damit einen zusätzlichen Leistungsschub. Das Lederlenkrad kommt von Momo.
Der puristische Charakter wird denn auch bei der Ausstattung deutlich, die nur das Nötigste mitbringt, darunter zwei Airbags, manuelle Klimaanlage, Fensterheber, Zentralverriegelung und elektrische Außenspiegel. Fünf Lackierungen sind lieferbar: Lemon-Gelb, Cobalt-Blau, Palma-Rot, Panther-Schwarz und Haag-Silber sind die klassischen Zutaten eines Sportwagens.
Wer sich das Gefährt nicht leisten kann oder kein Exemplar mehr bekommt, muss vorerst auf die virtuellen Welten ausweichen: Im Computerspiel "Gran Tourismo 3" (Sony Playstation 2) spielt der Evo VII die Hauptrolle ...













