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Dienstag, 21. April 2026
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Neues Elektroauto zwischen Kleinwagen- und Kompakt-Klasse

Hyundai Ioniq 3: Erste Details und Bilder

Während gerade viel von den neuen bzw. überarbeiteten VW-Stromern ID.Polo und ID.3 Neo geredet wird, grätscht Hyundai dazwischen. Und das wortwörtlich, denn der neue Ioniq 3 ist ein großer Kleinwagen oder ein kleiner Kompakter. Antrieb und Design dürften aber nicht jedermanns Sache sein.

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Hyundai präsentiert den neuen Ioniq 3. Nach dem Ausblick in Form der Vorläufer-Studie Concept Three auf der IAA in München im letzten Herbst zeigt sich das Elektroauto nun in voller Pracht. Die volle Pracht ist dabei subjektiv zu verstehen, denn das Design des Ioniq 3 polarisiert.

Als "Aero Hatch" bezeichnen die Koreaner die Karosserieform, deren Silhouette sowohl auf aerodynamische Effizienz als auch auf großzügigen Innenraum ausgelegt sei. Die guten Raumverhältnisse durch den E-Auto-typisch ebenen Boden und "Furnished Space"-Interieur werden dabei mehrfach hervorgehoben. "Der Innenraum bietet Platz wie in einem Fahrzeug der Oberklasse", heißt es. Kleiner hat Hyundai es nicht, weder sprichwörtlich noch faktisch. Natürlich ist das massiv übertrieben, misst der Ioniq 3 doch gerade einmal 4,16 Meter in der Länge.

Damit sortiert er sich zwischen aktuellen Kleinwagen wie einem ID.Polo und der Kompaktklasse ein. Dies gilt auch für den Radstand von 2,68 Metern, der identisch zu dem des 4,30 Meter langen Kia EV3 ist.

Tatsächlich groß ausgefallen ist der Kofferraum mit 441 Litern. Sympathisch, dass Hyundai den Wert auch aufschlüsselt: 322 Liter sind es im regulären Laderaum, weitere satte 119 Liter fasst das Fach unter dem Ladeboden – genug für einen mittelgroßen Koffer, Getränkekästen, Sportgerät oder was auch immer.

Auch für das Design selbst hat der Autobauer einen Marketing-Begriff ersonnen. "Art of Steel" sei von der Spannung und Klarheit der Stahlproduktion inspiriert, die Oberflächen seien auf wenige, bewusst gestaltete Volumen reduziert, die eine "starke und präzise visuelle Wirkung erzeugen und das natürliche Verhalten von Metall widerspiegeln", heißt es.

In Sachen Antrieb dürften manche Interessenten ebenfalls die Stirn runzeln, denn bei 147 PS ist schon das Maximum erreicht. Darunter rangiert mit geringem Abstand eine Variante mit 135 PS. Das Drehmoment beträgt in beiden Fällen 250 Newtonmeter und die Höchstgeschwindigkeit jeweils 170 km/h. Die Tempo-100-Marke wird nach 9,0 bzw. 9,6 Sekunden erreicht. Der Ioniq 3 trägt Motor und Antrieb vorne, als Basis dient Hyundais bekannte Plattform E-GMP mit einer 400-Volt-Elektroarchitektur.

Bei den Akkugrößen kann zwischen 42,2 und 61 kWh gewählt werden, womit sich der Ioniq 3 dann eher in Richtung Kleinwagen begibt. Als Reichweite stehen 344 bzw. 496 Kilometer im Datenblatt, die maximale Ladeleistung beträgt 119 bzw. 110 kW, was in beiden Fällen rund 30 Minuten für 10 bis 80 Prozent Akkustand entspricht. Wechselstrom wird mit 11 oder optional 22 kW "getankt". Inwieweit sich die je zwei Akku- und Motorvarianten miteinander kombinieren lassen, lässt Hyundai aktuell noch offen. Während der Radstand also wie erwähnt vom Kia EV3 kommt, ist bei Motoren und Akkus der EV2 die Basis.

Der Ioniq 3 ist das erste europäische Hyundai-Modell, das mit dem Infotainment-System "Pleos Connect" ausgestattet ist. Es basiert auf Android Automotive OS und verfügt ausstattungsabhängig über ein 12,9 oder 14,6 Zoll großes Display. Es steht anders als etwa im Ioniq 5 alleine, weil im "Dreier" das Kombiinstrument oben auf das Armaturenbrett umgezogen und dabei deutlich geschrumpft ist. Es fungiert so auch als Ersatz für ein Head-up-Display.

Während der Ioniq 3 im Technikcenter in Rüsselsheim entwickelt wurde, erfolgt die Produktion in der Türkei. Die Serienausstattung wird voraussichtlich etwas besser ausfallen als der Standard vergleichbarer Modelle, und auch in Sachen Optionen wird der Ioniq 3 vermutlich etwas besser abschneiden: Sitzventilation vorne steht hierfür beispielhaft.

Wem "Aero Hatch", "Art of Steel" und "Furnished Space" noch nicht reicht, sei gesagt, dass das Auto insgesamt unter dem Dach von Hyundais Vision "Progress for Humanity" steht. Ob potentielle Kunden abseits dieser Marketing-Buzzwords das auffällige Design mit der flachen Front, den Klapptürgriffen, den vier mittig platzierten Leuchtquadraten vorne und hinten (als Anspielung auf den Morsecode des Buchstabens H) und vor allem mit der geteilten Heckscheibe, die fast an die früheren Ioniq-Modelle erinnert, goutieren werden, bleibt abzuwarten.

Wir vermuten: "In Summe" eher nicht, womit Hyundai nach dem Inster schon zum zweiten Mal ein nicht mehrheitsfähiges Design abliefert. Der Erfolg des Ioniq 3 hängt aber natürlich maßgeblich von seiner Preisliste ab. Zwischen dem Ioniq 2, pardon: Inster, und dem Ioniq 4 ... Kona Elektro soll es losgehen – mehr als diese Selbstverständlichkeit mag der Autobauer noch nicht sagen. Wir tippen mal auf 31.000 Euro als Einstiegspreis und 41.000 Euro für das Topmodell.
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