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Sonntag, 11. Januar 2026
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Marken & ModelleLesezeit ~ 3 Minuten
Elektro-Kleinwagen im SUV-Design mit bis zu 450 Kilometern Reichweite
Vorstellung Kia EV2: Knuffig, der Kleine
2025 gab es einige interessante neue elektrische Kleinwagen, 2026 kommen noch interessantere hinzu. Dazu zählt neben den
überfälligen Modellen aus dem VW-Konzern auch der Kia EV2. Er hinterlässt einen guten ersten Eindruck – außen,
innen und auch technisch.
Kia
Noch im Frühling 2026 wird der neue Kia EV2 ab etwa 25.000 Euro zu den deutschen Händlern rollen
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Wer 3, 4, 5, 6 und 9 sagen kann, kann auch 2: Kia hat auf dem Brüsseler Autosalon ein weiteres Elektromodell vorgestellt.
Der EV2 basiert wie der EV3 auf der Plattform E-GMP in der 400-Volt-Ausführung. Das Auto sortiert sich mit 4,06 Metern Länge
im Kleinwagen-Bereich ein, setzt konzeptionell aber auf ein bulliges SUV-Konzept, wie man es von EV3, EV5 und EV9 kennt.
Mit einem Radstand von 2,57 Metern liegt der EV2 minimal unter dem kommenden ID.Polo, verspricht aber gleichwohl ein gutes
Platzangebot im Innenraum. Kia bietet neben einer konventionellen fünfsitzigen Ausführung auch eine viersitziges Layout an.
Bei letzterem lassen sich die Rücksitze separat verschieben und zudem ihre Rückenlehnen in der Neigung variieren, womit das
Kofferraumvolumen von guten 362 auf bessere 403 Liter gestreckt werden kann. Unter der mikt zwei Gasdruckdämpfern öffnenden
Fronthaube hat Kia zusätzlich sogar einen "Frunk" vorgesehen, der mit 15 Litern allerdings klein ausfällt.
Das Design bietet keine Überraschungen, wenn man sich die größeren Brüder anschaut. Der EV2 wirkt kompakt und bullig,
aber nicht aggressiv, dazu einigermaßen zeitlos und mit Sinn fürs Detail - Stichwort versteckter Heckwischer und
doppeltes Tagfahrlicht - umgesetzt. Neben UNi- und Metalliclackierungen gibt es auch mindestens eine Matt-Variante.
Lediglich die wie beim Schwestermodell Hyundai Kona sehr niedrig angesetzten Rückleuchten mögen uns nicht überzeugen.
Auch passen 16 Zoll kleine Räder in der Basis nicht zum Rest des Fahrzeugs. Optional gibt es aber 18-Zöller,
bei der GT-Line sind 19 Zoll der Standard. Die GT-Line legt sich auch sonst optisch noch etwas stärker ins Zeug
als die regulären Varianten (siehe Fotostrecke).
Auch im Interieur verzichtet Kia auf Experimente, was positiv gemeint ist: Das aktuell bekannte Marken-Layout ist
weitgehend überzeugend gemacht. Auch im EV2 montieren die Koreaner zwei 12,3 Zoll große Bildschirme, die mittig
durch ein 5,3-Zoll-Klimaanzeige verbunden sind. Die Klimabedieneinheit und weitere Elemente setzen aber auf physische
Tasten, Walzen und Wippen.
Die jüngste Generation des Kia-Infotainmentsystems, das "Connected Car Navigation Cockpit" (ccNC), kommt im
EV2 in einer neuen, kostengünstigeren "Lite"-Version zum Einsatz, die im Wesentlichen auf die Festplattennavigation
verzichtet. Eine Routen-Navigation ist so nur über Android Auto und Apple CarPlay möglich (kabellos). Over-the-Air-Updates
und "Functions on Demand" werden unterstützt. Im Innenraum gibt es eine kabellose Handy-Ladeschale und diverse 100 Watt
starke USB-Buchsen.
Beim Antrieb stehen zwei Batterievarianten zur Wahl. Die Basis bietet 42,2 kWh und erreicht damit nach vorläufigen Angaben
eine Norm-Reichweite von 317 Kilometern. Alternativ lässt sich ein Akku mit 61 kWh ordern, den Kia angesichts von 448
Kilometern etwas euphemistisch als "Langstreckenversion" bezeichnet. Beide Varianten lassen sich in rund 30 Minuten
von 10 auf 80 Prozent schnellladen. Beim Laden mit Wechselstrom (AC) unterstützt der EV2 als erstes Kia-Modell optional
neben dem 11-kW- auch das schnellere 22-kW-Laden.
Und der Antrieb? Dazu schweigt Kia bisher. Veröffentlicht wurden nur die Höchstgeschwindigkeit von jeweils 161 km/h
und die Beschleunigungswerte von 8,7 respektive 9,5 Sekunden, woraus zu schließen ist, dass der größere und schwerere
Akku hier nicht wie sonst oft auch mit mehr Leistung kombiniert wird.
Technisch erwähnenswert sind noch die Verfügbarkeit von fernbedientem Parken, V2L-Funktion, Sitzventilation und digitalem
Autoschlüssel. Hardwareseitig ist der EV2 auch bereits vorbereitet auf die Einbindung der Fahrzeugbatterie ins private
oder öffentliche Stromnetz (V2X).
Kia baut den EV2 zusätzlich zum EV4 im slowakischen Werk in Zilina. Während VW beim ID.Polo offenbar mit den stärkeren und
teureren Varianten starten wird, ist es bei Kia andersherum: Der große Akku und die GT-Line folgen ab Sommer. Und was
kostet das Auto? Das mag Kia noch nicht verraten, doch wir würden uns wundern, wenn es nicht ziemlich genau bei der
magischen 25k-Grenze losgehen würde. Und wenn das stimmt, würde es uns wundern, wenn der EV2 neben durchaus interessanten
Wettbewerbern wie ID.Polo, ID.Cross, Skoda Epic, Renault R4, Citroën ë-C3 Aircross & Co. nicht gut bei den Käufern ankäme.