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Diverse Großbrände im Zusammenhang mit Elektro-Stadtbussen
München dreht E-Bussen von Mercedes den Saft ab (aktualisiert)

ampnet
wie er auch in München (aktuell nicht) eingesetzt wird
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Bei dem Brand in Stuttgart-Gaisburg, der nach aktuellen Erkenntnissen in einem E-Bus begonnen hat, wurden nicht nur das Depot zerstört, sondern auch zwei unwiederbringliche historische Busse. Zwei Mitarbeiter wurden zudem mit Verdacht auf eine Vergiftung ins Krankenhaus eingewiesen. Der Schaden des Großbrandes dürfte einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen.
Während München vorsichtig agiert, haben sich die Hannoverschen Verkehrsbetriebe (Üstra) trotz der Stuttgarter Brandkatastrophe entschieden, ihre verbleibenden 17 E-Busse "nach und nach" wieder in Betrieb zu nehmen. Sie waren nach einem Großbrand am 5. Juni 2021 aus dem Verkehr genommen worden. Damals war in einem Busdepot ebenfalls ein Feuer ausgebrochen. Neun Busse – darunter fünf Elektro- und zwei Hybrid-Busse – brannten aus. Der Brand sei auf einen "technischen Defekt" zurückzuführen, teilte das Unternehmen einsilbig mit – und zog die Elektrobusse erst einmal aus dem Verkehr.
Schon in der Nacht zum 1. April war in Düsseldorf ein Busdepot mit 38 Bussen ein Raub der Flammen geworden. Darunter acht Elektrobusse, die in der kurz davor aufwändig umgebauten Halle beim Aufladen waren. Der hohe Zerstörungsgrad vereitelte die Ursachenforschung, aber Mitarbeiter verdächtigen die E-Busse.
Den Großbränden ist gemein, dass sie gewaltige Mengen giftiger Gase freisetzen – und nur unter großen Schwierigkeiten zu löschen sind. So waren in Düsseldorf 125 Einsatzkräfte im Einsatz, in Hannover und Stuttgart sogar jeweils 200. Zudem mussten die Brandnester tagelang überwacht werden, weil die Batterien dazu neigen, wieder Feuer zu fangen.
Auch konventionell angetriebene Busse brennen bisweilen - allerdings zumeist im Betrieb auf der Straße, nicht nachts im Depot. Solche Brände sind mit Selbstlöschanlagen leichter in den Griff zu bekommen, für die Passagiere aber potentiell gefährlich.
Nach einem Leser-Hinweis haben wir diese Meldung in Überschrift, Vorspann und erstem Absatz dahingehend konkretisiert,
dass nur Mercedes-Busse von der Maßnahme betroffen sind. —Red.
