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Rund 10.000 Euro Aufpreis für Elektroantrieb
Peugeot Partner Electric jetzt am Start
Dort haben die Ingenieure die Batterie für den Elektromotor positioniert. Es handelt sich um einen vielzelligen Akku in Lithium-Ionen-Technik, der ohne aufwändige Kühlung auskommt. In seinen beiden um die Hinterachse positionierten Blöcken speichert er 22,5 kWh Strom. Diese Kapazität ermöglicht eine Reichweite von bis zu 170 Kilometern.
Für die Normalladung erfolgt der Anschluss des Fahrzeugs mittels eines serienmäßigen Kabels, das die Ladebuchse im vorderen rechten Kotflügel mit einer Haushaltssteckdose verbindet und die Überwachungselektronik enthält. Je nach Stromnetz und Restkapazität vergehen für eine vollständige Ladung etwa achteinhalb Stunden. Mittels der optional verfügbaren Schnellladefunktion können 80 Prozent der Akku-Kapazität innerhalb von nur einer halben Stunde aufgeladen werden; die Buchse befindet sich in der hinteren linken Seitenwand, dort, wo sonst die Tankklappe sitzt.
Der Elektromotor leistet 49 kW (67 PS) und entwickelt ein aus dem Stand anliegendes Drehmoment von maximal 200 Newtonmetern. Damit beschleunigt der Partner Electric in fünf Sekunden auf Tempo 50. Die Höchstgeschwindigkeit ist zugunsten einer Reichweiten-Optimierung auf 110 km/h beschränkt.
Wählbar sind zwei Karosserievarianten. Die "normale" Ausführung L1 bietet auf kompakten 4,38 Metern Außenlänge 3.300 Liter Ladevolumen, im 25 Zentimeter längeren L2 sind es sogar 3.700 Liter - Werte, die ebenso wie die Zuladung von bis zu 695 Kilogramm die Spitze des Segments darstellen. Variabilität sichern Optionen wie hintere Schiebetüren, Leiterklappe und diverse Konfigurationsmöglichkeiten von Seitenfenstern, Hecktüren und Trennwänden.
Die Preise beginnen bei 20.800 Euro, was sich nicht nur deswegen so wenig anhört, weil es wie bei Nutzfahrzeugen üblich der Netto-Preis ist, sondern auch, weil die Batterie extra zu Buche schlägt, konkret mit 5.300 Euro. Neben Finanzierung oder Leasing kann auch ein so genanntes Splitted-Offer-Angebot gewählt werden, bei dem die Batterie über eine Laufzeit von acht Jahren gemietet wird.
Im übrigen bedeutet 26.100 Euro einen Aufpreis von fast 10.000 Euro gegenüber dem 90-PS-Diesel, gegenüber dem 98-PS-Benziner sogar 11.000. Das, was Peugeot als "etwas höhere Erstinvestition" beschreibt, relativiert sich etwas über die geringeren Betriebskosten, was Steuer (entfällt), Wartung (kein Ölwechsel, Entfall potentieller Reparaturen) und das reine Fahren angeht, wenn wir die vom Hersteller angegebenen weniger als zwei Euro pro 100 Kilometer auch nicht nachvollziehen können, wenn der entsprechende Normverbrauch bei 17,7 kWh liegt und der Strompreis aktuell bei etwa 25 Cent/kWh. Real dürfte das Sparpotential bei etwa 30 Euro pro 1.000 Kilometer liegen.
So dürfte der in Spanien gebaute Partner Electric letztlich vor allem jene ansprechen, die vom Elektroantrieb völlig überzeugt sind und/oder das nach außen kommunizieren wollen: Schließlich ist das Image von Elektroautos gut, Interesse und Akzeptanz in der Bevölkerung sind überdurchschnittlich. Gewerbliche Kunden, die sich für das noch seltene Antriebskonzept entscheiden, demonstrieren ihre Fortschrittlichkeit und die Nachhaltigkeit des Unternehmens auf ebenso einfache wie effektive Art nach außen. Weil sich der E-Partner von Haus aus nur an Details wie dem fehlenden Auspuff und einem kleinen Emblem zu erkennen gibt, liefert Peugeot auf Wunsch einen auffälligen "Full Electric"-Schriftzug auf den vorderen Türen, der die Botschaft en passant kommuniziert.












