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Freitag, 9. Dezember 2022,
ADAC-Vergleich: Bis zu 44 Prozent Aufschlag in fünf Jahren

Enormer Preisanstieg bei Neuwagen

Gefühlt sind Autos in den letzten Jahren deutlich teurer geworden. Auf subjektive Eindrücke sollte man sich nicht verlassen – doch auch die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache: Teils massive Aufschläge zeigt eine ADAC-Aufstellung.
Enormer Preisanstieg bei Neuwagen
ADAC
Die Preise von Neuwagen haben sich in den letzten fünf Jahren
deutlich stärker nach oben bewegt als die allgemeine Inflation
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Neuwagen sind seit dem Jahr 2017 bis zu 44 Prozent teurer geworden. Das zeigt eine ADAC-Untersuchung der Preisentwicklung einiger Modelle in verschiedenen Fahrzeugklassen, bezogen auf den Zeitraum Oktober 2017 bis Juli 2022. So stiegen die Durchschnittspreise von 44.908 Euro auf 53.525 Euro. Das entspricht einer Erhöhung von 19 Prozent. Dagegen lag die Inflation im gleichen Zeitraum bei nur rund acht Prozent.

Die höchsten prozentualen Preissteigerungen gab es in den unteren Klassen. Bei den Kleinstwagen stiegen die Neuwagenpreise um 44 Prozent, bei Kleinwagen um rund 30 Prozent und bei der Unteren Mittelklasse um rund 21 Prozent. Neben Lieferschwierigkeiten, steigender Ausstattung und allgemeinen Aufschlägen geht der Preisanstieg auch zurück auf den Entfall vormals günstiger Einstiegsmodelle. So konnte vor einem Jahr ein Golf mit 90 PS als Basismodell zum Preis von 20.700 Euro bestellt werden, jetzt nur noch mit 130 PS für 29.560 Euro. Der Fiat Tipo mit 100 PS war im Mai 2021 noch ab 17.490 Euro zu haben, mittlerweile ist er nur noch als 130-PS-Hybridversion zum Grundpreis von 28.490 Euro erhältlich.

In der Mittelklasse errechnete der Club Aufschläge von 20,9 Prozent in dem Fünf-Jahres-Zeitraum, in der Oberen Mittelklasse von 18,7 Prozent, und die Oberklasse-Autos waren mit 12,4 Prozent am nahesten an der allgemeinen Preisentwicklung. Welche Modelle in die Auswertung einflossen, teilte der ADAC nicht vollständig mit.

Auch bei Elektrofahrzeugen ergab sich eine Preissteigerung oder eine extrem hohe Einpreisung bei Modellstart, seit mit der Innovationsprämie der staatliche Anteil der Förderung verdoppelt wurde. So verlangt etwa Renault für seinen Kleinstwagen Twingo in der Elektrovariante doppelt so viel wie für den Twingo mit Benziner. Im höheren Preissegment stieg der Preis für den elektrischen Ford Mustang Mach-E innerhalb eines Jahres um rund 10.000 Euro – bei unveränderter Ausstattung von 46.900 Euro auf 56.500 Euro.
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text  Hanno S. Ritter
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