Verkehr & Reise Lesezeit ~ 3 Minuten
ADAC-Test von Autobahn-Parkplätzen
Rastplätze werden immer schlechter

ADAC
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Das Ergebnis fällt dabei nicht besser, sondern schlechter aus: Fast die Hälfte der Rastplätze (46 Prozent) erhält die Bewertung "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Gleichzeitig halbierte sich der Anteil guter Rastplätze nahezu: Er sank von 40 Prozent im Jahr 2022 auf nur noch 18 Prozent. Ein „sehr gut“ erreicht kein einziger Rastplatz. Knapp zwei Drittel der Anlagen haben sich im Vergleich zu 2022 verschlechtert, nur acht Prozent konnten ihr Ergebnis verbessern.
Die größten Defizite zeigten sich bei den Toilettenanlagen: 62 Prozent der Rastplätze erhalten in der Kategorie "Sanitäre Anlagen" die Bewertung "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft". Auf sechs Anlagen musste ein K.O. oder Teil-K.O. aufgrund gesperrter Toiletten ausgesprochen werden. Oft sind aber auch schon grundlegende Funktionen nicht zuverlässig gewährleistet. So fehlen Seifenspender oder sind defekt, Handtrockner funktionieren nicht, Toilettenpapier ist (teilweise) nicht vorhanden und die Sauberkeit lässt vielfach zu wünschen übrig. Auch der bauliche Zustand und die Ausstattung der barrierefreien Toiletten entsprechen oft nicht den Erwartungen. Damit erweisen sich die Sanitäranlagen als zentrale Schwachstelle unbewirtschafteter Rastplätze – sind aber gleichzeitig der häufigste Grund für deren Nutzung.
Die Kategorie "Verkehr und Parken" schnitt mit einem "gut" dagegen insgesamt erneut vergleichsweise positiv ab. Die meisten Rastplätze sind laut ADAC verkehrssicher angelegt. Verbesserungsbedarf besteht jedoch bei den Stellplätzen für Pkw mit Anhängern, Gespanne und Wohnmobile: Auf 38 Prozent der Anlagen fehlen entsprechende Parkmöglichkeiten. Nicht in der Wertung, aber eine auffällige Entwicklung: Auf acht der 50 Rastplätze waren Schrottautos abgestellt.
Die Kategorie "Außenanlagen" erreichte insgesamt nur ein mittleres Niveau. Zwar seien die grundlegenden Einrichtungen vorhanden, heißt es, es mangele jedoch häufig an Aufenthaltsqualität. Spazierwege, Bewegungs- oder Spielflächen sowie ausreichender Lärmschutz fehlen auf vielen Anlagen. Nur zwei der 50 getesteten Rastplätze verfügen über einen Spielplatz und keine der getesteten Anlagen bietet eine Frischwasserversorgung für Wohnmobile.
Auch beim Sicherheitsgefühl besteht Optimierungsbedarf. Insgesamt erreichte diese Kategorie lediglich ein ausreichendes Ergebnis. Defizite zeigen sich vor allem bei der Beleuchtung der Parkflächen, der Einsehbarkeit der Toilettengebäude und der Notrufeinrichtungen. Auf jedem fünften Rastplatz fehlt ein Notruf vollständig. Positiv bewertet der ADAC hingegen, dass auf allen Anlagen Handyempfang vorhanden ist und alle Toilettengebäude nachts beleuchtet werden.
Eine begleitende, nicht näher konkretisierte Nutzerbefragung des ADAC zeigte, dass für die Befragten Sauberkeit der mit Abstand wichtigste Aspekt eines Rastplatzes darstellt. Gleichzeitig wird sie als größtes Problem wahrgenommen. Insgesamt waren 42 Prozent der Befragten sind mit den Gegebenheiten (sehr) unzufrieden – doch immerhin 28 Prozent zeigten sich (sehr) zufrieden.
Der schlechte Zustand der Rastplätze hat aber nicht nur mit den Betreibern, sondern auch mit dem Verhalten seiner Besucher zu tun: Der ADAC dokumentierte auf nahezu jedem Rastplatz unterschiedliche Formen von Vandalismus: von Graffiti über die Zerstörung von Inventar bis hin zum Anbringen von Stickern – letzteres oft so exzessiv, dass Wegbeschilderungen nicht mehr lesbar waren.
Kommentar
Unverständlich, dass die bundeseigene Autobahn GmbH ihre Rastplätze derart mies ausstattet und pflegt. Die Gründe hierfür dürften
vielfältig sein, von Personalmangel über fehlendes Geld bis zum Ziel, Reisende zum (teuren) Besuch an echten Raststätten zu verleiten.
In Zeiten, wo Kameras allüberall zu finden sind, sollten auch Rastplätze entsprechend überwacht werden: Es würde das Sicherheitsgefühl
ebenso stärken wie den Schutz vor Vandalismus. Davon abgesehen, fällt dem Autor kaum ein vernünftiger Grund ein, solche Rastplätze
überhaupt zu nutzen. (hsr)
