archivmeldung Lesezeit ~ 4 Minuten
Optisch entschärftes Kompaktklasse-Modell startet als Fünftürer
Renault Mégane III: Erste Infos, erste Bilder
Nun also wagt sich Generation Nummer Drei ins Haifischbecken der stückzahlgroßen, aber auch hart umkämpften Kompaktklasse, in der nicht nur die deutschen Platzhirsche Golf/Astra/Focus und das französische Duo Peugeot 308 und Citroën C4, sondern auch Fiat Stilo, Toyota Auris, Kia Cee'd und andere mehr um Kundschaft buhlen. In einer Zeit, in der Renault offenbar viel bessere Qualität abliefert als noch vor ein paar Jahren, andererseits in punkto Design ausweislich von Twingo, Clio oder Laguna ein eher nicht so ein glückliches Händchen beweist, durfte man auf die Gestaltung gespannt sein.
Genaugenommen kennt man sie schon seit etlichen Tagen, weil auch Renault zu jenen inzwischen zahlreichen Herstellern gehört, denen Bilder ihrer wichtigsten Neuheiten schon vor der geplanten Veröffentlichung aus den Händen gerieten. So oft, wie dies mittlerweile passiert, müssen die vermeintlichen Pannen allerdings in Richtung Marketing-"Trick" hinterfragt werden.
Wie auch immer: Der neue Mégane macht sich auf diesen ersten, nun auch offiziell vorliegenden, Bildern nicht schlecht. Das erwähnte Heckbürzel ist einem deutlich gefälligeren und mehrheitsfähigen Abschluss gewichen. Die Heckscheibe steht nicht mehr gerade, sondern läuft schräg und mit einer Pfeilung am unteren Ende aus. Praktischer Nebeneffekt: Das Kofferraumvolumen liegt mit 405 Litern nicht nur deutlich über dem bisherigen Niveau (330 Liter), sondern auch am oberen Ende im Wettbewerbsvergleich.
Insgesamt will der Mégane weder so klassen- und zeitlos wie ein Golf sein noch so designbetont wie etwa der neue Lancia Delta. Die großen, nun schräg geteilten Heckleuchten, die schwarzen Aufsätze an den unteren Türkanten und die seitliche Sicke, die sich schwungvoll in den vorderen Kotflügel zieht und auch bei Renault charakterlos auf "Charakterlinie" getauft wurde, sorgen ebenso für eine gewisse Individualität wie die bogenförmige Profilkante, die sich von den A-Säulen über die Motorhaube bis zum vorderen Markenlogo schwingt. Dort allerdings zeigt auch der Mégane, dass es Renault nach wie vor an einem Familiengesicht mit Wiedererkennungswert mangelt.
In der Länge wächst das Auto um neun Zentimeter auf 4,30 Meter, der Radstand folgt dem jedoch nur um 1,5 Zentimeter auf 2,64 Meter. Dennoch bleiben die Überhänge im Rahmen, und vor allem ist Renaults Kompakter nicht schwerer, sondern minimal leichter geworden (minus acht Kilogramm), was in Zeiten, in denen der Benzinverbrauch stark im Fokus steht, ein wichtiges Kriterium ist.
Apropos: Besonders genügsam sind die 1,5-Liter-Diesel, die es künftig mit 90 und 106 PS geben wird. Sie sollen mit 4,5 Litern auskommen. Darüber rangiert der überarbeitete 1,9 dCI (5,1 Liter Verbrauch) mit 130 PS und ab dem kommenden Frühjahr ein Zweiliter-Diesel mit 160 PS.
Bei den Benzinern bildet ein konventioneller 1,6-Liter-Motor die Basis, den es seltsamerweise mit 100 und 110 PS geben wird. Im Februar soll eine E85-taugliche Variante folgen, und noch im Frühjahr ein 1,4-Liter-Triebwerk, das dank Turboaufladung auf 130 PS kommt. Stärkere Versionen, spezielle Sparvarianten, Doppelkupplungsgetriebe oder Allradantrieb hat Renault nicht in petto, dafür bald womöglich das breiteste Programm in dieser Klasse:
Ein besonders sportlicher Dreitürer sind ebenso gesetzt wie Kombi, viertürige Limousine, Coupé-Cabrio und der Van-Ableger Scénic in zwei Größen. Dafür investieren die Franzosen 1,8 Milliarden Euro - was viel klingt, bedeutet eine deutliche Ersparnis gegenüber dem Vorgänger, weil wichtige Komponenten und Technologien vom Laguna übernommen wurden. Die Produktion erfolgt im französischen Douai und im spanischen Palencia, wo der Fünftürer exklusiv gefertigt wird.












