Transparentes Logo trifft ausgeschriebenen Unternehmensname
BMW: Eigener Markenauftritt für das Luxussegment
BMW präsentiert auf der IAA nicht nur jede Menge Autos und Studien, sondern auch einen eigenständigen
Markenauftritt für sein Luxussegment.
BMW
BMW setzt auf einen neuen
Markenauftritt ab der 7er-Reihe
Im Zuge der bevorstehenden Modelloffensive präsentiert BMW zur IAA in Frankfurt erstmals einen neuen Auftritt für das
eigene Luxussegment. Neben der BMW 7er-Reihe werden künftig auch der neue 8er, der neue X7 sowie i8 und der neue i8 Roadster
der umfangreich erweiterten Modellfamilie für das Luxussegment angehören.
Sie treten mit einem neugestalteten Signet auf, das die in Schwarz-Weiß gehaltene Ausführung des vor 100 Jahren erstmals
eingesetzten Hersteller-Logos mit dem ausgeschriebenen Unternehmensnamen Bayerische Motoren Werke kombiniert, so der Autobauer.
Damit schärfe man das Profil und die Positionierung der exklusivsten Fahrzeuge im Portfolio als eigenständige Produktkategorie,
erklärt der Hersteller, die "gemeinsame Identität und Haltung der Topmodelle" spiegele sich darin wider.
Die Änderungen betreffen nur den Markenauftritt, nicht die Fahrzeuge selbst. Sie tragen nach wie vor das weiß-blaue Logo.
Kommentar
Der neue Auftritt überzeugt aus diversen Gründen nicht. Logo und langer Schriftzug gehen schon optisch keine schöne Einheit ein,
der als "Deppen-Leerzeichen" bekannte fehlende Bindestrich stört, und die Fokussierung auf "Motoren" als - leider - aussterbendes
Differenzierungsmerkmal der Autobauer wirkt gestrig. Den Fokus auf den ausgeschriebenen Firmennamen zu setzen, steht zudem im
Kontrast zur sonstigen Kommunikation des Autobauers, der sich jedenfalls bisher immer als BMW bezeichnet - anders als etwa VW, wo
oft von Volkswagen die Rede ist.
Auch die Abgrenzung ab den 7er-Modellen scheint willkürlich, wenn ein M5 oder 6er GT doch teurer und schneller ist als ein
Basis-7er. Erste Fotos zeigen das Logo entgegen der offiziellen Ankündigung überdies nicht in schwarz-weiß, sondern in
weiß-transparent. Wie eine sich selbst andauernd als "Premium" bezeichnende Marke der Kundschaft erklären will, dass Luxus noch
mehr Premium ist, ist unklar - doppelt gemoppelt, sozusagen. Die fehlenden Farben im Logo sollen wohl edler wirken, schaffen aber
letztlich nur Verwirrung. Konsequenterweise müsste sie BMW überall abschaffen, was aber im blau-weißen Bayern sicher schwer
vermittelbar wäre.
Anstatt das normale Logo sachte auf "plain" zu trimmen, sich endlich eine vernünftige, moderne Website programmieren zu lassen
und im Übrigen auf den jahrzehntelang bewährten, nach wie vor hervorragenden Claim "Freude am Fahren" stolz zu sein, verlieren
sich die Marketing-Leute in Kleinkram. Vermutlich haben sie zu viel Budget.
(ak/hsr)
text Hanno S. Ritter
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