Verkehr & Reise Lesezeit ~ 2 Minuten
Luxus-Mercedes an der Spitze, MG verliert
E-Reichweite auf Autobahn: ADAC-Test mit Überraschungen
ADAC
Die Fotostrecke zeigt Detail-Ergebnisse im Überblick
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Simuliert wurde eine Fahrt von München nach Berlin bei durchschnittlich null Grad Außentemperatur. Zur besseren Vergleichbarkeit fand der Test in einem ADAC-Prüflabor auf der Rolle statt. Zugrunde lag der Prozedur eine zuvor real aufgezeichnete Fahrt, die dann in die Prüfstands-Software eingespielt wurde – inklusive Topographie und realistischem Verkehrsgeschehen. Für nicht ganz praxistauglich halten wir indes die offenbar vorgenommene Einstellung von 20 Grad Innenraumtemperatur in den Testfahrzeugen. Über weitere Verbraucher wie Sitzheizung, Licht, Multimedia liegen keine Angaben vor.
Als klarer Gewinner ging der Mercedes-Benz EQS 450+ aus dem Test hervor. Dies lag nicht nur an seiner sehr großen Batterie, sondern interessanterweise auch am niedrigsten Verbrauch aller Modelle: Gerade einmal 20,4 kWh/100km gönnte sich die große und schwere, aber auch sehr aerodynamische Limousine. Der Mercedes erreichte das Ziel in Berlin so ohne Nachladen und mit einer kleinen Restreichweite. Beeindruckend war auch die nachladbare Reichweite von mehr als 300 km in nur 20 Minuten – trotz 400-Volt-Technik.
Auf den Plätzen 2 und 3 landeten der Porsche Taycan und der Lucid Air, gefolgt von VW ID.3 und Tesla Model 3. Der ADAC bezeichnet letztere als "günstigeren Preisklassen" zugehörig – was bei einem Preis von 59.000 Euro für den VW ohne jedes Extra im Vergleich mit dem Luxus-Trio zweifellos richtig ist, aber nicht mit "günstig" zu verwechseln.
Am Ende der Tabelle finden sich bei der Testreichweite der Toyota BZ4X, der MG 4 und der Peugeot 3008, in punkto Verbrauch tragen Volvo ECV40, Renault Scénic und MG 4 die rote Laterne, und als besonders träge beim Nachladen (20 min.) erwiesen sich GWM Ora 07 sowie wiederum Scénic und 3008.
Bei gleich 18 der 25 getesteten E-Modelle liegen die Verbrauchswerte um satte 50 Prozent höher als es die Datenblätter versprechen. Beim Volvo EC40, dem MG4 und dem Ford Capri betragen die Abweichungen sogar 80 Prozent und mehr. Die geringste Abweichung weist der Nio ET5 mit 10 Prozent auf, gefolgt von Porsche Taycan (23%) und Mercedes EQS (25%).
Ein um 70 Prozent erhöhter Verbrauch auf der Autobahn, wie etwa beim Cupra Born, ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer um 70 Prozent reduzierten Reichweite. Die Reichweite reduziert sich in diesem Zahlenbeispiel mathematisch um gut 45 Prozent. Heißt im Falle des Cupra: Als WLTP-Reichweite gibt der Hersteller 594 Kilometer an, im Test wurden daraus nur noch 325.
Vergleichstabellen finden sich in der Fotostrecke.

