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Elektrischer Scherentüren-Roadster mit 500+ PS für 70.000 Euro
Cyberster: MG bringt den ersten E-Roadster
MG
kommt von MG aus China und heißt Cyberster
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Er heißt Cyberster, wurde an sich schon 2023 vorgestellt, ist jetzt aber auch in Deutschland bestellbar. Das 4,35 Meter kurze Auto (Radstand 2,69 Meter) mit seinen auffälligen Scherentüren kommt in zwei Versionen, die sich in Leistung, Ausstattung und Preis unterscheiden, nicht aber in der Akkugröße von 77 kWh. Der "normale" Cyberster mit einem Single-Motor-Layout (340 PS Leistung und 475 Newtonmeter Drehmoment) kommt damit nach der Norm 507 Kilometer weit, der Cyberster mit dem historisch besetzten, gleichwohl billig klingenden Namenszusatz "XPOWER" schafft 443 Kilometer. Im Allrad-Modell arbeiten zwei Motoren mit zusammen 510 PS und 725 Nm.
Die Beschleunigungswerte mit Launch Control gibt MG mit 5,0 bzw. 3,2 Sekunden an, in der entgegengesetzten Richtung sorgt eine Brembo-Bremsanlage im Zusammenspiel mit High-Performance-Reifen von Pirelli für gute Performance. Die sind standardmäßig auf 19 Zoll-Felgen montiert, bei der stärkeren Variante auf 20-Zöllern.
Das Chassis auf Basis der Modular Scalable Platform (MSP) des MG-Mutterkonzerns SAIC Motor weist eine Gewichtsverteilung von 50 : 50 auf und ist mit Doppelquerlenker-Vorder- sowie Fünflenker-Hinterachse ausgestattet. Das je nach Außenlack in rot oder schwarz lieferbare Verdeck öffnet elektrisch in etwa zehn Sekunden bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h, das Gepäckraumvolumen beträgt unabhängig vom Dachstatus überschaubare 249 Liter.
Im fahrerorientierten Innenraum fällt das Auge auf ein digitales Cockpit aus zentralem 10,25-Zoll- sowie zwei seitlich angeordneten 7-Zoll-Displays. Über ein Dutzend Assistenzsysteme sind serienmäßig. Zur Wahl stehen ein rot-schwarzes und ein grau-schwarzes Ambiente.
Dass der Cyberster, den sich MG Motor sozusagen zum 100. Geburtstag der Marke schenkt, nicht ganz günstig ist, liegt auf der Hand. Doch mit 65.000 Euro Basispreis ist die Marke nicht übers Ziel hinaus geschossen, auch wenn man dafür zwei vierzylindrige Mazda MX-5 bekommt. Das gilt erst recht für die 70.000 Euro, die das Allrad-Topmodell mit seinen über 500 PS kostet.
Mit dem ersten Roadster seit den 1990er-Jahren scheint die Marke, die neulich erst mit einem mäßig gestylten Dreigang-Kleinwagen von sich reden machte, dieses Mal in Sachen Image erstaunlich viel richtig zu machen.

