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Sandero Stepway als siebensitziger Kombi
Dacia Jogger: Sympathisches Familienauto ab März 2022
Dacia
Mit dem Jogger (Sandero Kombi) fährt Dacia ein interessantes Auto vor
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Gegenüber dem Sandero-Fünftürer wächst der Jogger in der Länge von knapp 4,10 auf 4,55 Meter, der Radstand von 2,60 auf satte 2,90 Meter. Zum Vergleich: Ein VW Golf Variant misst 4,64 Meter bei einem Radstand von nur 2,67 Metern. Der Jogger ist, soweit erkennbar, bis zur B-Säule identisch zum Sandero Stepway. Es schließt sich ein langes, aber durchaus ansehnliches Heck an, das in der Seitenansicht an den ausgelaufenen Logan MVC erinnert. Die Bodenfreiheit liegt mit 20 Zentimetern nochmals etwas höher als beim Stepway.
Dem trauern nicht wenige Käufer hinterher, speziell angesichts seines immensen Raumangebots. Ganz kann der Jogger dieses nicht bieten, ist aber ebenfalls auf hohe Raumökonomie getrimmt. Dazu trägt wie beim Sandero einerseits die neue CMF-Plattform der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz bei, andererseits der nahezu senkrechte Heckabschluss.
Serienmäßig fährt der Jogger als Fünfsitzer vor, optional gibt es zwei umklappbare Einzelsitze in Reihe 3. In dieser siebensitzigen Konfiguration bleibt ein kleiner Kofferraum von 160 Litern, mit umgeklappter dritter Reihe sind es 565 Liter. Als reiner Fünfsitzer stehen großzügige 708 Liter zur Verfügung, und maximal können satte 1,8 Kubikmeter eingeladen werden. Die Ladekantenhöhe liegt bei gut 66 Zentimetern.
Das Motorenangebot ist überschaubar: Zur Wahl steht ein moderner, aber nur dreizylindriger Turbo-Benziner mit 110 PS Leistung und 200 Newtonmetern Drehmoment aus 1,0 Litern Hubraum. Ihn gibt es auch in einer Flüssiggas-Variante, die auf 100 PS und 170 Nm kommt. Neben dem 50-Liter-Benzintank verfügt die LPG-Ausführung in der Reserveradmulde über ein Gas-Reservoir mit 40 Liter Fassungsvermögen, zusammengenommen gut für eine Norm-Reichweite im vierstelligen Bereich. Die Kraftübertragung übernimmt jeweils ein manuelles Sechsgang-Getriebe, eine CVT-Automatik dürfte folgen.
Für 2023 hat Dacia eine Hybrid-Variante angekündigt, allerdings keinen Plug-in-Hybriden, sondern einen Vollhybriden mit einem 1,2 KWh kleinen Akku. Dacia stellt einen bis zu 40 Prozent geringeren Kraftstoffverbrauch in Aussicht und die Möglichkeit, im Stadtverkehr bis zu 80 Prozent aller Wege rein elektrisch zurücklegen zu können. Technisch handelt es sich um einen 1,6-Liter-Benziner und zwei Elektromotoren.
Der Hybrid wird neu für die Marke sein, die serienmäßigen LED-Scheinwerfer des Jogger sind es jetzt schon. Zur Standardausstattung gehören auch Lichtsensor, Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer und Bremsassistent.
In der Optionsliste finden sich u.a. ein Navi mit 8-Zoll-Display und kabelloser Handy-Anbindung, Rückfahrkamera und Tote-Winkel-Warner, sogar eine elektrische Parkbremse und auch ein schlüsselloses Start- und Zugangssystem, das Renault-typisch mit praktischer Karte im EC-Format anstelle eines großen Schlüssels daherkommt. Pfiffig à la Skoda ist die modulare Dachreling, die sich mit wenigen Handgriffen in einen Dachgepäckträger mit 80 Kilogramm Traglast verwandeln lässt.
Die Einschätzung, dass Dacia mit dem Jogger das siebensitzige Familienfahrzeug neu erfinde, wie Markenchef Denis Le Vot sich zitieren lässt, muss man nicht teilen. Wir sehen im Jogger, der übrigens auf der merkwürdigen IAA in München nächste Woche in natura zu sehen sein wird, ein ansehnliches, alltagstaugliches und vernünftiges Auto, das die Zielgruppe der Familien auch wird bezahlen können. Sympathisch.

