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Freitag, 30. Oktober 2020,
Vizor-Front trifft optimiertes Fahrwerk und unveränderten Innenraum

Facelift Opel Crossland: Das zweite Gesicht

Familienzugehörigkeit ist eine gute Sache. Das weiß man auch bei Opel, wo mit dem Crossland nun das erste Bestandsmodell auf den neuen Front-Look der Marke umgestellt wird. Ansonsten tut sich jedoch kaum etwas.
Opel
Nach dem Mokka B darf nun auch
der Crossland das neue Opel-Gesicht tragen
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Es bleibe nur die Frage, wer jetzt noch einen ähnlich großen, aber wesentlich hässlicheren Crossland X kaufen soll, schrieben wir bei der Vorstellung des neuen Opel Mokka. Prinzipiell bleibt es bei dieser Aussage, aber wir gestehen ein, dass sich der Crossland gemacht hat - früher und stärker als erwartet.

Wesentliches Kennzeichen des nun vorgestellten Facelifts ist die überarbeitete Frontpartie. So trägt nun auch der Crossland den sogenannten Vizor, jenen breiten, aber flachen Kühlergrill-Streifen, den Opel schon zum Standard für alle Pkw in diesem Jahrzehnt erkoren hat. Der schwarze Streifen mit dem neuen, filigraneren Logo lässt das Auto breiter wirken und gibt ihm ein merklich neues Antlitz, zumal die bisherige Version mit dem hohen, aber schmalen Grill genau gegenteilig auftrat.

Neu sind auch der vordere und hintere Unterfahrschutz (in der Topausstattung "Ultimate" silberfarben lackiert), LED-Nebelscheinwerfer (teilweise mit Chromdekor), verchromte Einstiegsleisten für die Ultimate-Modelle sowie das Räderprogramm. Während die Seitenansicht Facelift-typisch unverändert bleibt, hat Opel am Heck die Rückleuchten etwas dunkler eingefärbt. Wer das schwarze Dach bestellt, erhält auch den Bereich zwischen den Leuchten in schwarzer Ausführung.

Darunter, unabhängig von der Farbe, haben die Designer den bisher auslaufenden Blechfalz über die ganze Breite gezogen - eine kleine, aber hoch wirksame Optimierung des Designs, die Opel nicht einmal kommuniziert hat. Natürlich fährt auch der Crossland seinen Namen - wie beim Mokka vom sinnlosen "X"-Zusatz befreit - nun in gesperrt gesetzten Großbuchstaben auf der Heckklappe spazieren.

Den Innenraum scheint Opel beim Facelift vergessen zu haben. Auch im direkten Foto-Vergleich konnten wir keine Unterschiede entdecken. Insbesondere bleibt es bei der manuellen Handbremse und bei den analogen Instrumenten.

In technischer Hinsicht angekündigt sind ein optimiertes Fahrwerk mit neuer Abstimmung von Federung und Dämpfung und eine präzisere Lenkung. Neu im Angebot ist die adaptive Traktionskontrolle "IntelliGrip" mit fünf Fahrmodi von "Normal" über "Schnee", "Gelände/Matsch" und "Sand" bis hin zu ESP Off (bis max. 50 km/h).

Das Motorenprogramm bleibt grundsätzlich unverändert, alle Varianten sind jetzt nach der Abgasnorm EU6d zertifiziert. Neben dem Basismodell mit 83-PS-Saugbenziner und Fünfgang-Getriebe gibt es den 1,2 Turbo mit 110 oder 130 PS, ersteren mit manueller Sechsgangschaltung und letzteren optional auch mit 6-Gang-Wandlerautomatik. Der 1,5-Liter-Diesel leistet nun in der schwächeren Variante 110 statt 102 PS (nur manuelles Getriebe), die Automatik-Ausführung bleibt bei 120 PS. Stärkere Triebwerke, alternative Antriebe oder Allradantrieb sind weiterhin nicht die Sache des Crossland.

Ausgeliefert wird der aufgehübschte Opel Crossland ab Anfang 2021, die Preise dürften sich nur unwesentlich ändern.
Leserbrief Autokiste folgen date  07.10.2020  —  # 13240
text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
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