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Montag, 12. November 2018,
Kleinwagen wird günstiger / Besseres Navi / Diesel entfällt

Nissan begegnet schlechtem Micra-Absatz

Nissan macht den Micra attraktiver, jedenfalls ein bisschen: Mit etwas besserem Preis-/Leistungsverhältnis, kleinen Optimierungen und mehr Multimedia-Ausstattung versucht der Kleinwagen, doch noch ein paar Käufer mehr zu finden.
Nissan begegnet schlechtem Micra-Absatz
Nissan
Äußerlich bleibt der Nissan Micra unverändert,
doch das Preis-/Leistungsverhältnis wird etwas besser
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Seit anderthalb Jahren ist der neue Nissan Micra auf dem Markt. Wie oft haben Sie ihn seither gesehen? Vermutlich kein bis wenige Mal(e), und das liegt anders als bei früheren Micra-Generationen nicht am unscheinbaren Design, sondern an der fehlenden Beliebtheit.

Mit 383 Neuzulassungen im Juli kommt der Micra nicht einmal auf die Hälfte des Suzuki Swift und ist näher am Uralt-Punto als am gealterten Peugeot 208. Selbst ein Renault Clio hat sich mehr als siebeneinhalb Mal so oft verkauft, von Polo/Fiesta/Fabia ganz zu schweigen. Gegenüber dem Vorjahresmonat weist die KBA-Statistik ein Minus von satten 75 Prozent aus, und für den Zeitraum der ersten sieben Monate sieht es mit fast 50 Prozent Rückgang ebenfalls bitter aus.

Nun reagiert Nissan. Zum einen mit der jetzt sowieso obligatorisch notwenigen besseren Abgasnorm - aber nicht mit Euro6d-temp wie bei nahezu allen anderen Herstellern, sondern nur mit 6c, dem unbedingt Notwendigen. Der Diesel entfällt gleichzeitig komplett. Außerdem beginnen die Preise jetzt bei 11.990 Euro, das sind 1.000 Euro weniger als bisher. Allerdings liegt die neue Preisliste noch nicht vor, so dass eventuelle Ausstattungsänderungen ungewiss bleiben. Die weiteren Linien - Nissan hält an der Unübersichtlichkeit von fünf Ausstattungsniveaus plus Dauer-Sondermodell fest - werden ebenfalls günstiger um Werte zwischen 400 und 600 Euro.

In den beiden teuersten Versionen gehört wie bisher das Navigations-System "Nissan Connect" mit 7-Zoll-Bildschirm zum Standard. Es sieht auf den ersten Blick aus wie das gewohnte System, ist aber überarbeitet: Es kommt mit weniger Druckknöpfen aus und verfügt über ein kapazitives Display für Multitouch-Bedienung. Der Startbildschirm ist nun personalisierbar, eine Sprachsteuerung ist auch integriert, und das Kartenmaterial kann drei Jahre lang quartalsweise over-the-air aktualisiert werden. Nissan Connect steht für die günstigeren Linien optional zur Verfügung, der Preis steigt von 650 auf 750 Euro.

Weitere Neuheiten betreffen das Display im Kombiinstrument, das nun zusätzliche Informationen etwa über entgangene Telefonate und SMS-Nachrichten liefert, und die schöner integrierten Sensoren der Einparkhilfe hinten. Serienmäßig an Bord der beiden höchsten Level sind zusätzlich elektrische Fensterheber hinten und ein automatisch abblendender Rückspiegel. Das Topmodell "Tekna" fährt optional auch mit LED-Nebelscheinwerfern vor, die allerdings mit 600 Euro nicht segmentgerecht eingepreist erscheinen.

Nissan bezeichnet die Änderungen als "Modelljahr 2018", was einerseits sympathisch ist, andererseits aber auch verwirrend: Üblicherweise beginnt für die Branche jetzt das Modelljahr 2019. Wie auch immer: Für grundlegend besseres Standing in der Zulassungsstatistik werden die jetzigen Anpassungen kaum reichen.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB