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Donnerstag, 18. Januar 2018,
Erstmals Investitionen in Osteuropa

BMW baut Testzentrum in Tschechien

Weil die Kapazitäten in den eigenen drei und einem angemieteten Testzentrum nicht mehr ausreichen, wird BMW einen weiteren Standort etablieren – und sich damit erstmals in Osteuropa niederlassen.
BMW baut Testzentrum in Tschechien
BMW
BMW wird ein neues Erprobungszentrum
in der Nähe von Karlsbad in Tschechien bauen
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BMW baut ein neues Erprobungszentrum in der Tschechischen Republik. Das kündigten Vertreter des Autobauers, der tschechischen Regierung und der Region Karlsbad heute in Prag angekündigt.

Das rund 500 Hektar große Areal wird in Sokolov (Falkenau an der Eger) im Regierungsbezirk Karlovarsky Kraj (Karlsbad) entstehen. Es liegt nahe des Grenzübergangs Waldsassen, etwa zweieinhalb Autostunden vom Hauptentwicklungsstandort der BMW Group, dem Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) in München, entfernt. Die Inbetriebnahme ist für Anfang des nächsten Jahrzehnts geplant. BMW kündigte die Schaffung mehrerer hundert Arbeitsplätze an, die Investitionen werden unkonkret mit einen dreistelligen Millionenbetrag beziffert.

Der Fokus in Sokolov soll nach den Worten von Dr. Herbert Grebenc auf der Erprobung von zukunftsweisenden Themen wie Elektrifizierung, Digitalisierung und automatisiertem Fahren liegen, heißt es. Grebenc ist bei BMW u.a. Bereichsleiter Real Estate Management und Konzernsicherheit. Dass die Entscheidung auf einen Standort in der Tschechischen Republik gefallen ist, begründet Grebenc wie folgt: "Wir haben in Sokolov ideale Bedingungen und die Flächen vorgefunden, die wir für Fahrzeugtests benötigen. Dass wir unseren ersten Entwicklungsstandort in Osteuropa errichten werden, eröffnet neue Chancen und ist ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte."

Aktuell unterhält BMW drei Erprobungsflächen. Älteste ist das Gelände in Aschheim bei München, das 1971 eröffnet wurde. 1986 folgte ein Zentrum im französischen Miramas, 2006 der Stützpunkt in Arpjelog, Nordschweden. Zudem nutzt BMW seit gut zwei Jahren als temporärer Mieter Teile des Flughafens Hof-Plauen für Fahrzeugtests.

Weil diese Kapazitäten nicht mehr ausreichen, haben die Münchner mögliche Flächen in Deutschland und im benachbarten Ausland geprüft. Nach zweieinhalbjährigen Verhandlungen konnte nun die Einigung mit den Tschechen erzielt werden. Die Region um Sokolov befindet sich im strukturellen Wandel - der Bergbau ist rückläufig - und suchte dringend nach Investoren, die Geld und Jobs bringen.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
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