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Montag, 23. Oktober 2017,
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Stufenlose Anpassung der Licht-Reichweite an Verkehrssituation

Mercedes bringt adaptiven Fernlicht-Assistenten

Siehe Bildunterschrift
Mercedes führt einen Daimler
adaptiven Fernlichtassistenten ein
Zu den Assistenzsystemen in der kommenden Mercedes E-Klasse und der überarbeiteten S-Klasse wird auch ein neuer, adaptiver Fernlichtassistent gehören. Der Name deutet es an: Im Unterschied zu bekannten Systemen erfolgt der Übergang von Abblend- zu Fernlicht weitgehend fließend. Die neue Technik soll die Lichtverteilung so regeln, wie es die Verkehrssituation erlaubt. Ziel ist, dem Autofahrer stets die optimale Leuchtweite zur Verfügung zu stellen, sodass er den Straßenverlauf, Fußgänger oder Gefahrenstellen besser und früher erkennen kann.

Die Reichweite des Abblendlichts kann sich deshalb von rund 65 auf bis zu 300 Meter erhöhen - ohne andere Autofahrer zu blenden. Erkennt das System entgegenkommende oder vorausfahrende Autos, passt es die Leuchtweite kontinuierlich dem Abstand an, sodass der Scheinwerferkegel vor den Fahrzeugen endet. Zusätzlich berücksichtigt die Elektronik den Lenkwinkel, um die Scheinwerfer in engen Kurven abzublenden. Bei freier Strecke schaltet das System mit einem weichen Übergang auf Fernlicht um.

In Praxistests hat Mercedes das erwartete Plus an Sicherheit bestätigen können: Fußgängerpuppen, die am Straßenrand aufgestellt waren, wurden trotz Gegenverkehr schon aus einer Entfernung von rund 260 Metern erkannt - rund 150 Meter früher als mit dem herkömmlichen Abblendlicht.

Die Technologie basiert auf einer Kamera an der Innenseite der Frontscheibe, die das Verkehrsgeschehen vor dem Auto beobachtet und dabei andere Fahrzeuge und deren Entfernung erkennen kann. Daraufhin wird die Leuchtweite der variabel regelbaren Bi-Xenon-Scheinwerfer kontinuierlich je nach Abstand des vorausfahrenden oder entgegenkommenden Autos angepasst. Das System sendet alle 40 Millisekunden neue Daten an die Scheinwerfer.

Das Problem, das viele Fahrer das Fernlicht völlig ignorieren oder vergessen, beseitigt aber auch die neue Technik nur teilweise: Der Autofahrer muss das System mit dem Multifunktionshebel am Lenkrad aktivieren. Die bisherige Position "Fernlicht" wird zum Fernlicht-Assistenten - so, wie die frühere Scheibenwischer-Intervallschaltung zur Regensensor-Aktivierung genutzt wird. Der Fernlicht-Assistent funktioniert laut Mercedes aber nur in der Lichtschalter-Stellung "Auto", was für Dauerlicht-Fahrer oder jene, die den Lichtsensor als zu spät reagierend empfinden, unglücklich erscheint. Die Mindestgeschwindigkeit beträgt 55 km/h.

Mercedes wird das neue System ab Frühjahr 2009 anbieten, wobei die neue E-Klasse oder die modellgepflegte S-Klasse den Start machen dürfte. Es wird stets gekoppelt an das sogenannte "Intelligent Light System", das fünf verschiedene Bi-Xenon-Lichtfunktionen bietet.

Der erste Fernlicht-Assistent, entwickelt vom US-Zulieferer Gentex, ist schon seit Herbst 2005 bei BMW zu haben. Dieses System erkennt ebenfalls vorausfahrende und entgegenkommende Fahrzeuge; es schaltet das Fernlicht aber nur an und aus.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 24.09.2008  —  # 7458
text Hanno S. Ritter
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