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Dienstag, 12. Dezember 2017,
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Neues Assistenzsystem kommt 2009

Mercedes: Attention Assist warnt künftig vor Übermüdung

Siehe Bildunterschrift
Bild anklicken für Großansicht Ab 2009: Mercedes
"Attention Assist"
Daimler
Ein System, das den Fahrer auf seine Müdigkeit und Aufmerksamkeit überwacht, kann man bei Volvo bereits bestellen, viele andere Hersteller entwickeln ebenfalls daran. Bei Mercedes etwa hat jetzt die letzte Erprobungsphase des Assistenzsystems begonnen. Es wird 2009 in Serie gehen, vermutlich als "Attention Assist" in der nächsten E-Klasse. Anders als andere Verfahren zur Müdigkeitserkennung verzichtet das Mercedes-System auf Kameras, um etwa die Lidschläge des Fahrers zu erfassen. Vielmehr wertet es eine Reihe von Indikatoren aus, um die Aufmerksamkeit von Autofahrern zu beurteilen und den gleitenden Übergang vom Wachzustand zur Ermüdung zu erkennen.

Bei jeder Fahrt beobachtet der "Attention Assist" permanent typische Verhaltensmuster des Autolenkers und ermittelt ein individuelles Fahrerprofil, das als Grundlage für die Müdigkeitserkennung dient. Bei signifikanten Abweichungen von den gespeicherten Erfahrungswerten stellt das System fest, ob Anzeichen für eine beginnende Müdigkeit vorliegen oder nicht. Ob und wann der Autofahrer gewarnt wird, hängt auch von der jeweiligen Tageszeit, der Fahrtdauer und der Fahrweise ab.

Zu den von der Müdigkeitserkennung erfassten Messgrößen gehören neben der Geschwindigkeit und der Längs- und Querbeschleunigung auch die Lenkradwinkel, die Blinker- und Pedalbetätigungen sowie bestimmte Bedienhandlungen und äußere Einflüsse wie Seitenwind oder Fahrbahnunebenheiten. Als besonders aussagekräftig hat sich die Beobachtung des Lenkverhaltens erwiesen: Übermüdete Autofahrer fallen durch eine Folge typischer Lenkradbewegungen auf, die anschließend sofort wieder korrigiert werden.

Die Elektronik erkennt solche Anzeichen; sie warnt den Autofahrer frühzeitig, wenn sich sein Lenkverhalten verändert und gleichzeitig auch andere Indikatoren auf eine beginnende Übermüdung hinweisen. In diesem Fall ertönt ein Warnsignal, und ein Symbol im Kombi-Instrument weist darauf hin, Pause zu machen.

Die Entwicklung des Assistenzsystems begann mit einer Versuchsreihe im Berliner Fahrsimulator. Es folgten Tag- und Nachtfahrten auf Autobahnen, an denen bis heute über 420 Testpersonen teilnahmen. Sie legten bisher insgesamt mehr als 500.000 Kilometer zurück. Der Serieneinsatz soll 2009 erfolgen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 13.12.2007  —  # 6765
text Hanno S. Ritter
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