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Sonntag, 17. Dezember 2017,
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Markteinführung des »Robust« erst ab Ende 2009

IAA: VW zeigt Pickup-Studie

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VW Pickup
Volkswagen
Ob er wirklich "Robust" heißen wird, ist offiziell noch nicht bekannt – wie er aussieht, jetzt schon, jedenfalls weitgehend: Über dreieinhalb Jahre nach der ersten Ankündigung hat Volkswagen Nutzfahrzeuge im Vorfeld der IAA in Hannover endlich den neuen Pick-up als vierte Baureihe ins Rampenlicht gefahren. Groß und bullig steht er da, der neue VW-Pickup - und folgt damit dem Trend dieser Fahrzeuggattung. Irgendetwas Wesentliches anders zu machen als die überwiegend fernöstlichen Konkurrenten stand nicht zur Debatte, auch wenn die VW-Mannen das Auto im Grundsatz komplett neu entwickelt haben.

5,18 Meter lang ist die Studie und rund 1,90 Meter breit. Die Ladefläche hinter der viertürigen Doppelkabine misst 1,55 Meter in der Länge und kann es mit Euro-Paletten auch quer aufnehmen. Das Design bietet keine Überraschungen. An der Front setzt der Pickup auf die neue, betont waagerechte Linie von VW, wie man sie auch an Scirocco und Golf VI findet. Dies gilt sowohl für den eigentlichen Kühlergrill als auch die Scheinwerfer und den Lufteinlass in der Frontschürze.

Für besonders erwähnenswert hält VW außerdem die "Charakterlinie" oberhalb der Türgriffe, weil sie sich - und das ist eher untypisch für die Fahrzeuggattung - mit Ausnahme der breiten C-Säule komplett über die seitliche Silhouette zieht. Pickup-typisch sind dagegen die dicken Radhausverbreiterungen, die massive Ladewand am Heck und die recht kleinen, rechteckig-vertikalen Rückleuchten. Schade: Spiegelblinker sind nicht vorgesehen, und die Tankklappe sitzt auf der für Rechtsverkehr-Länder falschen - linken - Seite.

Für Vortrieb des Allradlers werden unter anderem die neuen Common-Rail-Diesel sorgen; auch ist der Einsatz eines Benzin-Direkteinspritzers vorgesehen. Die Kraftübertragung werden manuelle Sechsganggetriebe erledigen.

Die Studie ist als SAR-Fahrzeug (Search And Rescue) ausgelegt. So gibt es einen besonders flachen Blaulicht-Dachbalken mit LED-Technik und Blaulicht-Einsätze in den vorderen Scheinwerfern; das Serienmodell wird dort die Blinker beherbergen, die bei der Studie in die Nebelscheinwerfer integriert sind. Im vorderen Stoßfänger befindet sich zudem eine Seilwinde. In den Seitenwänden der Ladefläche sind Rettungswesten und -bojen, Lampen, Wurfleinen, Feuerlöscher, Decken und - in der Heckklappe - ein Werkzeugset integriert.

Der Innenraum ist sachlich, funktional und in der Tendenz ein bisschen spartanisch eingerichtet. Denkt man sich Studien-spezifische Details wie die Funkgeräte, die Knöpfe für den Dachbalken und die salzwassserresistenten, per Reißverschluss abnehmbaren Neopren-Sitzbezüge weg und ersetzt Klimabedieneinheit und Instrumente durch Pendants in gewöhnlicher Gestaltung, hat man die spätere Serienform schon deutlich vor Augen. Auffallend sind die runden Luftausströmer ohne sichtbare Verstellknöpfe, das große Handschuhfach und das hängend ausgeführte Gaspedal.

Ursprünglich wollte VW den Pickup in Hannover bauen. Bereits im März 2005 hatte das Unternehmen diese Pläne angekündigt; der Robust sollte als Ersatz für den nie realisierten Microbus herhalten. Vor gut zwei Monaten wurde das Aus bekannt. Vor dem Hintergrund weltweit steigender Spritpreise und einer eher abnehmenden Nachfrage nach solchen Autos wird die Produktion nun ausschließlich im argentinischen Werk angesiedelt; Hannover erhält Ersatzaufträge - mutmaßlich aus der Endmontage des gefragten Caddy.

Verkauft werden soll der Pick-up nach jetzigen Plänen nicht nur in Südamerika, Südafrika und Australien, sondern auch in Europa. Bis dahin aber wird noch viel Wasser die Leine herunterfließen: Ende 2009 geht es los, frühestens.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 23.09.2008  —  # 7455
text Hanno S. Ritter
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