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Montag, 11. Dezember 2017,
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ESP für Nutzfahrzeuge ist ein entscheidender Sicherheitsgewinn

Ab Dezember: Telligent-Stabilitätsregelung für Mercedes Actros-Reihe

Siehe Bildunterschrift
ESP wirkt - in Maßen - wie zusätzliche © DaimlerChrysler AG
Stützräder: Actros mit Auflieger bei Fahrversuchen
Für die Mercedes-Benz Actros-Sattelzugmaschinen wird ab Dezember 2001 die Telligent-Stabilitätsregelung angeboten. Damit kann das bei Personenwagen unter dem Namen ESP bekannt gewordene Sicherheitssystem erstmals auch für Serien-Lkw geordert werden. Die Telligent-Stabilitätsregelung erkennt drohende Instabilitäten wie Ausbrechen oder Schleudern im voraus und wirkt diesen Fahrinstabilitäten durch gezielte Eingriffe des Bremssystems entgegen. Das Fahrzeug bleibt auch bei schwierigen Ausweichmanövern, Gefahrensituationen in Kurven oder zu schnell durchfahrenen Autobahnausfahrten beherrschbar und stabil.

Die Telligent-Stabilitätsregelung nutzt die Komponenten des Telligent-Bremssystems, ergänzt um zusätzliche Sensoren und speziell entwickelte Rechner-Software; sie ist bei allen Fahrzuständen permanent einsatzbereit. Dabei korrigiert das System im Rahmen der physikalischen Grenzen sowohl Fahrfehler als auch Schleuderbewegungen, bei denen der Fahrer normalerweise kaum noch eine Chance hat, sein Fahrzeug in der Spur zu halten. Die Regellogik greift auf ABS und ASR im Telligent-Bremssystem zurück, ergänzt durch Sensoren, die im wesentlichen für die Berechnung bzw. Sensierung der Fahrzeugbewegung und des Fahrerwunsches erforderlich sind. Gemessen werden die Gierwinkelgeschwindigkeit, Lenkradwinkel, Querbeschleunigung, Raddrehzahlen und der Bremsdruck.

Anhand der Daten berechnet die Elektronik Sollwerte der Fahrzeugbewegung. Der Fahrdynamik-Computer vergleicht das reale Fahrzeugverhalten ständig mit den errechneten Sollwerten. Weicht das Auto von der vom Fahrer vorgegebenen "Ideallinie" ab, greift das System blitzschnell ein und bringt das Fahrzeug entweder durch genau dosierten Bremseneingriff an einem oder mehreren Rädern und/oder durch situationsrichtige Anpassung des Motordrehmoments wieder auf den richtigen Kurs. Eine weitere nutzfahrzeugspezifische Weiterentwicklung des ESP speziell für Nutzfahrzeuge ist die weitgehende Absicherung gegen das Umkippen, einer sehr typischen Gefahrsituation, besonders im Bereich von Autobahnausfahrten. Hierfür wurde die "Roll Over Stability Control" entwickelt. Durch permanente Auswertung der in der Telligent-Stabilitätsregelung und im Telligent-Bremssystem verfügbaren Daten lässt sich die Kippgrenze eines Aufliegers frühzeitig ermitteln und durch gezielte Regeleingriffe in das Motor-Management die Kippneigung unterbinden.

Mit der "Telligent-Abstandsregelung" und dem "Spurassistent" hat Daimler-Chrysler im vergangenen Jahr bereits zwei Assistenz-Systeme am Markt eingeführt, mit denen die Nutzfahrzeugsicherheit und der Schutz der Verkehrspartner deutlich verbessert werden. Das System wird in Deutschland als Option zum Preis von 2.000 Euro angeboten. Schade, dasss Mercedes sich nicht gleich zu einem serienmäßigen Einsatz entscheiden konnte - hat ein 40-Tonner ESP nicht mindestens so nötig wie die kleine und deutlich günstigere A-Klasse?
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 08.11.2001  —  # 0834
text Hanno S. Ritter
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