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Donnerstag, 19. Oktober 2017,
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Vernetzte Fahrassistenzsysteme sind die Zukunft

Bosch entwickelt virtuellen Radar-Sicherheitsgürtel ums Fahrzeug

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Körperliche Unversehrtheit ist ein kostbares Gut - aus diesem Grund sind Automobilindustrie und Zulieferer seit langem sehr engagiert bei der Entwicklung von aktiven und passiven Sicherheitssystemen, mit denen sich Unfälle im besten Fall ganz vermeiden lassen. Ein wichtiger Aspekt dabei ist die Fähigkeit des Fahrzeugs, seine Umgebung wahrzunehmen und gefährliche Situationen zu erkennen. Bosch beispielsweise entwickelt hochempfindliche Sensoren zur Fahrzeugumfelderfassung und leistungsfähige Steuergeräte für die Interpretation und Auswertung der Daten - und rückt damit die Realisierung des "sensitiven" Fahrzeugs in greifbare Nähe.

Zu den bereits bekannten Fahrerassistenzsystemen von Bosch gehören der Parkpilot, der mit Hilfe von Ultraschallsensoren in der Stoßstange den Nahbereich bis 1,5 Meter überwacht, und die adaptive Geschwindigkeitsregelung ACC (Adaptive Cruise Control), die Informationen aus mehr als 100 Metern Distanz auswertet. Diese erhält das System von Long-Range-Radar-Sensoren (LRR) mit Arbeitsfrequenzen von 77 Gigahertz. Die Informationen werden entweder dazu benutzt, den Fahrer bei zu dichtem Auffahren zu warnen oder automatisch den Sicherheitsabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einzuhalten.

Für 2003 plant Bosch nach eigenen Angaben die Serieneinführung des Short-Range-Radars (SRR), dessen Sensor im Frequenzbereich von 24 Gigahertz arbeitet und einen virtuellen "Sicherheitsgürtel" um das Fahrzeug bildet. Diese Signale können den Fahrer vor zahlreichen Gefahrensituationen warnen, zum Beispiel vor einem Fahrzeug im toten Winkel.

Doch die Vision geht weiter: Etwa zwei Jahre später würden für die Umfelderfassung auch Videosensoren eingesetzt. In der einfachsten Form ist die Videosensorik im Heckbereich als Einpark- und Rückfahrhilfe denkbar. Einen höheren Nutzen bietet eine solche Kamera, wenn die erfassten Objekte per Bildverarbeitung interpretiert werden und der Fahrer in kritischen Situationen gewarnt wird - beispielsweise wenn ein beabsichtigter Spurwechsel wegen eines auf der Überholspur sich rasch nähernden Fahrzeugs gefährlich wäre.

Beim Blick nach vorne liefert die Videokamera Informationen, mit denen das Fahrerassistenzsystem nicht nur die Entfernung zu einem Objekt misst, sondern dieses auch klassifiziert. Darüber hinaus realisiert Bosch neue Funktionen wie Fahrspur-Erkennung - mit Warnung bei unbeabsichtigtem Verlassen der Spur - oder Verkehrszeichenerkennung. Nicht zuletzt lässt sich mit dieser Kamera auch ein Nachtsichtsystem realisieren.

Das "sensitive" Auto, wie die Stuttgarter es nennen, nimmt auch das Innere des Fahrzeugs wahr, um Airbags und Gurtstraffer situations- und bedarfsgerecht auszulösen. Für die Sitzbelegungserkennung hat Bosch im ersten Schritt eine Matte mit druckempfindlichen Sensoren entwickelt. Diese ermittelt das relative Druckprofil und errechnet daraus indirekt die Gewichtsklasse der betreffenden Person. Parallel dazu entwickelt Bosch ein System, das - basierend auf der Information von vier in der Sitzunterkonstruktion angebrachten Verformungssensoren - die absolute Gewichtsbestimmung zulässt. Diese zusätzlichen Informationen erleichtern beispielsweise die Unterscheidung zwischen einem Erwachsenen, für den der Airbag komplett aktiviert wird, und einem Kind, bei dem er gar nicht oder nur sanft geöffnet werden darf.

Parallel dazu wird ein Ultraschall-basiertes System entwickelt, das die Informationen der Sitzauflage ergänzt und die situationsgerechte Airbag-Auslösung optimiert: Im Dachmodul montierte Sensoren ermitteln den Abstand der Insassen zum Armaturenbrett sowie die Sitzhaltung. Ist die Person in einer ungünstigen Position, wird der Airbag nicht oder nur einstufig aktiviert. Die Serieneinführung dieses Systems ist für 2002 geplant.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 02.08.2001  —  # 0610
text Hanno S. Ritter
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