Zahlen und Tendenzen in der Übersicht

Unfallstatistik September 2016: Mehr Tote und Verletzte

Mehr Verletzte und mehr Getötete melden die Statistiker für den September 2016. Dass unter dem Strich immer noch gute Tendenzen stehen, geht primär auf das schlechte Wetter zurück, den für Motorradfahrer größten Glücksfall.
Unfallstatistik September 2016: Mehr Tote und Verletzte
ACE
Im September 2016 gab es zwei Prozent
mehr Verkehrstote als im Vorjahresmonat
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322 Menschen starben im September 2016 im Straßenverkehr. Das sind sechs Personen oder zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Montag in Wiesbaden weiter mitteilte, stieg auch die Zahl der Verletzten an, und zwar um knapp zehn Prozent auf etwa 39.000 Personen. Angaben zum monatlichen Unfallgeschehen macht die Behörde anders als früher nicht mehr regelmäßig.

Die Drei-Viertel-Jahresbilanz schließt vorläufig mit 297.800 Verletzten und 2.428 Verkehrstoten. Während die Zahl der Verletzten um 1,0 Prozent leicht anstieg, ging die Zahl der getöteten um 6,4 Prozent zurück. Ein Großteil darauf lässt sich auf das schlechte Wetter zurückführen, bei dem langsamer, vor allem aber allgemein weniger und speziell von Zweiradfahrern deutlich weniger gefahren wird. So zeigt eine genauere Auswertung mit den Zahlen bis August bereits 22 Prozent weniger getötete Kraftradfahrer, das sind 109 Personen - von 165 bis einschließlich September.

Seit Jahresanfang registrierte die Polizei rund 1,89 Millionen Unfälle, ein Plus von 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Darunter waren rund 232.100 Unfälle mit Personenschaden (+ 1,0 %) und 1,66 Millionen reine Sachschaden-Crashs (+ 3,0 %).

Bezogen auf die Verkehrstoten im Rumpfjahr kann statistisch jedes zweite Bundesland mit einer positiven Tendenz glänzen, vor allem Brandenburg und Rheinland-Pfalz kommen auf je rund ein Viertel Rückgang. In drei weiteren Ländern ergibt sich keine Veränderung zum Vorjahr, die restlichen fünf melden Negativ-Verläufe; Spitzenreiter sind hier Hamburg und Berlin.
Grundsätze der Unfallstatistik
Zu beachten ist, dass es sich um vorläufige Zahlen handelt, die auf den von den Polizeibehörden tatsächlich gemeldeten Fällen und einer statistisch hochgerechneten Zahl an Nachmeldungen und Nachstreichungen basiert, so dass die oben genannten Zahlen nicht mit den etwa im Vorjahr für den gleichen Monat gemeldeten Werten vergleichbar sind; auch die errechnete Tendenz kann abweichen, da diese bei den Vorjahreszahlen die endgültige Höhe berücksichtigt. Nachträgliche Korrekturen nach unten gibt es ebenfalls, etwa weil sich herausstellt, dass der Unfall nicht auf einer öffentlichen Straße passierte oder der Beteiligte beispielsweise durch einen Herzinfarkt bereits kurz vor dem Crash gestorben war.

Die Statistik erfasst all jene Opfer, die bei Unfällen auf Deutschlands öffentlichen Straßen verunglückt sind, unabhängig von ihrer Nationalität. Deutsche Staatsbürger, die im Ausland ums Leben kamen, werden nicht erfasst. Verletzte, die innerhalb von dreißig Tagen nach dem Unfall sterben, werden als Verkehrstote registriert, nicht jedoch Suizid-Fälle.
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Redaktion: Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB