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Mittwoch, 18. Oktober 2017,
Emissionen und Verbrauch sinken ohne Leistungseinbußen

Passat-Rückruf im Test höchst erfolgreich

Beim Rückruf des VW Amarok im Diesel-Skandal gab es nach Messung einer Autozeitschrift Nachteile beim Verbrauch. Nun liegt eine erste Gegenüberstellung für die Passat-Nachbesserung vor – die genau gegenteilig ausfällt. Es könnte die Wende sein.
Passat-Rückruf im Test höchst erfolgreich
Zerha/Auto Zeitung
Nicht nur sauberer, sondern auch sparsamer
waren die umgerüsteten VW Passat im Test der Auto Zeitung
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Die Kollegen der Auto Zeitung (Bauer Media Group) haben die jetzt vom Kraftfahrt-Bundesamt freigegebene Nachrüst-Lösung für den VW Passat einem ersten Test unterzogen. Dazu wurden zwei baugleiche Passat mit dem TDI-Motor EA 189 (Version mit 140 PS) einem Vorher-/Nachher-Vergleich unterzogen. Eines der Fahrzeuge stellte VW zur Verfügung, das andere besorgte sich die Redaktion von einem Gebrauchtwagenhändler.

Die Messungen erfolgten unter realistischen Bedingungen im Straßenverkehr im sogenannten PEMS-Verfahren. Dazu wurden die Passat mehrfach über eine knapp 100 Kilometer lange Strecke rund um Köln geschickt. Ziel war es, herauszufinden, ob der NOx-Grenzwert nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch im Fahrbetrieb auf der Straße eingehalten wird.

Im Ergebnis verringerte sich der NOx-Ausstoß durch die neue Software um elf bis 22 Prozent. Im derzeit gesetzlichen vorgeschriebenen NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus; Rollenprüfstand) unterboten die beiden Fahrzeuge mit der neuen Software die gesetzliche Vorgabe von 180 mg/km (für Euro-5-Fahrzeuge) mit einem Messwert von unter 150 Milligramm pro Kilometer.

Noch interessanter erscheinen die Nebenwirkungen: Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h absolvierten beide Fahrzeuge um ein Zehntel schneller als mit der bisherigen Schummel-Software, die Geräuschmessungen waren unauffällig, und der Verbrauch sank sogar. Nach Angaben der Auto Zeitung wurden 0,5 bis 0,7 Liter weniger Dieselkonsum ermittelt, bei beiden Fahrzeugen.

Sollte sich dieses Ergebnis in anderen Tests und auch für die Modelle mit 143 oder 177 PS bestätigen, dürfte sich der Himmel über Wolfsburg für den Autobauer deutlich aufhellen - weil die Kunden zufriedener werden und weil unter diesen Voraussetzungen rechtliche Schritte gegen VW kaum noch erfolgversprechend erscheinen.
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text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB