SUV mit neuer Frontpartie und neuen Ausstattungen

Ford Kuga: Facelift kommt Anfang 2017

Nicht auf dem Genfer Autosalon, sondern auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Ford seine aktuell wichtigste Auto-Neuheit vorgestellt: Der Kuga bekommt ein Facelift. Wie so oft bei Ford, kommt die Ankündigung aber reichlich früh – und sind manche Details enttäuschend.
Ford
Facelift, aber erst 2017: Ford gleicht
den Kuga-Look dem des größeren Edge an
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102.000 Kuga habe man in Europa 2015 verkauft, vermeldet Ford dieser Tage stolz. Kein schlechter Wert, in der Tat, und doch nicht überzeugend für einen Volumenhersteller im angesagten SUV-Umfeld. Die Gründe hierfür sind sicher mannigfaltiger Natur, können aber auch recht kurz auf die Punkte Design, Interieur und Markenimage reduziert werden.

Zumindest den ersten beiden haben sich die Kölner nun gewidmet. Der Kuga soll künftig nicht mehr so brav und bieder daherkommen, sondern so bullig und selbstbewusst wie die Konkurrenz. Mittel zum Zweck ist zuvorderst eine neu gezeichnete Frontpartie, bei welcher der größere Kühlergrill nicht mehr unten und der kleinere oben sitzt, sondern es sich genau andersherum darstellt. Der trapezfömige Lufteinlass wirkt zweifellos satter als bisher, erinnert dabei stark einerseits an den Ford Edge und andererseits an die neueren Hyundai-SUV. Die Scheinwerfer tragen ein neues Innenleben und beherbergen nun soweit ersichtlich auch den bisher tief unten in der Frontschürze beheimateten Blinker.

Gespart hat Ford dagegen an der Bestückung: Zwar gibt es nun LED-Tagfahrlicht, aber nicht im Basismodell - das können anderswo Kleinstwagen der 10.000-Euro-Klasse besser. Zudem gibt es fortan zwar ein verbessertes Xenon-Licht mit sieben verschiedenen Lichtmodi, doch das eigentlich erwartete Voll-LED-Licht kann der Kuga auch in der zweiten Lebenshälfte nicht bieten. Selbst die Heckleuchten mit ihrem eckiger gestalteten Innenbereich sind grundsätzlich tatsächlich noch immer mit "Glühobst" ausgestattet, die "sportlich-markante Optik", von der die Presseleute in diesem Zusammenhang schwärmen, also reines Wunschdenken.

Immerhin hat Ford die aufgesetzte Leiste an der Heckklappe durch eine optisch stimmigere Lösung ersetzt, dabei aber der Heckklappe tatsächlich eine zweite Ansatzkante aufgedrückt. Andere Hersteller schaffen das ohne. Neu sind außerdem die Räderdesigns, wobei maximal 19 Zoll große Alus angeboten werden, sowie zwei Außenfarben ("Mamba-Grün" und "Torino-Braun"). Die hohe Bodenfreiheit behält Ford bei, ebenso die aufgesetzten Scheinwerferwaschdüsen, die hohe Dachreling, den breiten schwarzen Rand der Heckscheibe und die Griffmulde an der Kofferraumklappe.

Das Interieur hat Ford nach dem Vorbild anderer Baureihen um die Schalterwüste bereinigt, was dem optischen Eindruck zweifellos gut tut. Der massig wirkende Instrumententräger bleibt erhalten, auch bekommen die Instrumente selbst keine Überarbeitung. Besonders stolz sind die Kölner auf die inzwischen bereits dritte Generation ihres Infotainmentsystems "SYNC", deren Vorstellung auch der Grund für die Premiere in Barcelona ist. Merkmale sind eine deutlich erhöhte Systemleistung, eine einfachere Bedienung, eine optimierte Sprachsteuerung, die Unterstützung zusätzlicher Apps und die Integration von Apple CarPlay und Android Auto. Der Touchscreen bleibt bei acht Zoll Größe. Die wesentliche Änderung ist indes unsichtbar: SYNC 3 basiert nicht mehr auf Microsoft-Technik, sondern ist "powered by" Blackberry.

Nachgelegt hat Ford in Sachen Ausstattungen. So gibt es künftig serienmäßig eine elektrische Handbremse, was Komfort und Platzangebot auf dem Mitteltunnel befördert. Neu bei den Optionen sind der programmierbare "MyKey"-Schlüssel, die Lenkradheizung und die Anhängerkupplung, die künftig nicht mehr abnehmbar, sondern elektrisch versenkbar ist. der Parkassistent wird um eine Funktion zum Quereinparken erweitert, auch ein Ausparkassistent mit Überwachung des rückwärtigen Querverkehrs wird angeboten. Der Einsatzbereich des "Active City Stop" wird von 30 auf 50 km/h erweitert.

Noch ein Blick auf die Motorisierungen: Einzige Änderung ist die Einführung des 1,5-Liter-Diesels mit 120 PS als Ersatz des gleich starken Zweiliter-Aggregats. Ob die Kunden das freuen wird, darf bezweifelt werden, zumal selbst der Normverbrauch um gerade einmal zwei Zehntel (auf 4,4 Liter) sinkt. Hier bleibt es bei Frontantrieb. Der 2,0 TDCi bleibt weiter mit 150 und 180 PS im Angebot. Bei den Benzinern beginnt und endet das Angebot wie bisher bei 1,5 Litern Hubraum in den Leistungsstufen 120, 150 und 182 PS, hier gibt es nicht einmal kleine Optimierungen.

Zum Schluss die gute und die schlechte Nachricht für Kuga-Interessenten: Preislich erwarten wir keine großen Sprünge, doch die Markteinführung soll erst Anfang 2017 erfolgen.
Weiterempfehlen Leserbrief @Autokiste folgen 23.02.2016  |  # 11784
Redaktion: Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB