Lichtsensor erkennt nur Helligkeit, nicht aber Nebel

Polizei warnt vor Lichtautomatik bei Nebel

Mit Beginn der Herbstsaison reagiert die Polizei auf das Phänomen vermehrt auftretender Fahrzeuge mit unzureichender Beleuchtung und warnt insoweit vor der Nutzung der Lichtautomatik speziell bei Nebel.
Polizei warnt vor Lichtautomatik bei Nebel
Autokiste
Der auf "Auto" aktive Lichtsensor versteht
sich nur auf Helligkeitsmessung, erkennt aber keinen Nebel
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Wenn sich im Herbst die kalten Bodentemperaturen mit feuchter Luft mischen, möchte man als Autofahrer manches Mal lieber dem Tastsinn als den Augen vertrauen – so dicht und undurchdringlich legt sich in diesen Tagen der Nebel über Landschaft und Straßen. Trotz aller Konzentration fallen dem aufmerksamen Fahrzeuglenker dabei immer wieder Verkehrsteilnehmer auf, die mit unzulänglicher oder fehlender Beleuchtung glänzen und überraschend aus einer Nebelwand auftauchen.

Doch nicht immer sitzen in diesen Autos abgelenkte Mütter in der morgendlichen Schulweg-Hektik oder schwitzende Fahranfänger mit Tunnelblick, vielmehr zeichnen sich zunehmend moderne Limousinen und Kombis der passenderweise schwarz und grau getünchten Business-Klasse durch fehlende Lichtsignale in der dicksten Waschküche aus. Meist überbordend ausgestattet mit modernsten Assistenzsystemen, zählt deren Lichtautomatik schon eher zu den langweiligen Seriengimmicks, so dass selbiger – ungeachtet der Witterungsverhältnisse - offenbar kein gesteigertes Interesse mehr zu Teil wird.

Die Krux dabei ist jedoch die schiere technische Unfähigkeit des Lichtsensors, selbst den dichtesten Nebel zu erkennen, wenn gleichzeitig ausreichend Tageslicht auf die Windschutzscheibe fällt. Folglich wird das häufig über aktuellste Lichttechnik verfügende Vehikel auch bei schlechtesten Sichtverhältnissen allenfalls mit Tagfahrlicht durch den Verkehr bewegt - und damit zu einer mehr als unnötigen Gefahr.

Das Unvermögen einiger Fahrer, dieses Defizit durch simples Aktivieren des Abblendlichts auszugleichen, wurde nun auch von der Polizeiinspektion Harburg im Norden Niedersachsens zum Anlass genommen, einen entsprechenden Appell an die Autofahrer zu richten. Demzufolge wurden bei aktuellen Kontrollen diverse Fahrzeuge festgestellt, deren Beleuchtungseinrichtung trotz widriger Sichtverhältnisse lediglich über die "AUTO"-Funktion gesteuert wurde und die demnach ohne Abblend- und (bei den meisten Autos damit auch) ohne Rücklicht unterwegs waren.

Das Assistenzsystem sei durchaus sinnvoll, heißt es weiter, könne jedoch in bestimmten Fällen auch gefährlich sein. Die Polizei rät daher, "die Stellung des Lichtschalters bei Fahrtantritt zu überprüfen und bei Dunkelheit, Dämmerung und weiteren Sichtbehinderung wie zum Beispiel durch Nebel, Regen oder Schneefall das Abblendlicht und damit auch die Rückbeleuchtung einzuschalten."

Wahre Worte, denen man am liebsten reflexartig und saisonbedingt eine Abhandlung über den korrekten Umgang mit der Nebelschlussleuchte anschließen möchte – aber das ist ein anderes Thema ... wie auch die Dämlichkeit mancher Modelle, die statische oder adaptive Fernlicht-Automatik dann wieder nur auf "Auto"-Position zu ermöglichen.
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Redaktion: Wolfgang Schultz
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