archivmeldung Lesezeit ~ 4 Minuten
Viel Ladeplatz und verschiebbare Rückbank / Neun Motoren, auch mit Rußfilter
Der Platz-Hirsch: Das ist der Opel Astra Caravan
Das Design des Astra Caravan bietet keine Überraschungen. Vorne entspricht die Optik exakt der der Limousine. Das verlängerte Heck vertraut ebenfalls auf die neue Formensprache, was konkret eine breite Chromleiste zwischen den Rückleuchten und die fast schon als charakteristisch zu bezeichnende Bügelfalte in der Mitte bedeutet. Die Heckklappe ist weit heruntergezogen, sie wird flankiert von Leuchteinheiten, die ebenfalls das Design des Fünftürers aufnehmen, aber schon aus Platzgründen nicht ganz so auffällig gezeichnet sind. Das dritte Seitenfenster wirkt optisch recht klein, folgt optisch aber weitgehend der Dachlinie. Dort, am Dach, fällt vor allem die gelungene Reling auf, die sehr flach ist und ohne Mittelfestigung auskommt. Je nach Version wird sie in schwarz oder - eleganter - in silberner Lackierung (kein Chrom) geliefert.
Der Radstand wurde um neun Zentimeter gegenüber dem Vorgänger und auch dem Fünftürer auf 2,70 Meter gestreckt, was dem Platzangebot für Fondpassagiere und dem Kofferraum zugute kommt. Wenn es sein muss, schluckt der Astra bis zu 1.570 Liter Gepäck, das ist nicht nur mehr als etwa der Vorgänger (1.500 Liter) oder der kommende Daewoo Nubira Kombi (1.410 Liter) verkraften, sondern auch mehr, als etwa ein T-Modell der Mercedes C-Klasse wegstecken kann (1.354 Liter), das immerhin eine Klasse höher angesiedelt ist. Auch der Passat schafft mit 1.600 Litern nur unwesentlich mehr. In der Standard-Konfiguration beträgt das Volumen 530 Liter unterhalb der Laderaumabdeckung. Rückbank und -lehne sind serienmäßig im Verhältnis 60:40 teilbar, optional auch 40:20:40.
Erstmals in einem Kompaktklasse-Kombi setzt Opel auf eine verschiebbare Rückbank, die allerdings Aufpreis kostet. Dadurch lässt sich die Beinfreiheit von 897 Millimetern um rund vier Zentimeter vergrößert werden. Wer dagegen mehr Ladekapazität benötigt, kann die Fondbank, die einen Verstellweg von insgesamt 10,5 Zentimetern in Längsrichtung besitzt, einfach nach vorne rücken. So ist der Laderaum gegenüber der serienmäßigen Ausführung (1,07 Meter) nochmals um mehr als sechs Zentimeter auf bis zu 1,135 Meter verlängerbar. Ordert man den Beifahrersitz mit umklappbarer Rückenlehne, lässt sich die maximale Ladelänge sogar auf bis zu 2,75 Meter erweitern. Ebenfalls auf Wunsch zu bekommen ist das aus dem Vectra Kombi bekannte FlexOrganizer-System für den Kofferraum, hier teilweise in eloxiertem Aluminium ausgeführt.
Alltagstauglich will der 4,51 Meter lange und 1,75 Meter breite Kombi damit sein, und unterstreicht es durch gerade Seitenwände im Kofferraum, ein seitliches Fach und eines unter dem Laderaumboden sowie eine 12 V-Steckdose und eine Edelstahl-Abdeckung der 58,2 Zentimeter hohen Ladekante, und zwar alles serienmäßig. Auch die Laderaumabdeckung selbst wollen die Ingenieure optimiert haben: Nur ein Fingerdruck soll genügen, um den Sichtschutz selbsttätig und gedämpft aufrollen zu lassen.
Technisch verfügt auch der Caravan über die vom Fünftürer bekannte Technik, etwa das IDS-Fahrwerk, auf Wunsch mit elektronischer Vernetzung diverser Komponenten und manueller Einstellmöglichkeit. Optional gibt es auch hier das Xenon-Kurvenlicht, die Anhänger-Stabilitätskontrolle, Niveauregulierung oder Berganfahr-Assistent.
Noch ein Blick auf die Motoren, die ebenfalls aus der Limousine bekannt sind: Zur Wahl stehen schon ab Verkaufsstart fünf Benziner und vier Diesel-Aggregate zwischen 1,4 und 2,0 Litern Hubraum und zwischen 80 und 200 PS. Alle Motoren erfüllen die EU4-Abgasnorm, zwei der Diesel werden, allerdings nur gegen Aufpreis, auch mit Partikelfilter geliefert. Die Kraftübertragung übernimmt je nach Motorisierung ein manuelles Fünf- oder Sechsganggetriebe, daneben stehen auch eine vierstufige Automatik und das automatisierte Schaltgetriebe Easytronic zur Verfügung (siehe Tabelle).
Preise mag Opel noch nicht verraten, aber allzu lange dürfte das nicht mehr dauern: Premiere feiert der Kombi auf dem heute beginnenden Automobilsalon in Madrid, Bestellungen sollen ab Ende Juni möglich sein. Produktionsstart ist auf Mitte August terminiert. Mit dem neuen Astra Caravan, so Opel-Chef Carl-Peter Forster, wolle man wieder eine führende Rolle bei den kompakten Kombis übernehmen. Das dürfte zu machen sein, nicht nur, weil VW seltsamerweise keinen direkten Konkurrenten mehr stellt.












