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Juni mit durchwachsenem Bild / Zahlen und Tendenzen in der Übersicht

Unfallstatistik 1. Halbjahr 2006: Neun Prozent weniger Getötete

Siehe Bildunterschrift
Neun Prozent Gib acht im Verkehr
weniger Verkehrstote im 1. Halbjahr 2006
Auf den sehr guten Mai folgt ein durchwachsener Juni in der Unfallstatistik. Die Halbjahresbilanz ist aber – bezogen auf die Tendenz – weiterhin erfreulich und lässt gute Jahresergebnisse erwarten.
Nach den heute veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamts wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2.263 Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr getötet; das waren 226 oder 9,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Damit dürfte sich nach Einschätzung der Statistiker der seit langem beobachtete Rückgang bei den Unfalltoten auch in diesem (Gesamt-)Jahr fortsetzen.

Rückläufig waren auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden (- 8,9 Prozent auf rund 144.400) und parallel dazu die der Verletzten um 8,8 Prozent auf 186.700 Menschen. Bei unverändert rund 936.100 polizeilich registrierten Unfällen entstand lediglich Sachschaden.

Die Zahl der Getöteten nahm im Vergleich zum ersten Halbjahr 2005 nur in Baden-Württemberg um 7,2 Prozent oder 21 Personen zu, in allen anderen Bundesländern hat sie abgenommen oder blieb gleich wie in Berlin, Bremen und Schleswig-Holstein. Die stärksten Rückgänge in absoluten Zahlen verzeichneten Nordrhein-Westfalen (minus 88 Personen), Bayern (minus 70) und Niedersachsen (minus 59), in Prozenten führen Hamburg, das Saarland und Nordrhein-Westfalen.

Bezogen auf je eine Million Einwohner starben im ersten Halbjahr 2006 im Bundesdurchschnitt 27 Straßenverkehrsteilnehmer. Weit über diesem Durchschnitt liegen immer noch – wie schon im ersten Halbjahr 2005 – die Werte in Mecklenburg-Vorpommern mit 49, Brandenburg mit 46 und Sachsen-Anhalt mit 45, weit darunter in den Stadtstaaten Bremen (6), Hamburg (7) und Berlin (9).

Für den Zeitraum Januar bis Mai 2006 liegen schon tiefer gegliederte Ergebnisse vor. Danach hat die Polizei rund 139.000 Fehlverhalten der Fahrzeugführer bei Unfällen mit Personenschaden festgestellt, 8,4 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Überdurchschnittlich stark zurückgegangen ist die Ursache Alkoholeinfluss (– 16%). Auch die am häufigsten festgestellte Unfallursache "nicht angepasste Geschwindigkeit" hat um 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum abgenommen.

Für den Juni 2006 melden die Statistiker ein uneinheitliches Bild: Bei rund 183.000 (– 4,0% gegenüber Juni 2005) Unfällen, darunter 31.300 (minus zehn Prozent) mit Personenschaden, kamen 490 Menschen ums Leben, das waren fünf Personen mehr als im entsprechenden Vorjahresmonat. Dagegen hat die Zahl der Verletzten um 9,7 Prozent auf 39.600 abgenommen.

Zu beachten ist, dass es sich um vorläufige Zahlen handelt, die auf den von den Polizeibehörden tatsächlich gemeldeten Fällen und einer statistisch hochgerechneten Zahl an Nachmeldungen und Nachstreichungen basiert, so dass die oben genannten Zahlen nicht mit den etwa im Vorjahr für den gleichen Monat gemeldeten Werten vergleichbar sind; auch die errechnete Tendenz kann abweichen, da diese bei den Vorjahreszahlen die endgültige Höhe berücksichtigt. Nachträgliche Korrekturen nach unten gibt es ebenfalls, etwa weil sich herausstellt, dass der Unfall nicht auf einer öffentlichen Straße passierte oder der Beteiligte beispielsweise durch einen Herzinfarkt bereits kurz vor dem Crash gestorben war.

Die Statistik erfasst all jene Opfer, die bei Unfällen auf Deutschlands öffentlichen Straßen verunglückt sind, unabhängig von ihrer Nationalität. Deutsche Staatsbürger, die im Ausland ums Leben kamen, werden nicht erfasst. Verletzte, die innerhalb von dreißig Tagen nach dem Unfall sterben, werden als Verkehrstote registriert, nicht jedoch Suizid-Fälle.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 22.08.2006  —  # 5570
text Hanno S. Ritter
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