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Cabrio im Offroad-Look mit Klapp-Frontscheibe / Keine Serienchancen
Smart Crosstown: Gelungene IAA-Studie mit Hybridantrieb
Das Auto basiert also im Wesentlichen auf dem Fortwo-Konzept, und das ist sicher eine schlaue Wahl. Deutlich wird die Nähe schon an den Abmessungen: Mit einem Radstand von knapp 1,90 Meter und kurzen Überhängen (vorne 40, hinten knapp 39 Zentimeter) liegt die Gesamtlänge des Crosstown bei 2,68 Metern, das sind 18 Zentimeter mehr als beim Fortwo und mindestens das Maß für dessen zweite Generation, was auch mit US-amerikanischen Sicherheitsvorschriften zu tun hat. Breite und Höhe betragen jeweils rund 1,58 Meter (Fortwo: 1,51/1,55 Meter), was den Proportionen gut tut.
Auch das Prinzip der farblich hervorgehobenen "tridion"-Sicherheitszelle aus hochfestem Stahl in Verbindung mit "Bodypanels" aus Plastik entspricht dem Smart-Konzept. Mit dicken 16 Zoll-Rädern - nach wie vor nur mit drei Schrauben befestigt - und auffälligen Reifen sowie der Front, die entfernt an einen Jeep (den echten) erinnert, ist ein kleines, aber bulliges und sattes Erscheinungsbild entstanden, das aber auch funktional überzeugt - quasi ein Crossblade (die limitierte Smart-Variante ohne Dach, Türen und Scheibe) gepaart mit Alltagstauglichkeit.
Da ist zunächst die Konzeption als Cabrio mit elektrischem Stoffdach und die angenehm steil stehende Windschutzscheibe. Diese wiederum kann bei offenem Dach nach vorne geklappt und unter der
Puristisch ist auch das Interieur: Das Armaturenbrett ist, anders als im Fortwo, sehr geradlinig gestaltet und gibt überdies, das verrät Smart, einen Hinweis darauf, wie ein künftiges Serien-Interieur aussehen könnte, das den US-Vorschriften entspricht. Auffällig sind außerdem ein großes verschließbares Ablagefach, das von der Beifahrertür bis in die Fahrzeugmitte reicht und in dessen Deckel eine Schalterleiste integriert ist.
An zentraler Stelle der Instrumententafel befindet sich die Bedieneinheit mit Anschlussmöglichkeiten für PDA-Navi und USB-Sticks, des weiteren finden sich im Interieur ausgefallene Features wie Leder im "Used Look", Skaterrollen und Pedalauflagen im Stil von Mountainbike-Pedalen. Die Sitze sind wie im Fortwo um 15 Zentimeter versetzt angeordnet, die Kopfstützen noch stärker integriert.
Ebenfalls vom Fortwo stammt das automatisierte Getriebe, die stehenden Pedale, das Zündschloss auf dem Mitteltunnel und schließlich der 61 PS-Dreizylinder-Benziner. Fast schon wäre man geneigt zu sagen, dass dieser natürlich mit einem Elektromotor kombiniert ist - Hybrid ist das Thema der IAA, auch wenn das manch zu ideologisch geprägter Umweltverband nicht einsieht.
Im Falle des Crosstown leistet der E-Motor bis zu 23 kW (etwa 31 PS), das sparpotential hat Smart mit 15 Prozent und damit dem üblichen Wert errechnet. In der Serie würde dies trotz des 85 Kilogramm höheren Gewichts (825 kg) einen Drittelmix-Verbrauch von vier statt 4,7 Litern bedeuten, wozu allerdings auch die Start-Stopp-Automatik beiträgt. Gleichzeitig verbessert sich das Spurtvermögen um zehn Prozent; die Höchstgeschwindigkeit bleibt auf 135 km/h begrenzt.
Und noch einen Vorteil hat das Konzept: Der Elektromotor könnte die jedenfalls gefühlt viel zu langen Schaltpausen des Smart-Automaten überbrücken - man hätte dann wohl endlich den Komfort einer echten Wandlerautomatik ohne Zugkraftunterbrechung, wohlgemerkt unter Beibehaltung der Vorteile des automatisierten Getriebes wie niedrigeres Gewicht und kompaktere Abmessungen sowie geringere Herstellkosten.
Das Auto selbst ist ein reines Showcar und wird nicht in Serie gehen, wenn auch vielleicht eine Kleinserie als Crossblade-Nachfolger eine schöne Idee gewesen wäre. Inwieweit und zu welchem Zeitpunkt ein solcher Hybrid-Antrieb für eines der Serienmodelle erhältlich sein wird, sei noch nicht entschieden, so Smart. Der Autobauer verweist stattdessen darauf, dass seine Fahrzeuge ab Frühjahr 2006 mit Rußfilter erhältlich seien - was uns nun wirklich verwundert, wo doch ein Smart-Sprecher uns schon Mitte Juli sagte, dass der Filter dann Serienausstattung sein werde.












