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Dienstag, 17. Juli 2018,
500 Millionen Euro für Smart-Werk Hambach

Mercedes EQ baut Elektro-Auto in Frankreich

Dass Mercedes ein Kompaktfahrzeug mit Elektroantrieb unter der Sub-Marke EQ auf den Markt bringen wird, ist naheliegend und jetzt auch bestätigt. Dass es in Frankreich gebaut wird, mag viele überraschen.
Mercedes EQ baut Elektro-Auto in Frankreich
Daimler
Daimler-Chef Dieter Zetsche trifft den französischen
Präsidenten Emmanuel Macron anlässlich der ersten Mercedes-Produktion in Frankreich
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Mercedes-Benz erweitert die Kapazitäten für Elektrofahrzeuge in Europa. Als weiteren Standort hierfür hat der Autobauer das Werk im französischen Hambach ausgesucht, wo bisher ausschließlich der Smart Fortwo vom Band läuft. Das dürfte für viele überraschend klingen - doch ein Mercedes aus Smartville, wie das Werk genannt wird, war tatsächlich schon im letzten Herbst angegkündigt worden.

Man habe vor 20 Jahren mit der Einweihung des Smart-Werks in Hambach ein beispielhaftes deutsch-französisches Projekt gestartet, sagte Daimler- und Mercedes-Chef Dieter Zetsche nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron im Élysée-Palast in Paris. "Jetzt gehen wir den nächsten Schritt und bringen erstmals in unserer über 100-jährigen Geschichte die Produktion von Mercedes-Benz nach Frankreich."

Die Vorbereitungen für das neue Modell sollen in Kürze beginnen und Investitionen in Höhe von 500 Millionen umfassen. Das Geld fließt in neue Hallen für Karosseriebau und Oberflächenbehandlung sowie in das Produkt selbst. Außerdem wird die Montage erweitert und die Infrastruktur des Standorts angepasst.

"Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zahlt sich damit nun aus, dass sie bereits vor zwei Jahren mit dem 'Pacte 2020' zu einer deutlich verbesserten Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Hambach beigetragen haben", so Smart-Chefin Dr. Annette Winkler. Der im Jahr 2016 mit der Belegschaft nach hartem Ringen vereinbarte Pakt beinhaltete die Erhöhung der Arbeitszeit von 35 auf 39 Stunden bei nicht vollständigem Lohnausgleich und eine vierjährige Beschäftigungsgarantie.

Zum Auto selbst macht Mercedes noch keine Angaben, aber zu vermuten, dass es sich um eine elektrifizierte A-Klasse mit EQ-spezifischem Design handeln wird, ist keine überragende Leistung, ist doch auch der EQC entsprechend gestrickt. Außerdem soll Hambach nach den Worten von Produktionsvorstand Markus Schäfer Teil des Produktionsverbunds für die Fronttriebler-Kompaktwagen (A- und B-Klasse, CLA, GLA und künftig GLB) werden, der neben dem Lead-Werk Rastatt auch das noch junge Werk im ungarischen Kecskemét, den chinesischen Standort BBAC in Peking, das COMPAS-Werk in Aguascalientes (Mexiko) sowie den finnischen Auftragsbauer Valmet umfasst.

Das im Oktober 1997 eingeweihte Werk im lothringischen Hambach mit seinen gut 800 Beschäftigten fertigt aktuell nur den Smart Fortwo inklusive dessen elektrischer Variante. Bis heute sind dort rund zwei Millionen Fortwo vom Band gelaufen. Der Forfour wird zusammen mit dem Schwestermodell Renault Twingo in Slowenien gebaut.

Bis 2022 will Mercedes-Benz Cars "mehr als zehn" reine Elektro-Pkw auf den Markt bringen. Sie werden außer in Hambach gebaut werden in Sindelfingen, Raststatt und im US-amerikansichen Tuscaloosa. 2020 wird Smart als voraussichtlich erste konventionell beheimatete Marke zum rein elektrischen Anbieter.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB