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Sonntag, 18. November 2018,
Konzernweit nahezu keine EU6d-temp-Modelle verfügbar

VW: Offenbar massive Schwierigkeiten mit WLTP

Abgasprüfungen nach der künftigen Norm Euro 6d-TEMP sind wesentlicher aufwendiger als die bisherigen im Rahmen der NEFZ-Regeln. Entsprechend kommen viele Hersteller bei der fristgerechten Umsetzung ins Straucheln. Besonders betroffen scheint VW: Sogar die Werksferien stehen dort jetzt offenbar zur Disposition.
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Die Führung von VW Pkw denkt vor dem Hintergrund der neuen WLTP-Vorschriften zur Verbrauchsermittlung über eine Verkürzung der Werksferien nach. "Durch die Umstellung auf das neue Testverfahren WLTP kann es in der zweiten Jahreshälfte bei Volkswagen Pkw zu Anpassungen in der Produktion kommen", zitiert die Branchenzeitung Automobilwoche einen Markensprecher. "Falls es Entscheidungen zu veränderten Fahrweisen an Fertigungsstandorten geben sollte, werden die Mitarbeiter frühestmöglich informiert."

Zum 1. September 2018 sind für alle neu zugelassenen Pkw zertifizierte WLTP-Messungen erforderlich. Derzeit müssen VW-Kunden bei einer Neuwagen-Bestellung eine "Zusatzvereinbarung WLTP" unterschreiben, sofern ihnen die neuen Verbrauchs- und CO2-Emissionswerte noch nicht mitgeteilt werden können.

Dem Bericht zufolge haben die Wolfsburger konzernweit "massive Schwierigkeiten mit WLTP". So wurden jüngst die VW-Händler informiert, "für Ihre betroffenen Bestandsfahrzeuge" werde man "eine Ausnahmegenehmigung mit einer entsprechenden Fristverlängerung für die Erstzulassung beim KBA beauftragen".

Der VW Passat mit 120-PS-Einstiegsdiesel wird nach der Modellüberarbeitung serienmäßig über ein SCR-System verfügen. Beim sportlichen Golf R nimmt VW die Leistung von 310 wieder auf 300 PS zurück. Audi und Porsche lagern Insidern zufolge eine Fülle vorproduzierter Fahrzeuge bis zum späteren Verkauf auf Stellflächen im Süddeutschland zwischen. Zugleich nimmt Porsche in Europa ein vorübergehend eingeschränktes Angebot seiner Fahrzeuge in Kauf, da Motoren mit Otto-Partikelfilter neu eingeführt werden. Eine Porsche-Sprecherin erklärte dazu auf Anfrage: "Eine Vorproduktion von Fahrzeugen mit Otto-Partikelfilter über die üblichen Marktversorgungsvolumina hinaus findet nicht statt."

Bis dato sind bei den vier Volumenmarken im Volkswagen-Konzern insgesamt exakt vier Modelltypen mit WLTP-Zulassung bestellbar. Es handelt sich um den VW Up GTI und den neuen Touareg 3,0 TDI in der 286-PS-Version sowie um Audi A6/A7 50 TDI. Hersteller wie BMW, Ford, Jaguar, Mercedes, Opel, Peugeot/Citroën und Volvo sind hier wesentlich weiter.
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text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB