archivmeldung Lesezeit ~ 2 Minuten
»Flottenversuch Elektromobilität« unter VW-Führung / 15 Mio. Euro Fördergeld
Golf TwinDrive: Plug-In-Hybrid im Teststadium
Der Golf TwinDrive bietet im reinen Elektrobetrieb mit ca. 60 kW (82 PS) eine Reichweite von rund 50 Kilometern und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h, was für den täglichen Bedarf vieler Pendler bereits ausreichen könnte. Längere Strecken werden mit einem Verbrennungsmotor (102 PS) zurückgelegt, wobei im Gegensatz zu heute verfügbaren Hybridmodellen wie etwa dem Toyota Prius der E-Motor nicht den Verbrennungsmotor unterstützt, sondern das Konzept eher andersherum arbeitet.
Bei ersten Fahrten von Potsdam nach Berlin verbrauchte der Golf laut VW (hochgerechnet auf 100 km) acht kWh Strom und 2,5 Liter Kraftstoff. Ein Start-Stopp-System und die Nutzung der Bremsenergie (Rekuperation) sind natürlich Bestandteil des Konzepts.
VW will bis zu 20 TwinDrive-Modelle einsetzen und dabei die Alltagstauglichkeit der Li-Ion-Batterie und der sonstigen Komponenten testen. Das Ziel ist klar - am Ende soll ein bezahlbares und zuverlässiges Auto stehen, das vollständig elektrisch betrieben wird. Dem Verbrennungsmotor nämlich räumt Europas größter Autobauer keine großen Zukunftschancen mehr ein. "Die Gegenwart des Automobils ist ohne hocheffiziente Benzin- und Dieselmotoren nicht denkbar, sagt Winterkorn. "Die Zukunft aber, das ist sicher, wird den emissionsfreien Elektromotoren gehören - betankt an der Steckdose."
Der sogenannte "Flottenversuch Elektromobilität" wird von insgesamt acht deutschen Kooperationspartnern aus Forschung und Wirtschaft durchgeführt. Der im Projekt federführenden Volkswagen AG stehen dabei der Energieversorger E.ON sowie GAIA und Evonik / Li-Tec für Batterietechnologie zur Seite. Aus dem Bereich der Forschung bringen die Fraunhofer Gesellschaft, das Heidelberger Ifeu, das Institut für Verkehrsforschung der DLR und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster ihr Know-how ein. Das Bundesumweltministerium will das Konsortium bei dem auf vier Jahre angelegten Projekt mit voraussichtlich 15 Millionen Euro unterstützen.
Der Strom zur "Betankung" soll regenerativ erzeugt werden, also via Wind-, Wasser und/oder Sonnenkraft. Deutschland sei nicht nur einer der wichtigsten Autoexporteure, sondern auch weltweit der führende Produzent bei Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, sagte Gabriel. Hieraus ergibt sich nach Ansicht des Bundesumweltministers eine interessante Kombination: Deutschland könne zukünftig nicht nur die Autos liefern, sondern auch die Energietechnik, um diese nachhaltig zu betreiben.












