Das unabhängige Portal rund um Automobil & Verkehr
Samstag, 16. Dezember 2017,
Schrift: kleiner | größer
Lesezeit: ~ 2 Minuten
Exakte Kraftstoffdosierung macht Autos sparsamer, sauberer und leistungsfähiger

50 Jahre Benzineinspritzung von Bosch

Siehe Bildunterschrift
50 Jahre © Bosch GmbH
Einspritzsysteme von Bosch
Die Benzineinspritzung für Kraftfahrzeuge feiert 50-jähriges Jubiläum: 1952 rüstete Bosch den Gutbrod Superior 600 und den Goliath 700 GP als Weltneuheit serienmäßig mit einer Direkteinspritzung aus. Im Vergleich zu den vorherigen Modellen mit Vergaser senkte die neue Technik den Verbrauch um 20 Prozent und erhöhte gleichzeitig die Motorleistung um 20 Prozent. Auch der legendäre Flügeltüren-Mercedes 300 SL erhielt 1954 eine Benzin-Direkteinspritzung von Bosch. Die Idee dazu entliehen die Ingenieure dem Flugzeugbau - schon seit 1937 lieferte Bosch Benzineinspritzpumpen für Flugmotoren.

In der Folgezeit war es vor allem die Saugrohreinspritzung von Bosch, die den klassischen Vergaser zur Gemischaufbereitung allmählich verdrängte. Im Jahr 1967 kam mit der D-Jetronic die weltweit erste elektronisch gesteuerte Benzineinspritzung im VW 1600 TL auf den Markt. Fünf Jahre später setzten schon 18 Hersteller auf das System und begründeten damit seinen Erfolg. Die Vorteile der Einspritzung lagen auf der Hand: Durch die exakte Kraftstoffdosierung konnten die Automobilhersteller die Leistung ihrer Fahrzeuge erhöhen und gleichzeitig Verbrauch und Emissionen senken.

Einen weiteren Meilenstein der Motorentwicklung stellte Bosch im Jahr 1976 vor: Die Benzineinspritzung mit Lambda-Regelung erlaubte die wirksame Abgasreinigung mit dem Dreiwege-Katalysator. Von 1979 an fasste das Unternehmen die Jetronic und die vollelektronische Zündung mit Kennfeldsteuerung in einer Steuereinheit, der sogenannten "Motronic", zusammen.

Im Jahr 2000 debütierte die DI-Motronic von Bosch, eine Benzin-Direkteinspritzung mit Schichtladung für niedrigen Verbrauch und geringe Emissionen. Das Einspritzsystem basiert auf einem Druckspeicher, den eine Hochdruckpumpe bis zu 120 bar auflädt. Das Benzin lässt sich deshalb zu jedem Zeitpunkt direkt in den Brennraum einspritzen. Die DI-Motronic ermöglicht verschiedene Betriebsarten - zum Beispiel auch den Schichtladebetrieb im Teillastbereich mit Lambda-Werten größer als 1, also mit hohem Luftüberschuss. Etwa die neuen FSI-Modelle von VW in Lupo und Golf und bald in weiteren Modellen verdanken ihren im Vergleich zu den nicht direkteinspritzenden Varianten niedrigeren Kraftstoffverbrauch auch diesem Schichtladekonzept.

Benzineinspritzung ist auch im Motorsport nicht mehr wegzudenken: So feierten etwa beim 24-h-Rennen in LeMans 2001 die Audi R8 mit der Bosch-Direkteinspritzung einen überlegenen Doppelsieg.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 04.05.2002  —  # 1160
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
Sie befinden sich im Archiv. Meldungen und enthaltene Links können veraltet sein. Bitte beachten Sie das obenstehende Veröffentlichungsdatum dieser Nachricht. Aktuelle Auto-News finden Sie hier.