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Dienstag, 24. Oktober 2017,
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Nun auch in Nordrichtung stundenweise Nutzung des Seitenstreifens als Fahrstreifen

Ausbau der Verkehrsbeeinflussungsanlage auf dem Münchner Ring (A 99)

Verkehrsbeeinflussungsanlage am © ADAC
Münchner Ring: Zeitweise Freigabe der Standspur
Am Montag wurde ein zweiter Abschnitt der Verkehrsbeeinflussungsanlage auf dem Münchner Ring (A 99) in Betrieb genommen. Ab sofort wird der Verkehr zwischen den Autobahnkreuzen München-Nord und München-Ost in beiden Fahrtrichtungen verkehrs- und witterungsabhängig gesteuert. Zusätzliche Wechselverkehrszeichen erlauben nun auch in Fahrtrichtung Nord die stundenweise Nutzung des Seitenstreifens als Fahrstreifen. In der Gegenrichtung soll dies in den vergangenen Monaten bereits zu weniger Unfällen und einem flüssigeren Verkehrsablauf geführt haben.

Die Verkehrsbeeinflussungsanlage auf der A 99 stellt ein Pilotprojekt dar, bei dem die Erkenntnisse eines vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen initiierten Forschungsvorhabens berücksichtigt wurden. Mit der in Kürze in Kraft tretenden Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung wird die Rechtsgrundlage für die auf Verkehrsspitzenzeiten beschränkte Seitenstreifenmitbenutzung geschaffen.

Die zeitweise Nutzung des Seitenstreifens bleibt auch mit der geänderten Straßenverkehrs-Ordnung eine Sonderlösung. Auf Grund seiner großen Bedeutung für die Verkehrssicherheit und den Betriebsdienst wird der Seitenstreifen im Normalfall nach wie vor vom Verkehr freigehalten.

Die gesamte Verkehrsbeeinflussungsanlage auf dem Münchner Ring wird mit Bundesmitteln in Höhe von rund 24 Millionen Euro finanziert. In Kürze legt die Bundesregierung ihr "Programm zur Verkehrsbeeinflussung auf Bundesautobahnen 2002 bis 2007" vor, das Investitionen von rund 200 Millionen Euro vorsieht.

Der ADAC hat die Nutzung von Standspuren als eine Zwischenlösung bezeichnet, die helfe, aktuelle Probleme zu mindern. Der längst fällige Ausbau der überlasteten Autobahnen werde dadurch nicht überflüssig. Um Seitenstreifen temporär nutzen zu können, müssen nach Ansicht des ADAC oftmals erst die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden. Sehr viele Dinge seien zu beachten, zum Beispiel die jeweilige Verkehrsführung vor und nach Anschlussstellen. Der Seitenstreifen müsse für den Schwerverkehr stabil genug sein, Nothaltebuchten müssten angelegt und die Markierungen entsprechend geändert werden. Ebenso müsse die Spur mit Videokameras überwacht werden, um Pannenfahrzeuge oder Hindernisse rechtzeitig zu bemerken und um die Freigabe dann rückgängig machen zu können, hieß es. Auch ein Tempolimit von maximal 100 km/h müsse auf den neuen Seitenstreifen gelten. "Man kann mit Hilfe dieser Mitbenutzung Stau-Schwerpunkte entschärfen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Verkehr, den man jetzt über diesen Standstreifen führt, irgendwo die Autobahn verlässt. Nur dann hilft dieses System", so ADAC-Experte Eckart Dyckerhoff.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 17.12.2001  —  # 0905
text Hanno S. Ritter
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