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Montag, 23. Oktober 2017,
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Die Meldung erreichte uns beim IAA-Messerundgang / Vorübergehend keine Aktualisierung des Autokiste-Angebotes

Autokiste-Redaktion zu den Terror-Anschlägen in den USA

Gestern hat in Frankfurt am Main die wohl weltweit bedeutendste Messe der Automobilbranche ihre Pforten geöffnet, zunächst (am Dienstag und Mittwoch) nur für Journalisten. Auch das Autokiste-Team war für Sie vor Ort in Frankfurt, hat Pressekonferenzen besucht, Weltpremieren erlebt, viele neue Autos, Modellvarianten und Studien im Detail angeschaut und dabei Hunderte von Fotos gemacht.

Gegen 15 Uhr erreichte uns eine SMS eines Kollegen, wonach in New York City eine Cessna-Maschine das World Trade Center (WTC) gestreift habe. Wir haben uns sofort bemüht, einen Zugang ins Internet zu bekommen, um Details zu erfahren. Auf die Schnelle war es jedoch nicht möglich, einen freien Büro-Arbeitsplatz zu finden. Kurz darauf erhielten wir eine weitere Nachricht, wonach ein Turm des WTC brennen solle, nachdem eine Verkehrsmaschine hineingerast sei. Dann waren es plötzlich zwei Flugzeuge, später drei, dann vier - und es wurde zur Gewissheit, dasss ein Terror-Anschlag vorliegt, ein Terror-Anschlag von noch nicht gekanntem Ausmaß.

Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der Messe. Bei den amerikanischen Herstellern Ford und Opel/GM und später auch bei anderen Unternehmen wurden die Show-Darbietungen gestoppt, Sekt und Häppchen weggeräumt, die Musik abgeschaltet. Insbesondere die amerikanischen Manager zogen sich in Ihre Hotels zurück. Später sagte der Veranstalter der Messe, der Verband der Automobilindustrie (VDA), die offizielle Eröffnungsfeier der IAA, zu der auch Bundeskanzler Schröder erwartet wurde, ab. Weitere Veranstaltungen und Feiern wurden ebenfalls gestrichen.

Die Sicherheitsmaßnahmen wurden, insbesondere bei den amerikanischen Herstellern, drastisch verschärft. Medienberichten zufolge hat Bernd Gottschalk, Präsident des VDA, auch allgemein eine deutliche Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen angekündigt, Details wurden jedoch nicht bekannt.

Die Menschen interessierten sich kaum noch für die schillernden Autos und Messestände. Sehr viele Besucherinnen und Besucher standen nur noch abseits und telefonierten mit dem Handy. Zeitweise brachen auf dem Messegelände die Mobilfunknetze zusammen. Nachdem kaum Fernsehmonitore zur Verfügung standen (im ZDF-Übertragungsmobil ging es zu wie in einer Sardinenbüchse), setzen sich viele Besucher und auch Mitarbeiter der Aussteller in die Fahrzeuge, um die Nachrichtenlage am Radio zu verfolgen. Bei BMW und anderswo sahen wir junge Messehostessen, die weinend in den Autos saßen und sich gegenseitig zu trösten versuchten.

Auch wir sind sehr betroffen und schockiert vom maßlosen Terror in den USA. Den Opfern und ihren Angehörigen gilt unser tiefes Mitgefühl. Es ist schwierig, angemessene Worte zu finden.

Auch, wenn es niemandem wirklich hilft, wollen wir heute und möglicherweise je nach Entwicklung der Dinge auch morgen nicht einfach weitermachen wie bisher, und behaupten, das "Leben ginge weiter". Vor dem Hintergrund schließen wir uns vielen anderen Angeboten im Internet an, und werden unser Angebot zunächst nicht aktualisieren; ferner haben wir die Werbung vorübergehend entfernt.

Es gibt so viel wichtigere Dinge als Autos und die IAA - wir sind sicher, Sie haben Verständnis dafür.

12. September 2001
Hanno S. Ritter und Alexander Endl
für das Autokiste-Team
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text Hanno S. Ritter
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