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Dienstag, 17. Oktober 2017,
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Besonders exclusives Sondermodell zum Fertigungsende in Crewe

Begehrlichkeiten: Made in Crewe - Last of Line Series des Rolls-Royce Silver Seraph

Siehe Bildunterschrift
Imposante Erscheinung: © Rollce Royce Motor Cars
Das Top-Modell von Rollce Royce, der Silver Seraph (hier das Serienmodell)
Seit 97 Jahren gibt es Rolls-Royce Automobile, die während der letzten 55 Jahre in Crewe gefertigt wurden. Mit dem Abschied von diesem traditionsreichen Fertigungsstandort geht Ende nächsten Jahres eine bedeutende Epoche in der Geschichte der Marke zu Ende. Aus diesem Anlass präsentiert Rolls-Royce & Bentley Motor Cars die "Last of Line Series" des Rolls-Royce Silver Seraph.

Die Spezialisten, die allen in Crewe gefertigten Fahrzeugen ihr unverwechselbares Aussehen geben, werden nur 170 Exemplare des außergewöhnlichen Modells fertigen. Die limitierte Auflage macht diese Silver Seraph für Freunde der großen Marke in aller Welt zu begehrten Sammler- und Investitionsobjekten. Ende 2002 geht laut einer 1998 getroffenen Vereinbarung das Recht, Automobile unter dem Namen Rolls-Royce zu fertigen und zu vertreiben, auf BMW über. Mit Wehmut scheinen die Menschen in Crewe den alten Zeiten nachzuschauen, wenn sie heute mitteilen, diese letzten hier gebauten gebauten Rolls-Royce würden "noch" einmal über all jene Qualitäten verfügen, die die besondere Art des Automobilbaus bei Rolls-Royce & Bentley Motor Cars auszeichnen. 

Die Karosserie der Silver Seraph ist in einem Zweiton-Stil lackiert, wie er zur Zeit des legendären Rolls-Royce Silver Cloud I populär war, des ersten Rolls-Royce, der in Crewe entwickelt und gebaut wurde. Die Radnabenabdeckung ziert ein Emblem der "Spirit of Ecstasy", und die ineinander verschlungenen RR auf Kühler, Kofferraum und den hinteren Dachholmen sind im gleichen Rotton ausgelegt wie die Embleme, die alle Rolls-Royce der Ära vor 1933 zierten. Die Farbe des Logos wurde dann auf Wunsch von Henry Royce persönlich in schwarz verändert, um harmonischere Kombinationen mit den vielfältigen Farben zu ermöglichen, die Kunden und Karosseriebauer damals zunehmend verlangten. Ein weiterer dezenter Hinweis auf den vorderen Kotflügeln wird zum wichtigen Unterscheidungsmerkmal: Es zeigt die britische Flagge und den schlichten Schriftzug: "Rolls-Royce Motor Cars, Crewe, England".

Wertvolles Material, perfekte Handverarbeitung © Rolls Royce Motor Cars
und viel Platz: Blick in den Fond des Silver Seraph
Wie von einer Limousine aus Crewe nicht anders zu erwarten, fallen im Innenraum des Abschiedsmodells vor allem die perfekt verarbeiteten Furniere ins Auge. Das verwendete Rosenholz, unter dem Namen "Amboyna" bekannt und sonst in der Produktion edler Möbel verwendet, ist eines der exklusivsten und kostbarsten Furniere der Welt. Es gehörte zu den ersten, die bei Rolls-Royce für Armaturenbretter verwendet wurden, nachdem man von der Verwendung von Massivhölzern abgerückt war.

Das wertvolle Material (etwa fünfmal teurer als die serienmäßigen Walnussfurniere) dominiert den Innenraum. Wegen seiner großen Dichte ist es besonders schwierig in die gewünschten Formen zu bringen. Rosenholz-Furnier ist berühmt für seinen Farbreichtum: Die Schattierungen reichen von Gelb über Goldbraun bis zu tiefem Rotbraun. So trägt es dazu bei, jeder einzelnen der jetzt gefertigten Limousinen einen einzigartigen Charakter zu verleihen. Elegant geformte Leisten aus Kirsche sind ebenfalls mit dem Rosenholz-Furnier verkleidet, die Einlegearbeiten sind aus Eiche gefertigt. Alle Automobile aus Crewe zeichnen sich durch die hervorragende Verarbeitung der Hölzer aus, die wohl sorgfältigste in der gesamten Automobilindustrie, wie das Unternehmen stolz behauptet.

Die Ausstattung der letzten Silver Seraph zeugt einmal mehr von der außerordentlichen Begabung und langjährigen Erfahrung der Mitarbeiter, die in Crewe Automobile fertigen. Ihr Talent zeigt sich besonders in solchen Details wie der Einlegearbeit mit dem Motiv der Spirit of Ecstasy, in dem zweifach gespiegelten Furnier der Picknicktische und dem Rolls-Royce Logo, das als Intarsienarbeit auf der Abdeckung des Radios glänzt. Selbst an Türverkleidungen, den Blenden der Sitzverstellschalter und am Lenkrad finden sich feine Furnierarbeiten.

Siehe Bildunterschrift
Vor den Toren © Rollce Royce Motor Cars
des Werkes Crewe: Eine Silver Seraph-Flotte für Dubai
Luxuriöse Ledersitze mit kontrastierender Paspelierung unterstützen den Gesamteindruck ebenso wie zwei mit dem Rolls-Royce Logo bestickte und mit Gänsedaunen gefüllte Kissen in gleicher Verarbeitung. Fußstützen im Fond und Regenschirme im Kofferraum ergänzen die Ausstattung der Last-of-Line Series. All diese Details dokumentieren den in Crewe herrschenden Grundsatz, dasss bei der Fertigung perfekter Automobile nicht das kleinste Detail dem Zufall überlassen werden darf.

Im Gegensatz zu früheren Zeiten verrät das Unternehmen inzwischen auch einige technische Daten des Wagens, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen: Angetrieben wird die knapp 5,40 Meter lange und fast zwei Meter hohe Limousine von einem 5,4 Liter großen V12-Triebwerk, das 326 PS leistet und ein maximales Drehmoment von 490 Nm bei 3.900 1/min erreicht. Das reicht trotz eines Gewichtes von knapp zweieinhalb Tonnen für eine Beschleunigungszeit von nur 7,6 Sekunden auf 100 km/h und eine (elektronisch begrenzte) Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h. Der Beinraum im Fond beträgt einen Meter. Wer viel in der Stadt unterwegs ist, sollte trotz des 100 Liter fassenden Kraftstofftanks häufige Tankpausen einkalkulieren: Der Normverbrauch beträgt hier satte 25,4 Liter.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 25.07.2001  —  # 0592
text Hanno S. Ritter
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