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Freitag, 20. Oktober 2017,
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Über die Zertifizierung von Waschstraßen / Qualitätswäsche kann umweltbewusst sein

Wenn die Waschstraße eine TÜV-Plakette hat

Siehe Bildunterschrift
Umweltbewusste und qualitätsorientierte © Sonax GmbH & Co. KG
Waschstraßen können sich vom TÜV zertifizieren lassen
Autofahrer und Spediteure müssen die Qualität der Fahrzeugwäsche nicht dem Zufall überlassen. Waschstraßen, die Qualität bieten und dazu noch umweltfreundlich sind, werden mit einer "TÜV-Plakette" ausgezeichnet. Dr. Paul Widmer ist bei der TÜV NORD Gruppe zuständig für die Zertifizierung von Waschstraßen. Von den mehr als 1.000 Waschstraßen in Deutschland hat Widmer bislang 45 geprüft. "Die Durchfallquote ist sehr gering, denn die Betreiber sind alle überzeugt von ihrer Qualität, wenn sie sich freiwillig den TÜV ins Haus holen", meint der Waschstraßenexperte. Seit einem halben Jahr prüft er nicht nur Einrichtungen für Pkw, sondern auch die großen Lkw-Waschanlagen. Das Qualitätssiegel ist eine Initiative des "Vereins zur Förderung der Autowaschqualität" in Minden. Damit wollte er vor zwei Jahren ein Zeichen setzen, um einerseits Qualität und Umweltschutz zu fördern, andererseits auch um dem Kunden bei der Auswahl eine Entscheidungshilfe zu geben.

Wenn sich Dr. Paul Widmer aufmacht, eine Waschstraße zu prüfen, benötigt er dazu mindestens zehn Autos. "Sie sind alle ganz unterschiedlich verschmutzt, nur so kann man die Qualität der Waschstraße herausfinden", sagt der Umweltschutzfachmann. Die gewaschenen Fahrzeuge prüft er auf Schmutzrückstände, Kalk- oder Salzränder oder sogar Schäden durch die Anlage.

"Viele Fahrzeuge sind durch die Wintermonate mit Streusalz belastet. Wenn sie jetzt gewaschen werden, gelangt Salz in den Wasserkreislauf", erklärt Dr. Widmer. Da bei der Autowäsche das Brauchwasser aufgefangen und wieder für die nächsten Wäschen verwendet wird, ist Salz ein großes Sorgenkind für die Waschstraßenbetreiber. Dr. Widmer: "Wenn zu viel Salz im Kreislauf ist, dann hat das Auswirkungen auf die Waschqualität." Außerden lässt das Salz die Anlagen schneller altern. "Deshalb ist es auch im Sinne der Waschstraßenbetreiber, die Salzkonzentration so gering wie möglich zu halten."

Blick ins © TÜV Nord Gruppe
"Backoffice" einer Waschanlage
Ein Mittel dafür ist zum Beispiel das Abwasser aus dem Vorwaschbereich im Winter nicht in den Kreislauf einzuspeisen. Wenn Dr. Paul Widmer für die TÜV NORD GRUPPE Waschstraßen zertifiziert, gehört dazu der Gesamteindruck des Unternehmens. Und das sind auch seine Mitarbeiter. Sie müssen beispielsweise als Mitarbeiter erkennbar sein, Arbeitsschutzrichtlinien beachten und problematische Fahrzeugbereiche kennen.

Waschstraßen mit Prüfsiegel müssen ein Betriebstagebuch führen, in dem zum Beispiel Störungsmeldungen dokumentiert werden. Außerdem müssen die Mitarbeiter über die Gefahrstoffe informiert sein, und der Betrieb muss gut organisiert sein. Nur wenn das alles erfüllt ist, gibt es das Qualitätssiegel. "Waschstraßen, die sich einmal diesen Anforderungen stellen, beauftragen uns wieder, wenn das Siegel nach einem Jahr abläuft. Sie wollen die Zertifikate, weil sie einsehen, wie wichtig Qualität ist." Denn, das hat Dr. Paul Widmer beobachtet, das Siegel locke nicht nur Kunden, sondern wirke auch motivierend auf die Mitarbeiter.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 05.06.2001  —  # 0510
text Hanno S. Ritter
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