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Montag, 23. Oktober 2017,
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Blend- und Verzerrungseffekte nur bei Qualitätsware ausgeschlossen

TÜV-Mediziner: Hände weg von Billig-Sonnenbrillen

Eine vom Wühltisch tut's auch - ist ja nur fürs Auto! Vor dieser Einstellung zum Thema Sonnenbrillen warnt der TÜV Süddeutschland. Wer mit einer Billig-Sonnenbrille am Steuer sitzt, setzt sich gefährlichen Blend- und Verzerrungseffekten aus. Aber selbst das teuerste Modell nutzt nichts, wenn die Sonne auf eine schmutzige Windschutzscheibe knallt.

Zwei dunkle Gläser und eine Fassung aus Kunststoff oder Metall machen noch keine gute Sonnenbrille. "Bei den billigen Modellen ist das Glas meistens nicht entspiegelt. Mögliche Folgen: Der Autofahrer wird geblendet oder sieht verzerrt. Billige Brillen verdunkeln teils auch zu stark", sagt Dr. Otmar Huth, Mediziner beim TÜV Süddeutschland. Wer eine Sonnenbrille kaufe, solle auf jeden Fall zunächst beim Augenarzt oder Optiker sein Sehvermögen testen lassen. Und wenn keine "optische" Sonnenbrille nötig ist, weil die Augen topfit sind? "Auf jeden Fall gute Gläser nehmen, die auch entspiegelt sind", so Huth, der das Medizinisch-Psychologische Institut des TÜV in Nürnberg leitet.

Mit einer guten Sonnenbrille ist aber der volle Durchblick bei Gegenlicht längst nicht gesichert. Wenn die Windschutzscheibe dreckig ist, können trotzdem Blendeffekte auftreten. Bei längeren Fahrten einfach zwischendurch an der Tankstelle die Windschutzscheibe säubern. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch die regelmäßige Säuberung der Scheibe von innen. Gerade bei Fahrzeugen ohne Pollenfilter und bei Rauchern setzt sich hier innerhalb kürzester Zeit ein Schmutzfilm an, der ebenfalls die Sicht einschränkt und Blendung hervorrufen kann.

Von der Tanke in den Tunnel: Wenn der beleuchtet ist, kann man bei der Durchfahrt die Sonnenbrille laut Huth ruhig auflassen. Probleme machen bei Tunnel-Fahrten eventuell Brillen mit selbsttönenden Gläsern. "Bis die Gläser von prallem Sonnenschein auf den dunklen Tunnel umstellen, kann es schon ein wenig dauern", merkt der TÜV-Mediziner an.

Egal, ob man auf selbsttönende Gläser oder auf richtige Sonnenbrillen steht: Alle zwei bis fünf Jahre muss der Qualitäts-Check für die Augen sein. Die älteren Semester sind öfter dran, weil die Kraft der Augen mit den Jahren einfach nachlässt. Huth: "Das Sehvermögen nimmt ab, man passt sich langsamer an Hell-Dunkel-Kontraste an - dafür reagiert man empfindlicher auf Blendungen." Und Letzteres spricht eben wieder dafür, sich eine gute Sonnenbrille zuzulegen...
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 25.05.2001  —  # 0498
text Hanno S. Ritter
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