Das unabhängige Portal rund um Automobil & Verkehr
Mittwoch, 13. Dezember 2017,
Schrift: kleiner | größer
Lesezeit: ~ 3 Minuten
Minister Bodewig bei Vorstellung des Programms "Mobilität der Zukunft"

Ford stellt Focus mit Brennstoffzellenantrieb vor

Brennstoffzellenantrieb: Focus FCV | Bild: Ford Werke AG Ford stellte letzte Woche in Berlin unter dem Motto "Mobilität der Zukunft" eine umfangreiche Fahrzeugflotte mit aktuellen und künftigen "grünen" alternativen Antriebskonzepten vor. Die in der Bundeshauptstadt präsentierten Fahrzeuge mit modernen Diesel-, Elektro-, Erdgas-, Ethanol- und Brennstoffzellenantrieben sind Ausdruck der neuen Strategie, die Ford von einem reinen Automobilhersteller zu einem Anbieter von nachhaltigen Mobilitätskonzepten transformieren wird. Deutschlandpremiere feierte dabei der Ford Focus FCV mit Brennstoffzellenantrieb.

Der Ford Focus FCV ist ein voll nutzbarer 5-Sitzer auf Basis des Ford Focus. Er wird von der neuesten Brennstoffzellen-Generation angetrieben, die Ford in enger Kooperation mit dem kanadischen Unternehmen Ballard Power Systems entwickelt hat und die derzeit in Kalifornien unter Praxisbedingungen erprobt wird.

Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig und weitere politische Entscheidungsträger haben in Berlin den Ford Focus mit Brennstoffzellenantrieb, aber auch andere Fahrzeuge aus der Ford-Flotte mit alternativen Antrieben, bei Testfahrten kennen gelernt. Bodewig betonte in diesem Zusammenhang, innovative Antriebe und Kraftstoffe gehörten zu den spannendsten Entwicklungen der Verkehrstechnik: "Die Vision vom schadstoff- und CO2-freien Verkehr wird damit zur Realität." Die Bundesregierung unterstütze die Markteinführung alternativer Kraftstoffe vor allem im Rahmen der Verkehrswirtschaftlichen Energie-Strategie (VES), an der auch Ford mitwirkt. Ziel der VES ist es, den oder die Kraftstoffe der Zukunft zu identifizieren und zu entwickeln. Dr. Wolfgang Schneider, im Vorstand der Ford-Werke AG zuständig für Umweltpolitik und Regierungsangelegenheiten, dankte dem Minister in diesem Zusammenhang für sein Engagement als VES-Schirmherr. Bodewig habe dafür gesorgt, dass die VES ein Thema auf der Tagesordnung der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft werde. "Diese europäische Diskussion brauchen wir, da nur eine flächendeckende europaweite Einführung alternativer Kraftstoffe den entsprechenden Autos zum Durchbruch und zu ansehnlichen Marktanteilen verhelfen kann. Ich bitte Sie daher, dieses Thema auch weiterhin auf europäischer Ebene voranzutreiben".

Zuvor hatte Rolf Zimmermann, Vorstandsvorsitzender der Ford-Werke AG, darauf hingewiesen, dass alternative Kraftstoffe und Antriebe eine zentrale Rolle in der nachhaltigen Umwelt- und Mobilitätsstrategie des Ford-Konzerns spielen. "Alternative Kraftstoffe lassen sich aus erneuerbaren Energien gewinnen - beispielsweise Methan aus Biomasse, Ethanol aus Pflanzen, Wasserstoff für die Brennstoffzelle aus Wind- und Sonnenenergie. "Grüne" Fahrzeuge erzeugen daher keine oder nur geringe lokale Abgase und können auch für eine nachhaltige Senkung der CO2-Emissionen große Bedeutung erlangen. Alternative Antriebe und Kraftstoffe sind also eine interessante Option zur Verbesserung der Gesamtökobilanz und zur Sicherstellung der Mobilität der Zukunft." Ford wolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen Mobilität ganz vorne mit dabei sein, sagte Zimmermann weiter. Einige erste Schritte seien bereits gemacht. So suche Ford bei seinen Initiativen und Aktionen den intensiven Dialog mit Nicht-Regierungs-Organisationen. Dies zeige sich nicht zuletzt daran, dasss Ford den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) eingeladen habe, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

Der BUND begrüßte es nach den Worten seines Bundesgeschäftsführers Dr. Gerhard Timm, dass die deutsche Automobilindustrie und vor allem auch Ford die Emissionen verringern wolle und alternative Antriebe entwickele. Eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der Emissionen reiche jedoch nicht aus. Timm forderte die Automobilhersteller in diesem Zusammenhang auf, "Mobilität neu zu denken und sich zu Mobilitätsdienstleistern zu entwickeln".

Außer dem Ford Focus-Brennstoffzellenfahrzeug FCV präsentierte der Konzern in Berlin den e-Ka, ein im Juni 2000 der Öffentlichkeit vorgestelltes Elektro-Forschungsfahrzeug auf Basis des Ford Ka. Der e-Ka, er wurde federführend vom Ford Forschungszentrum Aachen (FFA) entwickelt, bezieht seine Antriebsenergie aus Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterien, die dem Auto zu außergewöhnlich guten Fahrleistungen und zu einer für Elektrofahrzeuge guten Reichweite von bis zu 200 Kilometern verhelfen. Darüber hinaus wartete Ford mit dem TH!NK City auf, einem nur 2,99 Meter langen und damit sehr wendigen Elektrofahrzeug, das speziell für Stadtfahrten entwickelt wurde. Ebenfalls mit dabei: ein besonders sauberer Ford Fiesta Diesel, der nur 120 Gramm CO2 pro Kilometer emittiert, sowie Fahrzeuge, die Erdgas (Ford Galaxy) bzw. Ethanol (Ford Focus) tanken.

Etliche der in Berlin präsentierten Fahrzeuge wie der Erdgas-Galaxy, der 120 Gramm CO2-Fiesta Diesel oder der TH!NK City sind bereits in Deutschland bzw. in ausgewählten europäischen Märkten verfügbar, andere - wie der Ford Focus mit Brennstoffzellenantrieb - werden in den kommenden Jahren auf den Markt kommen, während es sich bei einem Auto wie dem e-Ka bislang um einen reinen Technologieträger handelt.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 18.02.2001  —  # 0355
text Hanno S. Ritter
Verwandte Themen bei Autokiste
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
Sie befinden sich im Archiv. Meldungen und enthaltene Links können veraltet sein. Bitte beachten Sie das obenstehende Veröffentlichungsdatum dieser Nachricht. Aktuelle Auto-News finden Sie hier.