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Donnerstag, 19. Oktober 2017,
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ESP nun serienmäßig beim VW Golf

Jetzt serienmäßig mit ESP: der VW Golf In den jüngsten Werbeanzeigen von Volkswagen wurde es zwar erwähnt, aber nicht wirklich "beworben" im Sinne einer Herausstellung:

Ab sofort gehört das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) zum serienmäßigen Lieferumfang beim Golf. Ausgenommen hiervon sind nur die "4motion"-Modelle (ESP ist noch nicht kompatibel mit dem VW-Allradantrieb) und das Golf Cabriolet, das technisch noch auf dem Golf III basiert - hier wäre eine entsprechende Anpassung technisch zu aufwendig und damit vor dem Hintergrund der vergleichsweise geringen Produktionszahlen nicht wirtschaftlich darstellbar gewesen.

ESP ist ein elektronisch gesteuertes, technisch sehr ausgeklügeltes Regelsystem, das - vereinfacht ausgedrückt - die Funktionsweise des Antiblockiersystems umkehrt: Kommt das Fahrzeug, beispielsweise auf rutschigem Untergrund oder in einer zu schnell gefahrenen Kurve in einen kritischen Zustand, greift die Elektronik ins Motormanagement und notfalls auch ins Bremssystem ein: Durch Gaswegnahme und/oder gezieltes Abbremsen eines einzelnen Rades wird die Situation entschärft und das Auto stabilisiert. Die meisten ESP-Systeme signalisieren einen solchen Eingriff dem Fahrer auch visuell durch Aufleuchten einer Kontroll-Lampe, so dass dieser entsprechend (vor den Straßenverhältnissen bzw. seiner Fahrweise) gewarnt wird.

ESP ist - ebenso wie ABS und ähnliche Systeme - selbstverständlich nicht in der Lage, die Grenzen der Fahrphysik aufzuheben. Dennoch bietet es demjenigen, der die Existenz von ESP in seinem Wagen nicht mit einer generell riskanteren Fahrweise kompensiert, einen erheblichen Fortschritt in der aktiven Sicherheit, ähnlich wie das ABS bei seiner Einfürung um 1980.

ESP wurde erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als Mercedes-Benz nach dem "Elchtest"-Debakel neben weiteren Maßnahmen die A-Klasse mit diesem System serienmäßig ausgestattet hatte - und der Wagen plötzlich auch Ausweichmanöver fahren konnte, ohne gleich Purzelbaum zu schlagen. Nicht zuletzt die harte Konkurrenzsituation zwischen dem langjährigen Marktführer Golf und der stetig in der Käufergunst steigenden A-Klasse dürfte Volkswagen zu diesem Schritt bewogen haben.

Die A-Klasse und der Golf sind damit die ersten Fahrzeuge im am stärksten umkämpften Marktsegment der Unteren Mittelklasse, bei welchen für dieses Ausstattungsdetail kein Aufpreis verlangt wird. Sie sichern sich damit einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorsprung vor ihren in- und ausländischen Mitbewerbern, welche teilweise ESP nicht einmal als aufpreispflichtiges Extra anbieten.

Es ist absehbar, dasss ESP mittelfristig - ebenso wie ABS heute - zur Serienausstattung aller Neuwagen, auch unterhalb der "Golf-Klasse", gehören wird. Dafür, diese Entwicklung unterstützt zu haben, gebührt Volkswagen (und natürlich Mercedes-Benz) im Sinne unserer aller Sicherheit Dank.
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text Hanno S. Ritter
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