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Samstag, 21. Oktober 2017,
Neue Front, neue Optionen, neuer Antrieb für das kleine SUV

Opel Mokka X: Gelungenes Facelift

X: Der Buchstabe X kennzeichnet künftig als Namenszusatz alle SUV und Crossover-Modelle von Opel. Den Anfang machen die Rüsselsheimer vor Meriva X und Zafira X mit einem Facelift des Mokka. Das kleine SUV fährt mit gelungen aufgefrischtem Design, neuem Benziner und aktualisierten Optionen in die zweite Lebenshälfte.
Opel
Formal und technisch aufgewertet:
Aus dem Opel Mokka wird zum Midlife-Facelift der Mokka X
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Gut 500.000 Mal hat Opel den Mokka seit dem Marktstart 2012 verkauft - ein respektables Ergebnis für das kleine SUV, das damit gewissermaßen als Wahrzeichen für das Comeback der Marke steht.

Das Grundkonzept - bezahlbare Positionierung, kompaktes, auffälliges Design, hohe Sitzposition - bleibt natürlich erhalten. Opel schärft den Auftritt des Mokka durch neu gestaltete Scheinwerfer und einen aufgehübschten, verbreiterten Kühlergrill. Anders als bei zurückliegenden Facelifts haben die Rüsselsheimer dieses Mal mehr Herzblut und vor allem mehr Geld investiert: Die Scheinwerfer bekommen nicht nur ein neues Innenleben mit markantem, doppelstrahligem LED-Tagfahrlicht, sondern auch eine veränderte Form, die entsprechende Eingriffe am vorderen Kotflügel und der Motorhaube bedingt. Auch die Frontschürze wurde natürlich überarbeitet, sie setzt nun weniger als zuvor auf Offroad-Look durch unlackierte Bereiche.

Die Seitenansicht bleibt - sieht man von neuen Lackfarben wie dem Safran Orange des Fotomodells ab - Facelift-typisch unverändert, auch die etwas unförmigen Außenspiegel bleiben so erhalten. Die Heckleuchten tragen ein neues Innenleben ebenfalls mit der Doppelschwingen-Optik und jedenfalls teilweise mit LED-Technik, dazu kommen kleinere Änderungen an Rückstrahlern und optischem Unterfahrschutz an der Heckschürze.

Das Interieur zeigt sich ebenfalls deutlich neu arrangiert. So gliedert sich das "Cockpit" nun stärker horizontal, der zentrale Monitor wandert zwischen neu geformte Lüftungsdüsen, und die Tastenwüste aus der Mittelkonsole ist nun auch beim Mokka Geschichte, wodurch die Klimabedieneinheit weiter oben positioniert werden konnte. Die Instrumente verzichten soweit ersichtlich auf den Tuben-Look, das dortige Display scheint gewachsen und planer integriert. Das Ambiente hat insgesamt deutlich gewonnen, wirkt erwachsener und auch in Sachen Bedienung deutlich gereift. Den Entfall des zweiten Handschuhfachs und die noch immer nicht symmetrisch positionierte Handbremse mag man insoweit hinnehmen.

Bei der Konnektivität halten nun neben dem bereits zuvor eingeführten OnStar-Dienst zwei Versionen des IntelliLink-Systems der jüngsten Generation inklusive Apple CarPlay und Android Auto Einzug in den Mokka X. Die Touchscreens sind jetzt je nach Ausstattung auch acht statt sieben Zoll groß. Zu den weiteren technischen Neuerungen gehört die Einführung eines schlüssellosen Zugangs- und Startsystems sowie die Umstellung von optionalem Bi-Xenon-Licht auf adaptive Voll-LED-Scheinwerfer, zu deren neun Lichtfunktionen auch ein sogenanntes Stopp-Licht gehört: an der Ampel etwa wird das Licht leicht gedrosselt, um Energie zu sparen.

Auch die Frontkamera an der Windschutzscheibe gehört jetzt wie im Astra zur neuesten, dritten Generation. Von der höheren Auflösung und der optimierten Bildverarbeitung profitieren alle angeschlossenen Assistenzsysteme wie etwa der Fernlichtassistent, der Verkehrsschildassistent (ggf. mit Unterstützung durch das Navi) und der Abstandswarner, der im Falle eines Falles nicht nur piepst, sondern künftig auch mittels in die Windschutzscheibe gespiegelter roter LEDs warnt. Ein Head-up-Display aber ist noch Zukunftsmusik. Der Spurassistent belässt es auch fortan mit einer Warnung, ein aktiver Lenkeingriff ist nicht möglich.

Auf der Antriebsseite ergänzt der neue, aus dem Astra bekannte 1,4-Liter-Benziner das Programm. Das 150 PS starke Aggregat steht allerdings zunächst nur mit 6-Gang-Wandlerautomatik und Allradantrieb zur Wahl - bisher gab es nur Automatik oder Allrad. Als Verbrauch nennt Opel 6,6 Liter, was ungefähr auf dem Niveau der "Oder"-Modelle liegt.

Nach der "Weltpremiere" auf dem Genfer Salon im März dürfte der Mokka X bald bei den Händlern erscheinen. Preise liegen noch nicht vor, aber man darf annehmen, dass der Zuschlag zu bisher nicht allzu groß ausfällt: Wenn auch Opel jedenfalls bei den Fronttrieblern den Kunden ein (branchenweit mit Allrad assoziiertes) X für ein U vormachen will, so dürfte man nicht ernsthaft den Erfolgscharakter riskieren.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 04.02.2016  —  # 11763
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB