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Dienstag, 12. Dezember 2017,
Kompaktmodell legt technisch und optisch deutlich zu

Neuer Mazda3 III: Flotter Dreier

Mazda
IAA-Premiere:
Neuer Mazda3
Fast auf den Tag genau zehn Jahre nach der Premiere des ersten Mazda3 als 323-Nachfolger hat der japanische Autobauer bereits die dritte Generation des Kompaktmodells vorgestellt. Der erste Eindruck ist überwiegend gut, sowohl in technischer als auch und vor allem in optischer Hinsicht.
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Mit großen Veranstaltungen in den europäischen Metropolen London, Sankt Petersburg und Istanbul sowie in New York und Melbourne hat Mazda den neuen Mazda3 vorgestellt. Nur vier Jahre nach der zweiten folgt nun bereits die dritte Generation, die nach dem Vorbild des erfolgreichen CX-5 und des neuen Mazda6 auf die hauseigene Designsprache "Kodo - Sul of Motion" setzt und mithin wesentlich ansehnlicher wird.

Dazu tragen zunächst die veränderten Proportionen bei. Der neue Mazda3 ist zwei Zentimeter flacher, aber vier breiter als sein Vorgänger, vor allem aber wächst der Radstand bei nahezu unveränderter Fahrzeuglänge von üppigen 4,46 Metern um sechs Zentimeter auf 2,70 Meter, und das ist laut Mazda der beste Wert im Segment. Zudem stehen dem Auto der selbstbewusstere Kühlergrill, das flacher auslaufende Heck und die nun leicht geschwungen ansteigende und mit Chromeinfassung versehene Fensterlinie wesentlich besser als bisher. Auch die markante Schulterlinie im Bereich der C-Säule, die nun ohne drittes Seitenfenster auskommt, wirkt jedenfalls auf den ersten Fotos gut gelungen.

Insgesamt wurde das Auto, da kommt man um das Standard-Wort kaum herum, sportlicher - und liebevoller. Details wie die Umstellung auf Spiegelblinker, der flachere Dachkantenspoiler, die aufgehübschten Türgriffe, geringere Spaltmaße, die bündiger eingepasste Heckscheibe und die nicht mehr nach Baumarkt aussehenden Rückleuchten tun das Übrige. Auch die neue Kennzeichenposition in der Heckklappe statt der -schürze wirkt gut, ebenso die nun stehenden Außenspiegel und die aus dem Hauptscheinwerfer gelösten vorderen Blinker. Lediglich die nicht plan eingelassenen Scheinwerferwaschdüsen und Parksensoren und die weiterhin nur singulär vorhandene Rückfahrleuchte stören das Auge des Betrachters, während der Umzug der Tankklappe auf die Fahrerseite mehr einen Komfort- und Sicherheitsmangel darstellt als ein optisches Problem.

Der Innenraum wirkt auf den ersten Bildern nicht ganz so gelungen, soll aber ein überdurchschnittliches Raumangebot bieten - von einem langen Radstand profitieren Autos immer in mehrfacher Hinsicht. Mazda verspricht zudem bessere und vielfältiger verstellbare Sitze, sowie einen optimierten Geräuschkomfort. Während das reguläre Kofferraumvolumen nur marginal um zehn auf 350 Liter wächst, sinkt die maximale Kapazität um 110 auf 1.250 Liter.

Aber der mittleren Ausstattungslinie ist ein 7-Zoll-Touchscreen oben auf der Mittelkonsole serienmäßig, die Funktionen lassen sich überdies mit einem Controller bedienen. Neu sind die Smartphone-Einbindung, Mazda-Apps, Vorlesefunktionen für SMS und Mails und die Integration von Facebook und Twitter. Das Navigationssystem will Mazda ebenfalls optimiert haben, Kartenupdates sind künftig für drei Jahre inbegriffen. Auch ein Head-up-Display wird lieferbar sein, wie Mazda überhaupt in Sachen Technik ordentlich Gas gibt: Im neuen Mazda3 sind Spurhalte- und Totwinkel-Assistent ebenso zu haben wie Abstandstempomat mit City-Notbremsassistent, auch Fernlichtassistent und Parksensoren vorne halten endlich Einzug, mutmaßlich auch eine Rückfahrkamera.

Wie bei einer neuen Fahrzeuggeneration üblich, soll der dritte Mazda3 auch in Sachen Federung, Dämpfung, nun rein elektrischer Lenkung sowie Bremsanlage seinem Vorgänger davonfahren; auch die passive Sicherheit und die Steifigkeit der je nach Version um bis zu 70 Kilo leichteren Karosserie haben vom Modellwechsel profitiert. Der Luftwiderstandsbeiwert sinkt auf cw=0,275 (bisher 0,29). Der neue Mazda3 steht auf 16- oder 18-Zoll-Rädern, letzter mit recht schmalen Reifen im Format 215/45; 17-Zöller sind merkwürdigerweise nicht mehr vorgesehen.

Bei den Motorisierungen setzt Mazda jetzt durchgängig auf die Aggregate der sogenannten Skyactiv-Serie - gewichtsoptimierte Direkteinspritzer, die allesamt mit dem besonders schnell agierenden Start-Stopp-System kombiniert sind. Besonderheit ist das bei Benziner und Dieseln jeweils identisch 14:1 betragende Verdichtungsverhältnis, was bei Ottomoren besonders hoch und bei Dieseln besonders niedrig ist. Die Basis bildet jetzt ein 100-PS-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum und 150 Newtonmetern Drehmoment, darüber rangiert ein Zweiliter-Motor mit 120 und 165 PS bei jeweils 210 Nm. Der 2,2-Liter-Diesel kommt auf 150 PS und satte 380 Nm Drehmoment.

Statt manueller 5-Gang- und automatischer Vier- und Fünfgang-Getriebe gibt es fortan jeweils sechs Gänge, wobei die Wandlerautomatik nur für den mittleren Benziner und den Diesel erhältlich ist. Verbrauchswerte liegen noch nicht vor. Die Benziner sind nur nach EU5 eingestuft, während der Diesel mit EU6-Zertifikat zukunftssicherer erscheint. Unschönes Detail am Rande ist ein Wartungsintervall von nur 20.000 Kilometern oder zwölf Monaten.

Publikumspremiere für den Mazda3 III ist auf der IAA im September, die Markteinführung dürfte im Oktober starten. Preise liegen noch nicht vor, dürften aber etwas höher ausfallen als bisher - angesichts des Fortschritts in Sachen Antrieb, Technik, Ausstattung und Optionen sicher gerechtfertigt. Die meisten Kunden dürfte aber zuvorderst das frische Design in die Autohäuser locken.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 27.06.2013  —  # 10675
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB