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Montag, 18. Dezember 2017,
China- und Nfz-Geschäft neu aufgestellt / Drei Neubesetzungen bei Audi

VW: Großes Stühlerücken auf Vorstandsebene

VW: Großes Stühlerücken auf Vorstandsebene
"Grundlegender Umbau": Volkswagen
VW kündigt Personalkarussell an
Großes Stühlerücken im VW-Konzern: Mit der wohl größten strukturellen und personellen Neuaufstellung in der Geschichte will sich Volkswagen fit für die Zukunft machen respektive halten. Ungewöhnliche Wechsel quer über Marken und Positionen sind dabei mehr die Regel als die Ausnahme.
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"Volkswagen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und internationaler geworden. Mit dem grundlegenden Umbau geben wir die richtige Antwort auf die gestiegenen Anforderungen. Gleichzeitig schaffen wir so alle Voraussetzungen, um den Konzern und seine Marken auch in einem schwierigeren Marktumfeld auf Erfolgskurs zu halten", erklärte VW-Konzernvorstandschef Prof. Dr. Martin Winterkorn am Samstag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Stuttgart. Zuvor hatte der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung den geplanten Maßnahmen zugestimmt.

In diesem Zusammenhang wird auf Konzernebene das neue Vorstandsressort "China" geschaffen, das die Bedeutung des für VW weltweit größten Absatzmarktes (2011 rund 2,3 Mio. verkaufte Fahrzeuge) nachhaltig untermauern soll. Die Verantwortung für das neu geschaffene Ressort übernimmt nicht der Ende 2009 von Continental zu VW gewechselte, zuletzt für das China-Geschäft zuständige Karl-Thomas Neumann, der auch als Winterkorn-Nachfolger gehandelt wurde, sondern Prof. Dr. Jochem Heizmann, bisher Konzernvorstand für Nutzfahrzeuge.

Heizmanns Nachfolger wird der bisherige Scania-Chef Leif Östling. Mit der weiteren Ausgestaltung des Ressorts "Nutzfahrzeuge" im Konzernvorstand unter seiner Führung werde der Weg dafür geebnet, dass die Marken MAN, Scania und Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) im engen Schulterschluss Synergien heben und die substanziellen Wachstumspotenziale in diesem Segment weltweit nutzen können, hieß es. In diesem Zusammenhang wird die Marke VWN innerhalb des Konzerns zukünftig dem Geschäftsbereich Nutzfahrzeuge zugeordnet - nicht unbedingt ein Fortschritt für Caddy- oder Multivan-Kunden.

Neben den Maßnahmen auf Konzernebene stehen auch auf Markenebene zahlreiche Veränderungen an. So übernimmt MAN-Chef Dr. Georg Pachta-Reyhofen als Mitglied der Volkswagen-Konzernleitung zusätzliche Aufgaben, in dem er das Industriegeschäft mit Motoren konzernweit koordiniert. Sprecher des Vorstands der MAN Truck & Bus AG wird Anders Nielsen, bislang "Head of Production and Logistics" im Scania-Vorstand. Den Vorstandsvorsitz bei Scania übernimmt Martin Lundstedt, der im Scania-Vorstand derzeit als "Head of Franchise and Factory Sales" tätig ist. Sprecher des Markenvorstands bei VWN und in Personalunion verantwortlich für die technische Entwicklung in Hannover wird Dr. Eckhard Scholz, bislang Entwicklungsvorstand bei Skoda.

Neuer Entwicklungsvorstand bei Skoda wird Dr. Frank Welsch, derzeit Leiter Aufbauentwicklung der Marke Volkswagen. Der amtierende VWN-Chef Dr. Wolfgang Schreiber wird "Chairman and Chief Executive Officer" bei Bentley Motors in Crewe und Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bugatti. Er folgt auf Wolfgang Dürheimer, CEO bei Bentley und Bugatti, der zu Audi nach Ingolstadt wechselt und dort das Vorstandsressort "Technische Entwicklung" von Michael Dick übernimmt, der in Rente geht. "Gleichzeitig wird Luca de Meo, bisher Leiter Marketing Volkswagen Konzern und Marke Volkswagen, Mitglied des Vorstandes von Audi für Marketing und Vertrieb", kündigte Volkswagen an. Der bisherige Ressortinhaber Peter Schwarzenbauer verlässt Audi. Dr. Bernd Martens, derzeit im Volkswagen-Konzern im Einkauf für neue Produktanläufe zuständig, übernimmt bei Audi das Vorstandsressort "Beschaffung".

"Diese und weitere personelle Veränderungen werden im Wesentlichen mit Wirkung zum 1. September 2012 umgesetzt", ließ VW verlauten. Der Konzern betont, bei dem personellen Umbau auf Vorstandsebene vollständig auf Führungskräfte aus den eigenen Reihen zurückzugreifen. Auf Markenvorstands-Ebene gebe es drei weibliche "Top-Managerinnen". "Wir freuen uns, dass unser Konzern zur begehrten Adresse für die besten Köpfe in der Automobilindustrie geworden ist. Durch die gezielte personelle Verstärkung der letzten Jahre haben wir ein erstklassiges Management zusammengestellt. Mit den nun vorgenommenen Veränderungen bauen wir aus eigener Kraft die markenübergreifende, internationale Vernetzung und Zusammenarbeit des Managements weiter aus", erklärte Personalvorstand Dr. Horst Neumann.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 04.06.2012  —  # 10121
text Hanno S. Ritter
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