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Mittwoch, 13. Dezember 2017,
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Französischer Kleinwagen wird kleiner, schöner und effizienter

Peugeot 208: Eine Nummer zugelegt

Peugeot
"Re-Generation":
Der neue Peugeot 208
Der Peugeot 208 erscheint im Frühjahr 2012. Die neue Generation des erfolgreichen Kleinwagens soll nach dem Willen ihrer Väter mehr als eine Evolution sein. Nun veröffentlichte erste Bilder und Infos lassen ein optisch stimmigeres und technisch effizienteres Auto erwarten. 18 Millionen Einheiten hat Peugeot nach eigenen Angaben von seinen Kleinwagen mit der Bezeichnung 20x verkauft. Die Zahl betrifft zwar den Zeitraum seit 1929, als der Peugeot 201 die noch heute überwiegend gültige Nomenklatur von Peugeot begründete, ist aber dennoch eindrucksvoll. Speziell die Modelle 205, 206 und 207 kennt man heute noch, und sie waren allesamt erfolgreich.

Noch auf der IAA im September wollte bei Peugeot niemand auch nur eine Andeutung zu einem 207-Nachfolger machen, aber natürlich ist es nun, fünfeinhalb Jahre nach der Premiere des 207, an der Zeit, diese Geschichte fortzuschreiben. Der Neuling heißt 208, soll aber mehr markieren als nur einen Generationswechsel, eine Evolution. Und weil Revolution selbst den zu Übertreibungen neigenden Marketingleuten wohl zu unsinnig erschien, haben sie stattdessen den Begriff "Re-Generation" ersonnen. "Mit dem 208 tritt Peugeot in eine neue Zeit ein", sagt Vincent Rambaud. Der Generaldirektor von Peugeot Automobiles wird beim 208 ganz genau hingeschaut haben, ist er doch das wichtigste Modell für die Marke.

Zu den Fakten: Der Peugeot 208 verabschiedet sich vom ungeschriebenen Gesetz des stetigen Größenzuwachses von Generation zu Generation. Die Länge des Kleinwagens sinkt sogar - von 4,03 auf 3,96 Meter. Dennoch sind sind fünf Zentimeter mehr Knieraum im Fond und 15 Liter mehr Kofferraum angekündigt.Auch in Sachen Höhe haben die Ingenieure einen Zentimeter gekappt, was zusammen mit vielen anderen Maßnahmen die Aerodynamik positiv beeinflusst. Der cw-Wert verbessert sich von 0,31 auf 0,29, was insoweit enttäuschend ist, als das Sparmodell des 207 bereits auf 0,27 kam. Deutlicher ist der Fortschritt in Sachen Gewicht: Durchschnittlich 110 Kilogramm soll der 208 weniger wiegen als der 207, in der Spitze sogar 173 Kilo.

In Sachen Verbrauch verspricht Peugeot, wie das bei neuen Modellen üblich und sinnvoll ist, eine deutliche Reduktion. So sollen alle fünf Dieselaggregate maximal 3,8 Liter verbrauchen, vier davon sind mit Start-Stopp-System ausgerüstet. Das beste Modell kommt auf 87 Gramm CO2/km, was Peugeot zu 3,4 Liter umrechnet und damit der Vorgabe von VW Polo und Ford Fiesta entspricht, deren Hersteller bei gleicher CO2-Emission 3,3 Liter kommunizieren. Auf Benzinerseite kommen erstmals - wohl unter anderem - Dreizylinder-Aggregate mit 1,0 und 1,2 Litern zum Einsatz, das beste Modell wird mit 4,3 Liter Normverbrauch gelistet sein. Zum Vergleich: Der 207 Diesel kommt aktuell auf 4,2 bis 4,6 Liter, die drei kleinsten Benziner auf 5,9 bis 6,3 Liter.

In Sachen Design emanzipiert sich der 208 deutlich vom 207. Neu sind die an den 508 angelehnte Front mit kleinerem, aber markanteren und eleganteren Kühlergrill, weiter nach vorne reichender Motorhaube mit endlich freigestelltem Logo und etwas kleineren Scheinwerfern mit Tagfahrlicht. Das Dach ist im mittleren Bereich etwas weiter in die Scheibe gezogen als außen.

Die Seitenlinie wird bestimmt durch einen Knick in der unteren Kante des nach wie vor vorhandenen vorderen Dreiecksfensters, das optisch in den Kotflügel verlängert wurde. Beim Fünftürer ist entsprechend das hintere Seitenfenster mit einer schwarzen Blende optisch in die C-Säule verlängert, beim Dreitürer läuft dort die Chromleiste der Fensterlinie aus. Beide Karosserieversionen unterscheiden sich zudem in der Gestaltung der seitlichen Sicken. Die Schutzleisten entfallen, die Außenspiegel sind nicht mehr stehend angeordnet und entsprechend mit feiner gezeichneten Blinkern direkt im Spiegelgehäuse versehen.

Die Radhäuser zeigen nach wie vor die abgeflachte Außenkante, aber deutlich zurückhaltender als beim 207. Am Heck setzt Peugeot auf auffällige, bumerangförmige Leuchten, eine Schweißnaht in der kleinen Heckklappe und einen nun links liegenden Scheibenwischer. Auf einem Chromeinsatz über dem Logo steht wie an der Front der Markenname. Die zentrale Nebelschlussleuchte in der voluminösen Heckschürze und der nach wie vor links sitzende Tankdeckel mit der unschönen Greiföffnung hätte man sich noch besser vorstellen können.

Noch ein Blick in den Innenraum, wo Peugeot ebenfalls deutlich Hand angelegt hat: Neu ist die Kombination von kleinem Lenkrad, einem höher ins Blickfeld des Fahrers gelegten Kombiinstrument und großem, zentralen Touchscreen. Ausgehend von den ersten Fotos ist hier tatsächlich ein ungewöhnliches, gleichzeitig aber auch gutes Ambiente gelungen. Die Entscheidung zugunsten der kompletten Neugestaltung sei mit hohen Risiken verbunden, sagt 208-Projektleiter Jérôme Micheron. "Wir haben sie für den 208 getroffen und damit alle gemeinsam außergewöhnliche Kühnheit bewiesen."

Der Peugeot 208 wird auf dem Genfer Autosalon im März erstmals vorgestellt und dürfte bald im Anschluss als Drei- und Fünftürer zu den Händlern rollen. Einen 208 SW Kombi wird es voraussichtlich nicht geben, ein 208 CC dürfte folgen. Preise und Ausstattungen sind zum jetzigen Zeitpunkt natürlich noch offen, werden sich aber weitgehend am Status quo orientieren. Dass der dem ersten Eindruck nach überwiegend gut gelungene 208 dann ein noch größeres Wörtchen im Kleinwagen-Segment mitreden wird, erscheint wahrscheinlich.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 02.11.2011  —  # 9742
text Hanno S. Ritter
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