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Dienstag, 12. Dezember 2017,
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Scénic wird mit 4,4 Litern Verbrauch zum Klassenbesten

Renault: Premiere für den neuen Diesel

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Kleiner und 20% sparsamer: Renault
Neuer 1,6-Liter-Diesel von Renault
Renault schickt den 1,9-Liter-Diesel sukzessive aufs Altenteil. Als Ersatz fungiert ein ganz neu entwickeltes Triebwerk, das kleiner, leiser und vor allem so sparsam ist, dass es die Mitbewerber auf die Plätze verweist – jedenfalls im Scénic, wo die Markteinführung jetzt begonnen hat. Natürlich folgt die neue Maschine dem Downsizing-Trend: 1,6 Liter Hubraum sind das neue Maß, ganz ähnlich wie bei den kleineren Vierzylinder-TDI von Volkswagen. Die erste, jetzt bestellbare Variante kommt wie das größere Vorgänger-Triebwerk auf immerhin 130 PS Leistung (bei 4.000 statt 3.750 Touren) und entwickelt ein maximales Drehmoment von 320 Nm (300 Nm) bei 1.750 Umdrehungen.

Damit beschleunigt es den Kompaktvan Scénic in 10,3 Sekunden auf Tempo 100, der Grand Scénic braucht zwei Zehntel mehr, als Siebensitzer weitere sechs. Bisher standen 10,6/10,9/11,5 Sekunden im Datenblatt. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt jeweils und unverändert 195 km/h. Der Fortschritt manifestiert sich dagegen im Verbrauch: Nach der Norm kommen Scénic und Grand Scénic mit dem als "ENERGY 130 dCi" vermarkteten Aggregat auf nur 4,4 Liter Verbrauch.

Das sind nicht nur 1,1 bzw. 1,2 Liter oder mindestens 20 Prozent weniger als zuvor, sondern dürfte dem Scénic in seiner Klasse derzeit auch die Spitzenposition sichern. Zum Vergleich: Ein VW Touran kommt mit 140 PS aus zwei Litern Hubraum auf 4,8 Liter, der neue Ford C-MAX je nach Karosserievariante auf 4,6/4,9 Liter bei nur 115 PS.

Der Startschuss für die Entwicklung des neuen Renault-Motors fiel bereits vor fünf Jahren. Gut drei Viertel der Komponenten sind Neuentwicklungen, der Rest stammt vom Zweiliter-Diesel. Der Effizienz-Fortschritt kommt neben dem kleineren Hubraum, der dazu rund 5,5 Prozent beiträgt, durch diverse Einzelmaßnahmen zustande. Nennenswert sind dabei zuvorderst die Start-Stopp-Automatik, die Renault erstmals einsetzt, die Bremsenergie-Rückgewinnung und die optimierte Abgasrückführung; sie steuern jeweils drei Prozent bei.

Während sonst die Einspritzdrücke allerorten steigen, geht Renault den umgekehrten Weg: Statt mit 1.800 schießen die Dieseltröpfchen mit 1.600 bar in die Brennräume, was kleiner dimensionierte Komponenten ermöglicht. Außerdem haben die Ingenieure die Verdichtung gesenkt (15,4:1), den Ladedruck erhöht (2,7 bar), den Turbolader verschlankt und mit neu gestalteten Schaufeln und variabler Turbinengeometrie für schnellere Ansprechzeiten versehen, innermotorisch durch etliche Detailmaßnahmen die Reibung gesenkt, eine variable Ölpumpe verbaut und das Thermo-Management optimiert. Ganz nebenbei sollen sich trotz des kleineren Hubraums auch die Laufkultur und die Geräuschemissionen verbessert haben.

Nach der Premiere in Scénic und Grand Scénic wird das neue Aggregat schrittweise in der Mégane-Familie eingeführt. Darüber hinaus wird die Maschine in einer Reihe von Modellen des Renault-Allianzpartners Nissan zum Einsatz kommen. Produktionsort ist das nordfranzösische Werk Cléon, die Jahreskapazität dort liegt ab 2012 bei 150.000 Einheiten. In Cléon produziert Renault darüber hinaus u.a. den Zweiliter-Diesel für Mégane, Koleos, Laguna, Latitude und Espace, den 2.3 dCi für den Master und den V6 dCi für Laguna Coupé und Latitude.

Für Scénic und Grand Scénic ist der neue Diesel bereits bestellbar. Die Preise beginnen bei 25.500 bzw. 26.700 Euro, das sind jeweils rund 300 Euro mehr als für die noch angebotene, aber auslaufende alte Motorisierung. Angesichts des Fortschritts und der nach Werksangaben in Entwicklung und Fertigung der neuen Maschine investierten 230 Millionen Euro ist das fraglos ein moderater Aufpreis.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 01.07.2011  —  # 9532
text Hanno S. Ritter
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