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Montag, 23. Oktober 2017,
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Fiat Qubo mit ESP meistert Manöver problemlos

Citroën Nemo: Überschlag im ADAC-Ausweichtest ohne ESP

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Überschlag im ADAC
ADAC-Test: Citroën Nemo ohne ESP
ESP kann Unfälle verhindern und Leben retten, das sollte an sich inzwischen jeder wissen. Doch noch immer gibt es Menschen, die ein Auto ohne den Schleuderschutz kaufen, weil es Hersteller gibt, die darauf verzichten – bis der ADAC öffentlichkeitswirksam vormacht, wie sich etwa der Citroën Nemo bei einem Ausweichmanöver überschlägt. So ein Hochdachkombi wie der Citroën Nemo ist ein durchaus nicht unbeliebtes Auto, weil er anspruchslos, praktisch, relativ imagefrei und zudem preiswert ist. Gerade einmal 13.100 Euro kostet das Basismodell, und da darf man üppige Ausstattung naturgemäß nicht erwarten.

Klimaanlage, Radio, Dachreling oder ähnliche Annehmlichkeiten verkauft Citroën nur gegen Aufpreis, viele Optionen gar nicht. Ob man ein Auto ohne Komfortzutaten kaufen mag, ist eine Geschmacks- und wiederum auch Geldfrage. Ob man ein Auto haben mag, das unsicherer ist als nötig, ist dagegen nur vordergründig eine Geldfrage: Nach dem Crash ist es vielleicht zu spät, die Entscheidung noch einmal zu reflektieren. Mit nur drei Sternen im aktuellen EuroNCAP-Crashtest fällt der Nemo hier sowieso schon durchs Raster. Zu den Gründen für das schlechte Abschneiden gehören neben schlechten Sitzen und Kopfstützen die Kopfairbags und das ESP: Beide eigentlich selbstverständlichen Sicherheitstechniken kann der Nemo auch gegen Aufpreis nicht bieten.

Was das in der Praxis bedeutet, machen sich viele Menschen möglicherweise nicht bewusst. Der ADAC hat jetzt in einem Test die Folgen sehr anschaulich dargestellt: Wer im Nemo ein schnelles Ausweichmanöver fahren muss, überschlägt sich. Wenn dies nicht von speziell geschulten und per Helm gesicherten Fahrern auf einem abgesperrten Testgelände passiert, dürften die Auswirkungen noch einmal wesentlich gravierender sein, wie das Video erahnen lässt:

Und liegt es wirklich am ESP? Ja. Der nahezu baugleiche Fiat Qubo, der zumindest in einigen Versionen mit ESP zu haben ist, hat den gleichen Fahrversuch anstandslos gemeistert. Der dritte im Test, der Peugeot Bipper, wurde aus Sicherheitsgründen erst gar nicht mehr in die Slalomgasse geschickt: Auch Peugeot ist zu geizig für ESP.

Der PSA-Konzern (Peugeot Citroën) hat gegenüber dem ADAC als Reaktion auf das verheerende Testergebnis inzwischen angekündigt, ESP künftig serienmäßig einzusetzen. Bei den Dieselmodellen soll dies ab September 2010 der Fall sein, bei den Benzinern erst einige Monate später, weil hier eine komplette Neuabstimmung erfolgen muss.

In Europa ist ESP bei allen neuen Fahrzeugmodellen ab November 2011 Pflichtausstattung, bei allen Neuzulassungen allerdings erst von November 2014 an. Bosch hat ESP zusammen mit Mercedes entwickelt. Der Serienstart erfolgte 1995 in der Mercedes S-Klasse (W 140) und im SL (R 129). Zahlreiche internationale Studien belegen die hohe Wirksamkeit auf die Sicherheit. Weil die Bezeichnung ESP ein eingetragenes Markenzeichen von Daimler ist, nutzen einige Hersteller (freiwillig) andere Bezeichnungen wie DSC, VSC, VSA oder PSM.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 26.04.2010  —  # 8717
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
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