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Dienstag, 24. Oktober 2017,
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Markteinführung in Deutschland ab Mitte 2010 / Zwei TDI, drei Antriebsvarianten

VW Amarok: Der Pickup zeigt sich serienreif

VW Amarok: Der Pickup zeigt sich serienreif
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VW Amarok
Volkswagen
Bald fünf Jahre nach der ersten Ankündigung und eineinviertel Jahre nach der Präsentation einer Studie zeigt Volkswagen endlich den neuen Pick-up Amarok. Während das Design weitgehend bekannt war, liegen nun auch Informationen zu Motorisierungen und Ausstattungen vor. Los geht es aber erst im Sommer 2010. Was lange währt, wird endlich gut? Man darf VW wünschen, mit der nach T5, Caddy und Crafter vierten Nutzfahrzeug-Baureihe Erfolg zu haben - schon weil es der erste in Deutschland entwickelte (aber nicht gebaute) Pickup der 1-Tonnen-Klasse ist.

Der Amarok - der Name stammt aus der Sprache der in Nordkanada und Grönland lebenden Inuit und bedeutet Wolf - ist mit bis zu 5,25 Meter Länge ein großes Auto geworden. Er startet als Viertürer mit Doppelkabine, ein "Single-Cab" soll im ersten Halbjahr 2011 nachgereicht werden. Das Design der auf einem Leiterrahmen ruhenden Karosserie entspricht weitestgehend der 2008er-Studie - und damit dem aktuellen Marken-Look mit waagerechtem Kühler und einem insgesamt ebenso austarierten und unspektakulären wie zeitlosen Auftritt.

Auch der Innenraum folgt dem bekannten VW-Look, wobei die einzelnen Komponenten aus unterschiedlichen Baureihen stammen. Das Kombiinstrument mit dem digitalen Tankanzeige und dem fehlenden Kühlwasserthermometer etwa entstammt dem Polo, die Mittelkonsole findet man in grundsätzlich ähnlicher Form in Golf Plus und Tiguan, wenn auch im Amarok alles eine Nummer schlichter ausfällt.

Die Ladefläche wartet mit den größten Maßen der Klasse auf. Sie misst auf einer Ladehöhe von nur 52,5 Zentimetern souveräne 2,52 Quadratmeter (L x B 1,555 x 1,62 Meter). Zwischen den Radkästen verbleiben 1,22 Meter, womit sich erstmals bei einem Pickup dieser Größe Europaletten platzsparend quer laden lassen. Die Nutzlast beträgt 1,15 Tonnen, die maximale Anhängelast 2,8 Tonnen.
Zwei Diesel und drei Antriebsvarianten im Angebot
Motorseitig stehen zum Start zwei Diesel zur Wahl. An der Spitze steht ein Zweiliter-Triebwerk mit 163 PS Leistung und 400 Newtonmeter Drehmoment - aber nicht das aus den Pkw bekannte Aggregat, sondern bereits dessen nächste Ausbaustufe mit zwei Turboladern, wie es sie bisher und gerade erst nur im T5, dort aber mit 180 PS, gibt. Der Motor wird auch in Passat & Co. eingesetzt werden, dort mutmaßlich 204 PS leisten und zu einem noch nicht bekannten Zeitpunkt eingeführt. Im Amarok arbeitet wahlweise aber auch der bekannte 2,0 TDI, und zwar in einer Variante mit 122 PS und 340 Nm. Die Kraftübertragung übernimmt jeweils ein manuelles Sechsgang-Getriebe, automatische Alternativen stehen vorläufig nicht zur Wahl.

Für den Vortrieb stehen - je nach Markt unterschiedlich - drei verschiedene Konzepte zur Wahl: permanenter Allradantrieb, zuschaltbarer Allradantrieb oder Heckantrieb. Die Grundversion hat Hinterradantrieb und richtet sich vornehmlich an Kunden, die hauptsächlich die Karosserieform des Pickup schätzen. Die Variante mit zuschaltbarem Allrad und einer roten "4" im 4MOTION-Schriftzug bedient sich der im Pickup-Segment bewährten Klauenkupplung. Sie sorgt nach dem Einlegen per Tastendruck für einen starren Durchtrieb zwischen den Achsen. Für schwerste Aufgaben gibt es zudem eine Geländereduzierung.

Die Verbrauchswerte sind in Anbetracht von Fahrzeuggröße und -gewicht durchaus positiv: Der stärkere Diesel kommt auf 7,8 Liter, der schwächere auf 7,6 - jeweils in der Variante mit zuschaltbarem Allrad. Das Tankvolumen beträgt 80 Liter. Eine Schaltempfehlungsanzeige ist Serie.

Beim Modell mit permanentem Allradantrieb, erkennbar an der schwarzen 4 im Schriftzug, verteilt das Torsen-Differential die Antriebskräfte im Verhältnis 40:60 auf Vorder- und Hinterachse. Darüber hinaus sorgen im schweren Gelände gezielte Bremseneingriffe dafür, dass stets das Rad mit der besten Traktion die meiste Motorkraft erhält. Dieses Antriebskonzept wird mit einem besonders auf Komfort ausgelegten Fahrwerk kombiniert. Für alle Antriebsarten ist eine Differentialsperre für die Hinterachse optional erhältlich.
Drei Ausstattungslinien, ESP nicht Serie
Drei Ausstattungslinien werden angeboten. Die Basisversion setzt auf rein mechanische Komponenten, mit manueller Bedienung der Fensterheber, Türverriegelung und Spiegelverstellung. Der vordere Stoßfänger sowie die Griffe und Spiegel sind unlackiert und damit für den harten Arbeitseinsatz prädestiniert. Serienmäßig sind u.a. 16-Zoll-Stahlfelgen, höhenverstellbare Vordersitze, eine variabel klappbare Rücksitzbank und die Beleuchtung der Ladefläche.

Eine Nummer näher an dem, was die meisten westeuropäischen Kunden erwarten dürften, präsentiert sich der Amarok Trendline. Bei ihm sind die Anbauteile in Wagenfarbe lackiert, Fensterheber, Türverriegelung und Spiegelverstellung arbeiten elektrisch. Darüber hinaus sind ein CD-Radio, die halbautomatische Klimaanlage, Bordcomputer, Tempomat, Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Aluräder serienmäßig an Bord. Im Topmodell Highline gibt es darüber hinaus diverse Chromapplikationen innen und außen, in Wagenfarbe lackierte Radlaufverbreiterungen, die Platz für 17 Zoll große Aluräder schaffen, sowie - motorisierungsabhängig - eine farblich abgesetzte Instrumententafel, eine Klimaautomatik, Teillederausstattung und ein hochwertigeres Radio.

Alle Modelle verfügen wie der T5 über in die Außenspiegel integrierten Antennen, während VW sich bei den seitlichen Blinkleuchten wie bei allen Nutzfahrzeugen außer dem von Mercedes adaptierten Crafter weiter zur Billig-Variante im Kotflügel bekennt.

Eher bescheiden ist die Sicherheitsausstattung des Amarok, auch wenn VW insoweit von höchstem Niveau schwärmt und die endgültige Konfiguration für Deutschland wohl noch nicht feststeht. Die jetzt gebauten Modelle verfügen zwar über Offroad-ABS mit Bergabfahrassistent, Gurtstraffer und -warner vorne und elektronische Differentialsperren, ESP und Kopfairbags werden aber nur optional geliefert.

Die Amarok-Produktion im argentinischen Werk "Pacheco" in Buenos Aires beginnt in diesen Tagen. Die Markteinführung in Südamerika - neben Südafrika und Australien einer der wichtigsten Märkte für Pickups - beginnt im Frühjahr 2010. Europäische Kunden sollen in der zweiten Jahreshälfte beliefert werden. Und erst im Vorfeld wird VW denn auch die Preise nennen.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 01.12.2009  —  # 8420
text Hanno S. Ritter
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