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Samstag, 16. Dezember 2017,
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»Opel Eye« mit zusätzlichem Spurhalteassistenten ab Anfang 2009

Opel Insignia kommt mit Verkehrszeichen-Erkennung

Siehe Bildunterschrift
Bild anklicken für Großansicht Tempolimit-Erkennung
im Opel Insignia
Opel
Elektronische Verkehrszeichen-Erfassung ist schon länger ein Thema, Anfang 2009 geht das System nun in Serie – in einem Auto, bei dem man das vielleicht nicht erwartet haben mag: im Opel Insignia. Kombiniert mit einem Spurhalte-Assistenten verspricht sich Opel mehr Komfort und Sicherheit. Keine Innovation ohne denglisch-wichtigen Namen: "Opel Eye" haben die Rüsselsheimer das zusammen mit Hella entwickelte System getauft.

Es umfasst eine Weitwinkel-Kamera in der Größe eines Handys, die zwischen Innenspiegel und Frontscheibe montiert ist. Sie schießt 30 Bilder pro Sekunde, die von zwei Signalprozessoren und mit Hilfe einer GM-spezifischen Software gefiltert und ausgewertet werden. Wenn ein Foto dem Bild eines gespeicherten Verkehrszeichens entspricht, leuchtet ein Warnsignal in der Armaturentafel auf.

Beim mutmaßlich ungewollten Verlassen einer Fahrspur - also bei geringem Winkel und ohne Blinksignal - erscheint ebenfalls ein Warnhinweis, zusätzlich gibt es ein akustisches Signal. Diese Funktion alias "Lane Departure Warning" wird über das Multifunktionslenkrad ein- und ausgeschaltet und funktioniert ab 50 km/h.

Die Verkehrszeichenerkennung kann zunächst Geschwindigkeits- und Überholverbots-Schilder lesen - und auch ihre Aufhebung erkennen. Je nach Lichtsituation fängt das System ab einer Entfernung von 100 Metern an, Schilder zu erkennen und mehrfach zu lesen. Zunächst werden runde Strukturen gesucht, dann über einen Konturenvergleich die Zahlen darin identifiziert.

Das System zeigt immer die wichtigste Information für eine sichere Fahrt zuerst an. Wenn beispielsweise zwei Schilder erkannt werden, die nahe beieinander angebracht sind, hat ein Überholverbotssignal Vorrang vor einem Tempolimit. Das erkannte Schild wird für einige Sekunden als Symbol im Display in der Mitte zwischen den beiden Rundinstrumenten eingeblendet. Danach lässt es sich über das Lenkrad erneut abfragen. Aktiviert werden kann die "Traffic Sign Detection" über den Bordcomputer.

Der Prozessor erkennt die Verkehrszeichen, da sie in den meisten Ländern einheitlich entsprechend der im Jahr 1968 geschlossenen "Wiener Konvention" gestaltet sind, der sich bis dato mehr als 80 Länder angeschlossen haben. Was einfach klingt, ist in der Praxis dennoch mit hohem technischen Aufwand verbunden, weil etwa Schilder nicht immer die gleiche Position und Höhe haben. "In Deutschland haben Autobahn-Fahrspuren teilweise unterschiedliche Tempolimits", sagt Dr. Christoph Schmidt, Leiter Elektronikentwicklung für den Insignia, und verspricht: "Das Kamera-System ist in der Lage, zuverlässig die jeweils zutreffende zu erkennen".

Opel Eye wird als Sonderausstattung für den Insignia ab Anfang 2009 zur Verfügung stehen. Weil Opel sich die "Demokratisierung der Technologie" auf die Fahnen geschrieben hat, soll das Auge schon bald darauf auch in kleineren Baureihen angeboten werden.

Bleibt die Frage, wozu um alles auf der Welt man Tempolimit-Schilder im Display braucht. Aber solche Fragen stellt bei Coming-Home-Licht, Navigationssystemen, Fernlicht-Assistenten oder Parksensoren ja auch niemand.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 18.06.2008  —  # 7213
text Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
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