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Freitag, 16. November 2018,
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Focus-Topmodell mit 225 PS erscheint in überarbeitetem Look

Ford Focus ST: Schneller nicht, aber markanter

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Ford Focus ST
Ford
Zum Auftakt der Essen Motor Show zeigt Ford den überarbeiteten Focus ST. Das Topmodell erhält über die von den "normalen" Varianten bekannten Design-Aufwertungen einige Verbesserungen im Detail. Motorseitig bleibt alles beim Alten – was kein Nachteil sein muss. Ford geht in punkto Antrieb demnach weiterhin einen etwas anderen Weg als die Mitbewerber VW und Opel: Unter der Focus-Haube sorgt kein Vier- oder Sechszylinder für ansprechenden Vortrieb, sondern jene meist gute, aber inzwischen kaum noch anzutreffende Motorspezies mit der dazwischenliegenden, ungeraden Zylinderzahl fünf.

Zwar will Ford dem Triebwerk Detail-Modifikationen angedeihen haben lassen, bleibt Details dazu aber schuldig. Die Daten jedenfalls sind unverändert: 2,5 Liter Hubraum hat das Triebwerk, dem ein Turbolader zusätzliches Leben einhaucht. 225 PS sind das Ergebnis, womit der Focus ziemlich exakt zwischen VW Golf GTI/Opel Astra Turbo (jeweils 200 PS) einerseits und Golf R32/Astra OPC (250/240 PS) liegt. Das Drehmoment beträgt ebenfalls unverändert für einen Benziner satte 320 Newtonmeter, anliegend zwischen 1.600 und 4.000 Touren. Höchstgeschwindigkeit (241 km/h) und Beschleunigungszeit (6,8 Sekunden) bleiben auf dem bisherigen Niveau.

Das ST-Design bleibt nach wie vor auffällig, ohne prollig zu wirken. Insgesamt darf die Umgestaltung als Fortschritt gewertet werden, wozu die neue Scheinwerfer-Form beiträgt, aber auch der sattere Auftritt, für den vor allem der nochmals vergrößerte untere Lufteinlass in der eigenständigen Frontschürze verantwortlich zeichnet. Durch den Verzicht auf die hellen Rahmen um Nebelscheinwerfer und Zusatz-Heckleuchten wirkt der neue ST zudem weniger verspielt. Neu sind außerdem die Außenspiegel-Gehäuse und das nun im Diffusor-Look schwarze Mittelteil der Heckschürze.

Als geradezu typisch für die sportliche Speerspitze im Focus-Programm hat sich die Signalfarbe "Electric Orange" durchgesetzt - rund 30 Prozent aller in Europa bestellten Focus ST rollten in dieser auffälligen Metallic-Lackierung vom Band, obwohl sie aufgrund ihres in der Produktion sehr aufwändigen Finishs zu den teureren Extras (1.230 Euro) zählt. Man habe lange und intensiv darüber beraten, ob man das neue Modell auch mit einer neuen "Leitfarbe" ausstatten wolle, erläutert Jost Capito, Direktor des Ford TeamRS, sich aber am Ende für ein Festhalten an der charakteristischen Farbe entschieden.

Im Interieur ersetzt "Karbon-Look" das bisherige Alu-Pendant an Blenden, Schaltern und Applikationen; serienmäßig ist nun die schlüssellose Startfunktion. Die weiteren ST-Charakteristika wie etwa Recaro-Gestühl, Zusatzinstrumente auf dem Armaturenträger, dunkler Dachhimmel und Alu-Pedalerie, bleiben unverändert.

In Details überarbeitet haben die Kölner Ingenieure auch Fahrwerk, Bremsen und Lenkung des ST. Dazu gehören u.a. Verbesserungen an Fahrwerks-Aufnahmepunkten und Querstabilisatoren, modifizierte McPherson-Federbeine mit größeren Stoßdämpfern, Feinarbeit an der Bremse im Hinblick auf mehr Bremskomfort bei niedrigen Geschwindigkeiten und eine elektrisch betriebene Servolenkung mit höherer Verwindungssteifigkeit der Lenksäule.

Preislich hat sich Ford angenehm zurückgehalten: Gerade einmal 100 Euro trennen das neue vom bisherigen Modell, beim Fünftürer sogar nur 25 Euro. Und der Basispreis von 25.500 Euro lässt sich auch im Wettbewerbsvergleich sehen: Bei VW gibt es dafür einen Zylinder und 25 PS weniger.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 30.11.2007  —  # 6724
text Hanno S. Ritter
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