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Hybrid-Lkw auf dem Weg zur Brennstoffzelle / Erste Modelle ab 2008

Daimler: Neue Initiative für umweltfreundliche Nutzfahrzeuge

Siehe Bildunterschrift
Ab 2008: Mercedes Daimler
Atego Bluetec Hybrid (links, mit Econic NGT)
Geht es um Verbrauch und Abgaswerte, sind meist vor allem die Pkw im öffentlichen Fokus – über Lkw reden nicht einmal die sonst so bemühten Umweltorganisationen häufig. Bevor sich dies möglicherweise ändert, startet Daimler eine Initiative für sauberere Nutzfahrzeuge. Erstmals kündigt der Konzern für Deutschland Hybrid-Lkw an. Zum Start der Initiative "Shaping Future Transportation" stellten die Konzernbereiche Daimler Trucks und Daimler Buses heute im Stuttgarter Mercedes-Museum 16 Lkw und Omnibusse mit alternativen Antrieben oder Kraftstoffen vor.

Bei den gezeigten Fahrzeugen der Marken Freightliner, Mitsubishi Fuso, Mercedes-Benz, Orion und Thomas Built Buses handelt es sich sowohl um Weltpremieren als auch solche, die bereits im Kundeneinsatz sind. Daimler arbeitet dabei im wesentlichen an der Vernetzung der bereits serienreifen Abgastechnik Bluetec mit einem Hybridmodul, das den Kraftstoffverbrauch und damit die Emissionen - jedenfalls die direkt am Fahrzeug entstehenden - signifikant senkt.

Bei den Lkw hat sich Daimler für den sogenannten Parallel-Hybrid entschieden. Dabei ist der Elektromotor in den Antriebsstrang integriert und speist seine Leistung in der Regel parallel zum Dieselmotor ein. Hybrid-Omnibusse von Daimler haben einsatzbedingt den seriellen Hybridantrieb. Ein direkt an den Dieselmotor angeflanschter Generator liefert dabei die Energie für die elektrischen Antriebsmotoren. Bei den Hybrid-Bussen von Fuso und Mercedes-Benz sind zudem alle Nebenaggregate elektrifiziert. Dies ermöglicht streckenweise ausschließlich elektrisches Fahren.

Wenn Mercedes auch konstatiert, der Diesel-Motor werde noch für viele Jahre das Rückgrat des Nutzfahrzeugantriebes bilden, so ist die Hybridtechnik für die Ingenieure nur eine Zwischenlösung auf dem Weg zum Brennstoffzellen-Antrieb. Das neuartige Konzept mit Radnabenmotoren des Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid zeigt dabei den Technologiewechsel auf: Bei der Entwicklung zukünftiger Generationen muss dann prinzipiell nur der Dieselmotorgenerator durch Brennstoffzellen ersetzt werden - die elektrischen Antriebskomponenten sind erprobt.

Bis es soweit ist, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen: Für einen Serieneinsatz der Brennstoffzelle in Nutzfahrzeugen müssten die Lebensdauer der Brennstoffzellen "deutlich verbessert" und die Kosten "drastisch verringert" werden, heißt es bei Mercedes. Zudem fehlt heute noch die erforderliche Wasserstoff-Infrastruktur.

Die Einführung von Hybrid-Antrieben will Daimler unterdessen forcieren, wenn auch auf geringem Niveau: In Nordamerika wird Freightliner in den nächsten drei Jahren 1.500 Hybrid-Lkw sowie eine Hybrid-Ausführung des Schulbusses von Thomas Built Buses bauen. In Japan kommt bereits die zweite Generation des "Mitsubishi Fuso Aero Star Eco Hybrid" auf den Markt. In Europa gehen 2008 die ersten Mercedes-Benz Atego BlueTec Hybrid an Kunden in Deutschland, Frankreich und Tschechien. Gemeint ist damit aber offenbar nur ein begrenztes Kontingent für einen Flottenversuch. Für den öffentlichen Personenverkehr zeigen die Stuttgarter erstmals einen dreiachsigen Gelenkbus vom Typ Citaro G BlueTec Hybrid, der 2009 "in Serie" gehen soll.

Das Sparpotential beim Kraftstoffverbrauch beziffert Daimler auf bis zu 30 Prozent. Weil aber gleichzeitig die Anschaffungskosten in ähnlicher Größenordnung steigen werden, sieht der Konzern nun die Politik in der Pflicht: Die Hybrid-Einführung werde zumindest in den Anfangsjahren einer Incentivierung bedürfen, heißt es. Der Erfolg alternativer Antriebstechniken dank öffentlicher Förderung in den USA und Japan bestätige dies. In Europa aber stehe diese Entscheidungsgrundlage für die Fuhrparkbetreiber noch aus, mahnt Daimler.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 12.11.2007  —  # 6670
text Hanno S. Ritter
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