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Montag, 18. Dezember 2017,
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200-PS-Diesel als Top-Antrieb / Höhere Nutzlast, neues Getriebe und mehr ESP

Ford: Viel Neues vom Transit

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Ford Transit
Ford
Nur gut ein Jahr nach der Markteinführung verbessert Ford den Transit in vielen Bereichen. Neben einer Leistungssteigerung und einem neuen Getriebe für die beliebteste Dieselvariante gibt es mehr ESP, neue Schwerlast-Varianten und optional einen größeren Tank. Das neue Fünfzylinder-Topmodell stellt die Konkurrenz in den Schatten. Bei den Frontantriebs-Versionen wird der stärkste Diesel noch ein bisschen stärker. Das 2,2-Liter-Aggregat leistet fortan dank neu abgestimmter Motorsteuerung und einem Turbolader mit variabler Turbinengeometrie 140 statt 130 PS. Das Drehmoment steigt sogar stärker an, nämlich von 310 auf 350 Newtonmeter in der Spitze.

Zugleich wird dieser Motor mit dem neuen 6-Gang-Handschaltgetriebe "VMT-6" kombiniert, so dass für Transit-Varianten mit Frontantrieb nun erstmals auch ein 6-Gang-Getriebe im Programm ist. Im Vergleich zum Fünfgang-Pendant ist der erste Gang im Hinblick auf Anfahren am Berg und Hängerbetrieb kürzer und der sechste länger ausgelegt - weniger Drehzahl bedeutet weniger Geräuschniveau und Spritverbrauch; letzterer soll um immerhin zehn Prozent sinken. Außerdem verspricht Ford geringere Vibrationen.

Die neue Motor-Getriebe-Kombination richtet sich vor allem an Kunden im Zwei-Tonnen-Segment, die gute Fahrleistungen, hohe Wirtschaftlichkeit und ein Gesamtzuggewicht von bis zu 5,5 Tonnen benötigen. Auch als Basisfahrzeug für Wohnmobile dürfte der Transit neue Impulse bekommen. Darüber hinaus ist diese Variante auch eine mögliche Alternative zum Transit mit Heckantrieb, der in den Versionen mit 115 PS und 140 PS ebenfalls mit einem (anderen) 6-Gang-Handschaltgetriebe angeboten wird.

Apropos Heckantrieb: Hier stellt Ford den beiden genannten Maschinen (und der 100-PS-Basis-Version) mit jeweils 2,4 Litern Hubraum einen neuen Motor zur Seite, der aus 3,2 Litern in fünf Zylindern 200 PS entwickelt. Zwar liegen Fahrleistungs- und Verbrauchsdaten noch nicht vor, aber klar ist: Rein nominell stellt damit Ford den stärksten Diesel-Transporter - von Boxer über Crafter, Ducato, Master und Movano bis zum Sprinter bietet keiner mehr. Das maximale Drehmoment beträgt hier satte 470 Newtonmeter (1.700-2.500 Nm), das Serviceintervall kundenfreundliche 50.000 Kilometer (oder zwei Jahre). Wermutstropfen: Ein Rußfilter ist zunächst nicht lieferbar, aber immerhin "in Vorbereitung".

Der neue Fünfzylinder-Diesel ist eine Eigenentwicklung (Ford Otosan/Türkei); produziert wird er im türkischen Inönü-Motorenwerk. Er wird ausschließlich in Kombination mit dem manuellen 6-Gang-Getriebe "MT 82" angeboten, das an das größere Drehmoment angepasst wurde. Auf technischer Seite runden ein größer dimensioniertes Kühlsystem, eine neue Abgasanlage, überarbeitete Hitzeschilde sowie ein auf die veränderte Gewichtsverteilung des Antriebsstrangs neu abgestimmtes Fahrwerk die Integration des neuen Motors ab.

Äußerlich gibt sich die Fünfzylinder-Variante u.a. an einer einteiligen Frontschürze mit individuell gestaltetem Kühlergrill zu erkennen. Verfügbar ist das Aggregat für die Karosserievarianten Kasten, Kombi sowie Pritsche/Fahrgestell (ab FT 350 M).

Ebenfalls neu sind zwei Schwerlast-Varianten (jeweils Heckantrieb) mit einem zulässigen Gesamtgewicht (zGG) von 3,5 (FT 350 HD) oder sogar 4,6 Tonnen (FT 460). Die Nutzlast steigt damit auf maximal 2,7 Tonnen - bislang betrug das zGG 4,25 Tonnen bei 2,4 Tonnen Nutzlast. Der FT 460 ersetzt die 4,25-Tonnen-Klasse (FT 430). Einzige Ausnahme ist der Bus FT 430 EL, der weiter im Programm bleibt. Die beiden neuen Versionen stehen mit mittlerem (M), langem (L) und extralangem Radstand (EL) sowie als Kasten- beziehungsweise Großraumkastenwagen, aber auch als Pritsche und Fahrgestell mit Einzel- und Doppelkabine zur Verfügung. Die Anhängelast beträgt in beiden Fällen drei Tonnen, solange das Gesamt-Zuggewicht 6,5 Tonnen nicht überschreitet.

Für die Hecktriebler mit Dieselantrieb in den M-, L- und EL-Varianten steht künftig optional ein größerer Kraftstofftank zur Verfügung. Das Fassungsvolumen steigt dabei von 80 (Serie) auf 103 Liter. Der Aufpreis beträgt 175 Euro (netto). Serie bleibt weiterhin der 80-Liter-Tank.

Seit Anfang 2007 haben fast alle neuen Transit ESP serienmäßig an Bord. Nun gilt dies auch für die Fahrgestelle inklusive des FT 350-Fahrgestells mit Flachboden als Chassis für Wohnmobile sowie für die Versionen mit Zwillingsbereifung - nicht aber für die später erscheinenden Allradmodelle und die Varianten mit dem weiterhin angebotenen Benzinmotor (145 PS, nur Hecktriebler), also auch jene mit Erdgas- und Flüssiggas-Antrieb. Alle Diesel-Transit erhalten serienmäßig den Hillholder.

Schließlich ist der Ford Transit Sport offenbar auf größeres Kundeninteresse gestoßen als erwartet. In der Konsequenz hieraus entfällt nun die bisher angekündigte Limitierung auf 500 Exemplare. Auch hier profitieren die Kunden von der Leistungssteigerung des 2,2-Liter-Diesels und dem neuen Getriebe.

Alle Neuerungen und Änderungen beziehen sich auf das Modelljahr 2008 und treten in Deutschland zum 30. Oktober 2007 in Kraft.
Weiterempfehlen Leserbrief Autokiste folgen date 18.10.2007  —  # 6619
text Hanno S. Ritter
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